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Vorarlberg: Regierung und Krankenhaus Dornbirn melden sich zur Onkologie-Debatte

Landesrat Bernhard verteidigt die Vorgehensweise des Landes.
Landesrat Bernhard verteidigt die Vorgehensweise des Landes. ©Bernd Hofmeister
Nachdem heute bekannt wurde, dass die Kinderonkologie in Dornbirn vorerst keinen neuen Onkologen bekommen wird, melden sich nun das Krankenhaus Dornbirn und das Land zu Wort.
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Das Krankenhaus Dornbirn bekundetet in einer Aussendung das Bedauern über den “Rückschlag”, den die Kinderonkologie nun erfahren musste. Sämtliche Bemühungen würden darauf abzielen, die onkologische Versorgung in Kooperation mit der Uniklinik Innsbruck in Dornbirn weiterhin sicher zu stellen.

Der gemeinsam mit der Uniklinik und dem Land erarbeitete Maßnahmenplan, der sich in der Umsetzung befände, bringe für die betroffenen Familien Verbesserungen. Jedoch könnten erst mit der Anstellung von Kinderonkologen weiterhin intravenöse Chemotherapien in Dornbirn durchgeführt werden.

Auch andere Kliniken haben Bedarf

Die Stadt Dornbirn sei seit mehr als drei Jahren bemüht, Fachärzte in diesem Bereich zu finden, so das Krankenhaus. Die hochspezifizierte Ausbildung und die österreichweit geringe Anzahl solcher Fachärzte mache es jedoch für einen Einzugsbereich wie das Land Vorarlberg sehr schwierig. Auch größere Kliniken hätten zusätzlichen Bedarf an Kinderonkologen. Mit der Installierung eines eigenen Case Managements werde ab sofort die Betreuung der Familien verbessert.

Schon bisher war die Uniklinik in Innsbruck, eines der österreichweit drei Zentren für Kinderonkologie, die erste Anlaufstelle für an Krebs erkrankte Kinder aus Vorarlberg. Die Diagnose und die erste Chemotherapie erfolgten immer in Innsbruck. In Dornbirn konnten in Abstimmung mit den Fachärzten aus Innsbruck bisher weitere Chemotherapien durchgeführt werden. Mit der Pensionierung des Primararztes, der ausgebildeter Kinderonkologe war, fällt diese Möglichkeit weg.

Falsche Aussagen

Die Stadt Dornbirn behauptet, sie habe sich frühzeitig um eine Nachbesetzung bemüht, jedoch trotz intensiver Suche und Ausbildungsprogrammen von eigenen Fachärzten keine Lösung gefunden. Bei insgesamt etwas mehr als 50 Kinderonkologen in ganz Österreich sei der „Markt“ für solche hochspezifizierten Ärzte sehr klein. Dornbirner Fachärzte, die nach Innsbruck und Wien zur Ausbildung entsandt wurden, sind laut dem Dornbirner Krankenhaus an diesen Spezialkliniken geblieben. Aussagen, dass sich die Stadt nicht frühzeitig um eine entsprechende personelle Ausstattung gekümmert habe, oder zugewartet habe, seien deshalb falsch, so das Krankenhaus.

Sowohl die Bemühungen der Ausbildung von in Dornbirn tätigen Fachärzten als auch die Suche nach bereits ausgebildeten Spezialisten sollen nun fortgesetzt werden. Ein weiterer Schritt ist das Case-Management, das in Dornbirn für die betroffenen Familien eine deutliche Verbesserung bringen soll. Als Ansprechpartner soll es die Behandlung in Innsbruck, den Transport sowie die Unterbringung koordinieren und sicherstellen, dass die psychoonkologische Begleitung sowie die feinfühlige und kompetente Vor- und Nachsorge in Dornbirn bestmöglich gewährleistet wird.

“Kann keinen Onkologen zaubern”

Auch von Landesseite werde mit Hochdruck daran gearbeitet, alle Maßnahmen umzusetzen, die den betroffenen Eltern auch kommuniziert wurden, so Landesrat Christian Bernhard. Alles, was es an Unterstützung für eine Anlauf- und Nachbehandlungsstelle gebe, habe man gemacht. „Ich kann keinen Kinderonkologen zaubern“ sagt Bernhard. Ob die Wünsche der Eltern erfüllt werden können hängt davon ab, ob entsprechende Ärzte bereit sind, nach Vorarlberg zu kommen.

Weiters wurde Kontakt mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz aufgenommen betreffend die Möglichkeit zur Anerkennung des Zusatzfaches für Kinderonkologie von zwei Kinderärzten des Krankenhauses Dornbirn. Außerdem laufen Abklärungen betreffend der Möglichkeit von zwei zusätzlichen Kinderarzt-Ausbildungsstellen am Krankenhaus Dornbirn.

Bezüglich der Übernahme der Fahrt- und Transportkosten müssen die dazu notwendigen Beschlüsse in den zuständigen Gremien der VGKK noch getroffen werden.

(Red.)

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