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Volle Züge am Morgen: Wo Pendler mit Fahrrad und E-Scooter an Grenzen stoßen

Strobel/VOL.AT
Strobel/VOL.AT
7.15 Uhr in Bregenz. Der Zug ist noch gar nicht in Sicht, da zeigt sich bereits ein Problem, das viele Pendler kennen dürften. Und es sollte nicht die letzte Hürde auf dieser Fahrt bleiben.

Volle Waggons? Das ist noch nicht das größte Problem

7:15 Uhr, Bahnhof Bregenz. Während immer mehr Schüler und Pendler auf die Bahnsteige strömen, startet für VOL.AT der Selbsttest. Mit einem E-Scooter im Gepäck geht es Richtung Dornbirn – und die erste Hürde wartet nicht im Zug, sondern bereits auf dem Weg dorthin.

Barrierefreiheit zählt

Wer mit einem E-Scooter oder Fahrrad unterwegs ist, muss zunächst den richtigen Bahnsteig erreichen. Dabei zeigt sich schnell, dass die Infrastruktur nicht immer optimal auf größere Fortbewegungsmittel ausgelegt ist. Vor allem Treppen, Rolltreppen und Bahnsteigwechsel machen den Weg mühsamer als erwartet. Während andere Fahrgäste einfach weitergehen, braucht es mit dem etwa 30 Kilo schweren Scooter etwas mehr Geduld. Ich hieve diesen über die Rolltreppe zum Bahnsteig.

Auch der Ticketkauf gehört zum Selbsttest dazu. Für die Fahrt von Bregenz nach Dornbirn wurden inklusive Fahrradmitnahme insgesamt 7,30 Euro fällig. Davon entfielen 4,80 Euro auf das Ticket und weitere 2,50 Euro auf die Mitnahme des Rollers. Für regelmäßige Pendler dürften sich Monatskarten oder ein Klimaticket deutlich besser rechnen. Am Gleis angekommen, verläuft das Einsteigen dann überraschend unkompliziert. Im Fahrradbereich des Zuges findet sich ausreichend Platz für den Roller, größere Probleme gibt es zunächst keine.

An den Zug gebunden, kosten die beiden Tickets 7,30 Euro. ©Strobel/VOL.AT

Tägliche Pendlerin kennt die Situation

Im Zug trifft VOL.AT auf Isabelle Stahl aus Bregenz. Die junge Frau nutzt die Kombination aus E-Scooter und Bahn täglich auf ihrem Weg nach Feldkirch, wo sie in einem Jugendhaus arbeitet. Für sie gehört die Mitnahme des Rollers längst zum Alltag.

Größere Probleme habe sie dabei bislang kaum erlebt. Auch einen Sitzplatz finde sie normalerweise jeden Tag. Wichtig sei vor allem, dass alle Fahrgäste Rücksicht aufeinander nehmen und Fahrräder oder Roller möglichst platzsparend abstellen. Während der Zug die ersten Stationen passiert, bleibt die Situation zunächst entspannt. Doch mit jedem Halt füllt sich das Abteil weiter.

Isabelle verstaut ihren Scooter einfach unter dem Sitz. ©Strobel/VOL.AT

Menschen werden mehr

Mit jedem Halt wird der Zug voller. Vor allem ab Riedenburg und Schwarzach steigen zahlreiche Schüler zu, einige ebenfalls mit Fahrrädern oder E-Scootern. Im Fahrradabteil befinden sich schließlich drei Fahrräder und vier Roller. Ein Schaffner wird nicht angetroffen, Pendlerin Isabelle Stahl spricht aber offen darüber, dass sie schon öfter darauf hingewiesen wurde, dass sie den Roller zusammenklappen sollte.

Je weiter die Fahrt, desto mehr Fahrzeuge im Zug. ©Strobel/VOL.AT

Rücksicht statt Platzmangel

Das überraschende Ergebnis des Selbsttests: Nicht der Platz im Zug wurde zum Problem. Trotz Berufsverkehr funktionierte die Mitnahme von Fahrrädern und E-Scootern in nahezu jeder Hinsicht unkompliziert. Stellenweise stößt man zwar an Grenzen und muss den einen oder anderen Kompromiss eingehen, größere Schwierigkeiten blieben jedoch aus. Die größere Herausforderung waren die Wege am Bahnhof.

⚠️ Gut zu wissen Die Fahrradmitnahme ist bei den ÖBB grundsätzlich zu jeder Tageszeit möglich. In Regionalzügen, REX-Zügen und S-Bahnen gibt es jedoch keine Reservierungsmöglichkeit. Fahrräder werden nur mitgenommen, wenn noch freie Stellplätze vorhanden sind. Besonders in den Hauptverkehrszeiten sowie an sonnigen Wochenenden und Feiertagen kann es eng werden. Ist der Mehrzweckbereich bereits voll, kann das Zugpersonal die Mitnahme ablehnen.

Wer Fahrrad oder Roller mitnimmt, braucht etwas Geduld und Rücksichtnahme. Aufzüge benötigen Zeit, auch Treppen und Rolltreppen können mit zusätzlichem Gepäck schnell zur Hürde werden. Auf der getesteten Strecke zwischen Bregenz und Dornbirn zeigte sich jedoch, dass die morgendliche Zugfahrt deutlich entspannter verläuft, als viele vielleicht vermuten würden.

