Öl im Bach – wie sich ein Einsatz durch das Rheintal ausweitete
Öl breitete sich über mehrere Gemeinden aus
Ein zunächst lokaler Vorfall hat sich am Donnerstag zu einem größeren Einsatz entlang eines Gewässers im Unteren Rheintal ausgeweitet. Innerhalb von weniger als einer Stunde wurde aus einer einzelnen Alarmierung eine Serie von Einsätzen in mehreren Gemeinden.
Ausgangspunkt des Vorfalls dürfte Altach gewesen sein: Dort gelangte Öl in einen Bach. Laut der Polizei dürfte das Öl augenscheinlich durch ein Abflussrohr in das Gewässer gelangt sein. Die Verunreinigung verbreitete sich weiter über mehrere Gemeindegebiete hinweg.
Mehrere Ölsperren errichtet
Um 8.06 Uhr wurde die Feuerwehr Altach erstmals alarmiert: Gewässerverunreinigung – Öl im Gießenbach auf Höhe der Konstanzerstraße. Die Feuerwehr errichtete Ölsperren und band das Öl.
Nur 16 Minuten später folgte die Alarmierung in Hohenems – ebenfalls Öl im Gießenbach, diesmal auf Höhe Alte Rheinfähre. Um 8.58 Uhr schließlich rückte auch die Feuerwehr Lustenau aus: Im Rheintal-Binnenkanal war eine Ölsperre erforderlich. Auch in Lustenau kam es zur Errichtung von Ölsperren.
Diese Ölsperren befinden sich laut Einsatzleiter der Feuerwehr Lustenau idealerweise an besonders geeigneten Punkten im Gewässerverlauf – dort, wo das Wasser langsamer fließt und sich das Öl leichter auffangen lässt.
Ursache noch unklar
"Durch einen Vertreter der Wasserwirtschaft des Land Vorarlberg wurden Wasserproben entnommen, welche einer Untersuchung im Labor unterzogen werden", informiert die Pressestelle der Polizei.
Eine Gefährdung für die Öffentlichkeit bestand laut Auskunft der Polizei gegenüber VOL.AT nicht.
Wie genau das Öl in das Gewässer gelangte – ob durch einen Unfall oder absichtlich – ist Gegenstand laufender Ermittlungen. "Die Polizeiinspektion Altach hat Ermittlungen zu Herkunft und Verursacher der Wasserverunreinigung aufgenommen", so die Pressestelle.
Bilder und Videos vom Einsatz gibt es mit VOL.AT+
Anrainerin verständigte Feuerwehr
Beim Lokalaugenschein in Altach zeigt sich, wo alles begann. In der Konstanzerstraße bemerkte eine aufmerksame Anrainerin Donnerstagfrüh einen starken Geruch, wie man ihn von Heizöl oder Tankstellen kennt.
Sie entdeckte daraufhin im Gießenbach einen schillernden Ölfilm und verständigte die Feuerwehr. Auch beim Lokalaugenschein war der schillernde Film auf der Wasseroberfläche noch erkennbar. Auch der Geruch lag noch in der Luft.
Sorge um Tiere beim Bach
Im betroffenen Bereich des Baches leben auch einige Tiere. Enten schwammen beim Lokalaugenschein durch den Bach, zudem gibt es laut Anrainerin einen Biberdamm in unmittelbarer Nähe. Sie sorgt sich um die Tiere: "Man weiß nicht, was so eine Verschmutzung für Auswirkungen hat."
Biber wohl nicht in akuter Gefahr
Die Anrainerin nahm Kontakt mit der Biberbeauftragten des Landes auf. Laut dieser dürfte der Biber durch die Ölverschmutzung nicht unmittelbar gefährdet sein. Die Tiere reagieren sensibel auf Veränderungen und verlassen ihr Gewässer, wenn sie etwas Ungewöhnliches wahrnehmen.
Sorgen gibt es hingegen um andere Tiere im Bach: Enten können durch Öl im Gefieder beeinträchtigt werden, Fische sind der Verschmutzung direkt ausgesetzt. Welche Folgen das für das Ökosystem hat, dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen.
Hier errichtete die Feuerwehr Lustenau die Ölsperre
VOL.AT war am Donnerstag vor Ort, als in Lustenau beim Rheintal-Binnenkanal eine Ölsperre errichtet wurde. Nahe dem Vetterhof wurde die sogenannte "Ölschlange" eingezogen. Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr informierte, hatte man zuvor die Meldung erhalten, dass das Öl vom Gießenbach aus bereits die Höhe der Autobahnbrücke erreicht habe.
(VOL.AT)