Nach einem schweren Autounfall schlug die frühere Buchhalterin beruflich einen neuen Weg ein: Aus Spaziergängen mit Nachbarshunden entstand ein Gassi-Service, später eine der größten Hundepensionen Vorarlbergs. Seit zwei Jahren ist sie für das Tierbestattungsunternehmen "Aurora“ tätig. "Auf den ersten Blick wirkt es konträr – aber Berührungspunkte mit toten Tieren hatte ich schon früher", verweist sie auf Erlebnisse beim Gassi-Service und der Pension.
Ablauf einer Tierbestattung
Sandra unterscheidet grundsätzlich zwei Abläufe. Wird ein Tier beim Tierarzt eingeschläfert, vereinbart der Besitzer zunächst einen Termin. Die Praxis informiert sie anschließend – oder die Tierhalter melden sich direkt bei ihr. Sie holt das Tier persönlich ab und übernimmt alle weiteren Schritte.
Stirbt ein Haustier zu Hause, kommt sie direkt zur Familie oder das Tier wird zu ihr gebracht. Zunächst wird es würdevoll gekühlt, einmal pro Woche bringt sie die Tiere gesammelt ins Krematorium nach Tirol. Nach rund einer Woche kehrt sie mit der Asche zurück und übergibt sie persönlich an die Besitzer.
Größte Sorge der Kunden: Bekomme ich wirklich mein Tier zurück?
Für viele Tierhalter ist die größte Sorge, ob sie tatsächlich die Asche ihres eigenen Tieres zurückerhalten. Genau hier setzt das Sicherheitskonzept an: Jedes Tier wird sofort eindeutig nummeriert, der gesamte Ablauf im Krematorium ist computergesteuert und mehrfach kontrolliert. Bei Unstimmigkeiten blockiert das System automatisch. "Wenn die Nummern nicht stimmen, dann geht es nicht. Das garantiere ich."
Urnen, Schmuck und Erinnerungen
Neben der Kremation bietet sie zahlreiche persönliche Erinnerungsmöglichkeiten an: von klassischen Urnen – dem meistgewählten Produkt – über individuelle Gravuren und Fotos auf Marmor bis hin zu Ascheschmuck wie Anhängern, Ringen oder Armbändern. Auch Nasen- und Pfotenabdrücke sowie Schmuckstücke mit eingearbeiteten Haaren des Tieres sind möglich – ganz nach den Wünschen der Besitzer. Deshalb rät sie, rechtzeitig darüber nachzudenken. "Im Vorfeld ist es gut, sich zu überlegen, was man möchte. In dem Moment ist das ein Ausnahmezustand."
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Zwischen Trauer und Ausnahmezustand
Ihre Arbeit ist mehr als Organisation. Sie ist Ansprechpartnerin in einer emotionalen Ausnahmesituation. "Das ist ein Extremzustand. Die Tierhalter wissen da nicht genau, was für Entscheidungen sie treffen." Deshalb versucht sie, möglichst flexibel zu sein – auch wenn das bedeutet, frühmorgens Anrufe entgegenzunehmen oder kurzfristig besondere Wünsche zu erfüllen.
Doch eines beobachtet sie deutlich: "Der Stellenwert vom Tier wird immer größer." Für viele ist es Familienmitglied, Partner, manchmal sogar Kindersatz. Und genau deshalb soll auch der letzte Weg würdevoll sein.