(VOL.AT)

Was kostet ein Fahrradticket?
Das Fahrradticket ist entfernungsabhängig und kostet etwa 10 Prozent des Standardtarifs der 2. Klasse. Der Mindestpreis beträgt 1,40 Euro.

Die Kosten richten sich immer nach dem Standardtarif der Strecke – unabhängig davon, ob Reisende mit Sparschiene oder Vorteilscard unterwegs sind.
Mindestpreis: 1,40 Euro
Kann ich mein Fahrradticket frühzeitig buchen?
Ja. Fahrradtickets können bis zu sechs Monate vor Reiseantritt gebucht werden.

Die Buchung ist online, in der ÖBB-App, am Automaten oder am Ticketschalter möglich.
Buchbar bis zu 6 Monate im Voraus
Was tun, wenn keine Fahrradplätze mehr verfügbar sind?
Auf beliebten Strecken sind Fahrradstellplätze häufig ausgebucht.

Eine Alternative ist die Nutzung von Leihrädern vor Ort. An vielen Bahnhöfen stehen Fahrräder über Sharing-Angebote wie „wegfinder“ oder lokale Verleihsysteme zur Verfügung.
Alternative: Leihrad direkt am Bahnhof
  • Gut zu wissen: Besonders an sonnigen Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien sind Fahrradplätze in Zügen oft knapp. Wer mit dem Rad verreisen möchte, sollte früh buchen und im Fernverkehr unbedingt einen Stellplatz reservieren.

Fahrrad im Zug mitnehmen: Tickets, Preise und Regeln

Fahrräder und E-Bikes können in vielen ÖBB-Zügen mitgenommen werden. Im Nahverkehr gilt: keine Reservierung, aber nur bei freien Stellplätzen. Im Fernverkehr sind Fahrradticket und Reservierung Pflicht.

Nahverkehr Keine Reservierung möglich. Die Mitnahme hängt vom verfügbaren Platz im Mehrzweckbereich ab.
Fernverkehr Fahrradticket und Reservierung sind verpflichtend. Online kostet die Reservierung 3 Euro.
E-Bikes Erlaubt bis 25 km/h. Der Akku muss montiert bleiben und darf im Zug nicht geladen werden.
Tipp: 5 bis 10 Minuten früher am Bahnsteig sein, Packtaschen vorab abnehmen und den richtigen Wagen über die Reservierung oder den Wagenreihungsanzeiger prüfen.
Was kostet ein Fahrradticket?
Das Fahrradticket der ÖBB ist entfernungsabhängig und kostet rund 10 Prozent des Standardtarifs der 2. Klasse, mindestens jedoch 1,40 Euro. Der Preis richtet sich nach dem Standardtarif der Strecke – unabhängig davon, ob ein Sparschiene-Ticket oder ein Ticket mit Vorteilscard genutzt wird.
Was kostet die Reservierung im Fernverkehr?
Im Fernverkehr kommt zur Fahrradkarte eine verpflichtende Reservierung dazu. Diese kostet online 3 Euro und am ÖBB Ticketschalter 3,50 Euro.
Was gilt im Nahverkehr?
Im Nahverkehr, etwa in Regionalzügen, REX-Zügen und S-Bahnen, ist keine Reservierung möglich. Fahrräder werden nur mitgenommen, wenn im Mehrzweckbereich ausreichend Platz vorhanden ist. Ist der Bereich voll, kann das Zugpersonal die Mitnahme ablehnen.
Was gilt im Fernverkehr?
Im Fernverkehr, etwa im Railjet, ICE oder auf ausgewählten Nightjet-Strecken, ist die Fahrradmitnahme nur mit Fahrradticket und verpflichtender Reservierung möglich.
Darf ich ein E-Bike mitnehmen?
Ja. E-Bikes dürfen mitgenommen werden, wenn die Bauartgeschwindigkeit maximal 25 km/h beträgt. Ausschließlich elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden nicht mitgenommen.
Darf ich den Akku im Zug laden?
Nein. Der Akku muss während der Fahrt fest am Fahrrad montiert sein. Er darf weder geladen noch als Powerbank genutzt werden. Defekte Akkus sowie Fahrzeuge mit defekten Akkus dürfen nicht mitgenommen werden.
Welche Maße darf mein Fahrrad haben?
In vielen Zügen gelten folgende Höchstmaße:
  • Länge: 185 cm
  • Höhe: 110 cm
  • Breite: 60 cm
  • Maximalgewicht: 30 kg
  • Raddurchmesser: 28 Zoll
Kann ich mein Fahrradticket frühzeitig buchen?
Ja. Fahrradtickets können bis zu sechs Monate im Voraus gebucht werden. Online und über die ÖBB-App ist die Reservierung günstiger als am Ticketschalter.
Was tun, wenn keine Fahrradplätze frei sind?
Auf beliebten Strecken und zu Stoßzeiten sind Fahrradstellplätze oft ausgelastet. Wer stressfrei reisen möchte, kann am Zielort ein Fahrrad ausleihen, etwa über Sharing-Angebote oder die App „wegfinder“.
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