Vorarlberg. transparent. – So haben wir die Daten ausgewertet
Mit Vorarlberg. transparent. wollen wir öffentliche Daten leichter zugänglich machen und verständlich aufbereiten. Das Transparenzportal des Landes Vorarlberg veröffentlicht Informationen zu Aufträgen, aber die Daten sind dort nicht einfach durchsuch-, vergleich- oder nach eigenen Kriterien filterbar. Wir haben sie deshalb aufbereitet und strukturiert. So lässt sich zum Beispiel nachvollziehen, welche Unternehmen besonders viele Aufträge erhalten haben, oder wie viel das Land für den Straßenbau ausgegeben hat.
Die Originaldaten des Landes bleiben die maßgebliche Quelle. Unsere Datenbank macht sie greifbarer.
Was wir ausgewertet haben
Grundlage ist die Datenbank „Aufträge des Landes Vorarlberg" auf dem Transparenzportal des Landes. Sie umfasst ausschließlich Aufträge des Landes Vorarlberg, nicht von Städten, Gemeinden oder anderen öffentlichen Einrichtungen.
Unsere Auswertung umfasst die Aufträge vom 1. Juli 2023 bis zum 31. Mai 2026. Der Grund für den Startzeitpunkt: Das Land hat sein Transparenzportal am 1. Juli 2023 gestartet. Davor wurden die Aufträge nicht in dieser Form veröffentlicht. Frühere Vergaben sind deshalb nicht enthalten.
Wir haben diese Daten ausgewertet und folgende Informationen aufbereitet:
- Auftragnehmer
- Auftragssumme
- Projektort
- Firmensitz des Auftragnehmers
- Projektbezeichnung
- Veröffentlichungsdatum
Wie wir Projektorte ermittelt haben
Einen offiziellen „Projektort" enthält der Datensatz des Landes nicht. Wir haben deshalb die Auftragsbezeichnungen automatisiert nach Ortsnamen durchsucht – zum Beispiel erkennt das System in „Straßensanierung Dornbirn, Höchsterstraße" den Ort Dornbirn. Projektort und Firmensitz sind in der Datenbank getrennt durchsuchbar.
Wie wir die Daten bereinigt haben
Wir haben die Rohdaten auf Fehler und Auffälligkeiten geprüft. Dabei sind uns folgende Arten von Problemen begegnet:
Eingabefehler: In einem Fall stand ein Auftrag mit zwölf Millionen Euro in den Daten – tatsächlich waren es 120.000 Euro. Ein klassischer Kommafehler. Solche Fehler haben wir korrigiert.
Mögliche Doppelzählungen: Manche Datensätze schienen denselben Auftrag mehrfach abzubilden. Wo ein Auftrag doppelt eingetragen war, haben wir ihn nur einmal gezählt.
Rahmenvereinbarungen und Abrufe: Bei Rahmenvereinbarungen wird zunächst ein Auftragsrahmen vergeben, aus dem später konkrete Leistungen abgerufen werden können. In den Daten scheinen teilweise sowohl die Rahmenvereinbarung als auch einzelne Abrufe daraus auf. Diese Abrufe haben wir nicht zusätzlich zur jeweiligen Rahmenvereinbarung addiert, wenn sie klar zuordenbar waren. Sonst würden dieselben Aufträge doppelt gezählt und die Summen einzelner Unternehmen künstlich erhöht.
Ausreißer: Ein einzelner Auftrag – der Stadttunnel in Feldkirch – macht einen erheblichen Teil der Gesamtsumme aus. Dieser Auftrag wurde über eine ARGE (Arbeitsgemeinschaft) vergeben und wird in der Datenbank dem Unternehmen Jäger Bau zugewiesen. In unserer Datenbank lässt sich dieser Auftrag gezielt ein- oder ausblenden, um Verzerrungen bei Gesamtauswertungen zu vermeiden.
Was die Daten nicht zeigen
Die Daten sagen, nach welcher Verfahrensart die Aufträge vergeben wurden, sagen aber nicht aus, warum ein Unternehmen den Zuschlag letztlich erhalten hat oder welche Kriterien bei der Vergabe ausschlaggebend waren.
Auch aus einer hohen Anzahl von Aufträgen oder einer hohen Auftragssumme können keine Rückschlüsse auf ein Fehlverhalten gezogen werden.
Unser Ziel ist es, nachvollziehbar zu machen, wohin öffentliche Gelder fließen und welche Informationen dazu bereits heute öffentlich zugänglich sind.
Die Veröffentlichung von Auftragssummen und Auftragnehmern bedeutet keine Bewertung der betroffenen Unternehmen oder der jeweiligen Vergabeentscheidung. Auffälligkeiten in den Daten sind für uns Anlass für journalistische Nachfragen, nicht automatisch ein Hinweis auf Unregelmäßigkeiten.
Jetzt bist du dran
Such selbst: nach deiner Gemeinde, nach einer Firma, nach einem bestimmten Projekt. Schau nach, welche Aufträge das Land vergeben hat – und an wen.
Dir fällt etwas auf? Ein Fehler in den Daten, oder eine Auffälligkeit, der wir nachgehen sollen? Schreib uns – in den Kommentaren oder per Mail an redaktion@vol.at. Wir prüfen jeden Hinweis.
(VOL.AT)