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Vorarlberg: Entlassener Manager fordert 356.000 Euro

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Ex-Vorstandsvorsitzender eines Textilkonzerns bekämpft in anhängigem Arbeitsprozess am Landesgericht seine Ablösung.

Von Seff Dünser/NEUE

Wie mehrere Vorgänger hat auch der Kläger den Vorarlberger Textilkonzern nicht lange geleitet. Der 2015 zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden bestellte Niederösterreicher wurde bereits 2017 abgelöst. Der Akademiker wurde, was bislang öffentlich nicht bekannt war, sogar entlassen. Offiziell wurde verlautbart, die Zusammenarbeit sei wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung der Gruppe beendet worden.

Nun führt der ehemalige Chief Executive Officer (CEO) am Landesgericht Feldkirch einen Arbeitsprozess gegen seinen früheren Arbeitgeber. Der Kläger bekämpft seine Entlassung und verlangt von der beklagten Holding als Entschädigung 356.000 Euro. Der Ex-Manager macht bei seinen finanziellen Forderungen Gehälter, Bonuszahlungen und Kündigungsentschädigung geltend.

Die Streitparteien konnten sich in dem anhängigen Arbeitsprozess auf keinen Vergleich zur Beendigung des Gerichtsverfahrens ohne Urteil einigen. Arbeitsrichterin Feyza Karagüzel hat die nächste Verhandlung auf Ende November angesetzt.

Vertrauensverlust

Der Anwalt des beklagten Textilkonzerns sagte bei der jüngsten Gerichtsverhandlung im September, die Entlassung des Klägers sei wegen des eingetretenen Vertrauensverlusts zu Recht erfolgt. Deshalb seien die finanziellen Forderungen des Klägers unberechtigt. Als Grund für die Entlassung nannte Beklagtenvertreter Alexander Wittwer den Umstand, dass der damalige CEO heimlich ein Telefongespräch mit Aufsichtsräten aufgezeichnet habe. Die Aufsichtsräte hätten über den Mitschnitt des Gesprächs nicht Bescheid gewusst. Der frühere Vorstandschef sagte bei seiner gerichtlichen Befragung, sein Jahresgehalt habe brutto 250.000 Euro betragen. Zudem sei vertraglich eine Bonuszahlung von 70 Prozent des Jahresgehalts vereinbart worden, wenn die wirtschaftlichen Ziele erreicht worden seien. Ziele seien gewisse Steigerungen beim Umsatz und Betriebsergebnis gewesen. Der Bonus hätte bei erfolgter Zielerreichung 175.000 Euro ausgemacht. Damit hätte das Brutto-Jahreseinkommen bes­tenfalls 425.000 Euro betragen.

Der Umsatz der Holding sei 2015 mit 131 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent gestiegen, gaben Unternehmenssprecher 2016 bekannt. Auch 2016 seien die wirtschaftlichen Ziele erreicht worden, sagte der 53-jährige Kläger vor Gericht. Dennoch habe er die vereinbarte Bonuszahlung nicht erhalten, gab der ehemalige Vorstandsvorsitzende zu Protokoll.

(Red.)

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