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Vom Gassi-Service zur Tierbestattung

©VOL.AT/ Philipp Steurer
Nach einem schweren Autounfall begann für Sandra Assinger ein neuer Lebensabschnitt. Erst kümmerte sie sich aus Leidenschaft um die Tiere ihrer Nachbarn, später machte sie ihre Liebe zu Tieren zum Beruf.

Nach einem schweren Autounfall schlug die frühere Buchhalterin beruflich einen neuen Weg ein: Aus Spaziergängen mit Nachbarshunden entstand ein Gassi-Service, später eine der größten Hundepensionen Vorarlbergs. Seit zwei Jahren ist sie für das Tierbestattungsunternehmen "Aurora“ tätig. "Auf den ersten Blick wirkt es konträr – aber Berührungspunkte mit toten Tieren hatte ich schon früher", verweist sie auf Erlebnisse beim Gassi-Service und der Pension.

Ablauf einer Tierbestattung

Sandra unterscheidet grundsätzlich zwei Abläufe. Wird ein Tier beim Tierarzt eingeschläfert, vereinbart der Besitzer zunächst einen Termin. Die Praxis informiert sie anschließend – oder die Tierhalter melden sich direkt bei ihr. Sie holt das Tier persönlich ab und übernimmt alle weiteren Schritte.

Aus der Asche des Haustieres kann auch Erinnerungsschmuck entstehen – etwa Ringe oder Anhänger. ©VN/Steurer

Stirbt ein Haustier zu Hause, kommt sie direkt zur Familie oder das Tier wird zu ihr gebracht. Zunächst wird es würdevoll gekühlt, einmal pro Woche bringt sie die Tiere gesammelt ins Krematorium nach Tirol. Nach rund einer Woche kehrt sie mit der Asche zurück und übergibt sie persönlich an die Besitzer.

Größte Sorge der Kunden: Bekomme ich wirklich mein Tier zurück?

Für viele Tierhalter ist die größte Sorge, ob sie tatsächlich die Asche ihres eigenen Tieres zurückerhalten. Genau hier setzt das Sicherheitskonzept an: Jedes Tier wird sofort eindeutig nummeriert, der gesamte Ablauf im Krematorium ist computergesteuert und mehrfach kontrolliert. Bei Unstimmigkeiten blockiert das System automatisch. "Wenn die Nummern nicht stimmen, dann geht es nicht. Das garantiere ich."

Assinger garantiert, dass das Haustier auch den Weg zum Besitzer zurückfindet. ©philipp steurer

Urnen, Schmuck und Erinnerungen

Neben der Kremation bietet sie zahlreiche persönliche Erinnerungsmöglichkeiten an: von klassischen Urnen – dem meistgewählten Produkt – über individuelle Gravuren und Fotos auf Marmor bis hin zu Ascheschmuck wie Anhängern, Ringen oder Armbändern. Auch Nasen- und Pfotenabdrücke sowie Schmuckstücke mit eingearbeiteten Haaren des Tieres sind möglich – ganz nach den Wünschen der Besitzer. Deshalb rät sie, rechtzeitig darüber nachzudenken. "Im Vorfeld ist es gut, sich zu überlegen, was man möchte. In dem Moment ist das ein Ausnahmezustand."

Zahlreiche Wege helfen dabei, die geliebten Tiere unvergessen zu machen.
©VOL.AT/Philipp Steurer

Zwischen Trauer und Ausnahmezustand

Ihre Arbeit ist mehr als Organisation. Sie ist Ansprechpartnerin in einer emotionalen Ausnahmesituation. "Das ist ein Extremzustand. Die Tierhalter wissen da nicht genau, was für Entscheidungen sie treffen." Deshalb versucht sie, möglichst flexibel zu sein – auch wenn das bedeutet, frühmorgens Anrufe entgegenzunehmen oder kurzfristig besondere Wünsche zu erfüllen.

Sandra Assinger mit Schmuck-Beispielen, die sie den Eigentümern der verblichenen Tiere präsentiert. ©philipp steurer

Doch eines beobachtet sie deutlich: "Der Stellenwert vom Tier wird immer größer." Für viele ist es Familienmitglied, Partner, manchmal sogar Kindersatz. Und genau deshalb soll auch der letzte Weg würdevoll sein.

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