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"Vizeweltmeister hört sich nicht schlecht an" – Ländle-Freerider begeistert in Kappl

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Der 17-jährige Jem Müller aus Feldkirch ist neuer Vizeweltmeister im Freeriden. Bei der U18-WM in Kappl zeigte er, was in ihm steckt und warum sein großer Traum noch lange nicht zu Ende ist.

Es war ein Moment, den er wohl nicht so schnell wieder vergessen wird. Hoch über dem Paznauntal, vor der schroffen Kulisse der Alblittköpfe in Kappl, flog ein junger Vorarlberger seinem großen Traum entgegen. Ein Sprung. Eine Linie. Ein einziger Lauf und am Ende das Podest: Vizeweltmeister bei den Freeride Juniors.

Jem Müller, 17 Jahre alt, aus Feldkirch-Tisis, ist kein gewöhnlicher Schüler. Unter der Woche drückt er die Schulbank an der Handelsakademie Feldkirch, an Wochenenden springt er mit Skiern über Felsen und durch Rinnen, wo andere nicht einmal zu Fuß gehen würden. Jetzt steht er am Podium, hinter ihm zahlreiche Konkurrenten aus insgesamt 13 Nationen.

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"Vizeweltmeister hört sich nicht schlecht an, ich bin mehr als zufrieden", sagt Müller. Es klingt fast bescheiden. Dabei fehlte nicht viel auf Platz eins. "Es war ein Sprung, bei dem der Neuseeländer Hamish Henderson einen Trick gemacht hat und ich nicht. Dieser Sprung war entscheidend." Kein Groll, keine Ausrede, nur sportlicher Respekt: "Ich gönne es meinem Freund."

Die Brüder Müller: Auf Skiern groß geworden

Jem ist nicht der einzige Freerider in seiner Familie. Auch sein Bruder Jake ist im internationalen Zirkus unterwegs, und das nicht ohne Erfolg. "Unser Papa hat uns dazu gebracht. Er war Skilehrer in St. Anton", erzählt Jem. "Wir waren begeisterte Turner und Trampolinspringer. Tricks auf Skiern waren da fast logisch."

Mit Stefan Häusl holten sich die Brüder einen Trainer, der weiß, wovon er spricht. Selbst Teilnehmer der Freeride World Tour, kennt Häusl die Spielregeln im freien Gelände. "Er ist einer der besten Freeride-Trainer, vor allem was Lawinensicherheit und Skitechnik betrifft", sagt Jem.

Das Skifahren wurde dem jungen Feldkircher in die Wiege gelegt. ©Privat

Ein Lauf, der alles entscheidet

Wer glaubt, Freeriden sei nur waghalsiges Herunterfahren, irrt gewaltig. Dahinter steckt minutiöse Vorbereitung. "Am Tag vor dem Wettbewerb machen wir den ‚Face Check‘ – vom gegenüberliegenden Hang aus suchen wir mit dem Fernglas unsere Linie", erklärt Müller. Ein falscher Schwung, ein Moment der Unachtsamkeit, das war’s. "Beim Wettbewerb hat man dann nur einen Lauf, bei dem alles passen muss." Und bei Jem Müller hat in Kappl fast alles gepasst.

Man hat nur einen Lauf, bei dem alles passen muss. ©Privat

Der Weg nach oben und darüber hinaus

Jem hat noch Zeit. Zwei Jahre darf er noch bei den Juniors starten. Doch der Blick geht bereits weiter: "Danach will ich bei den Qualifier-Bewerben mitfahren und mich für die Challenger qualifizieren. Die vier Besten der Challenger dürfen dann in die World Tour." Jake, sein Bruder, ist diesem Schritt schon etwas näher. Anfang Februar steht für ihn die Weltmeisterschaft in Andorra an. Und Jem? Der hat am kommenden Wochenende schon das nächste große Ziel vor Augen: Montafon. Zamangspitze. Heimbewerb.

"Natürlich ist der Sieg mein Ziel", sagt Jem, wissend, dass das Teilnehmerfeld diesmal wegen der Weltmeisterschaft besonders stark ist. Doch mit einem Vizeweltmeistertitel in der Tasche fährt es sich anders. Mit breiter Brust und einem Funken mehr Selbstvertrauen.

(VOL.AT)

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