Vorarlberger Energiehandel übt scharfe Kritik an Spritpreisbremse: "Völlig inakzeptabel"
Die Maßnahme sieht vor, die Margen an Tankstellen um fünf Cent pro Liter zu senken. Für Konsumentinnen und Konsumenten sollen die Preissenkungen ab Donnerstag wirksam werden.
Der Vorarlberger Energiehandel übt jedoch deutliche Kritik an der Umsetzung. Landesobmann Peter Aberer verweist auf fehlende Planungssicherheit für die Betriebe.
Kritik an kurzfristiger Umsetzung
Laut Energiehandel seien die finalen Details der Verordnung erst rund fünf Stunden vor Inkrafttreten übermittelt worden. Aberer bezeichnet dies als "völlig inakzeptabel".
Unternehmen hätten innerhalb kürzester Zeit auf eine unklare Rechtslage reagieren müssen. Aus Sicht der Branche ist fraglich, ob die geplante Entlastung tatsächlich bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommt. Ein großer Teil der Preissenkung könnte laut Aberer im Markt verpuffen.
Wettbewerbssituation im Fokus
Der Energiehandel verweist zudem auf strukturelle Besonderheiten des österreichischen Kraftstoffmarktes. Rund 60 Prozent der Treibstoffe werden importiert, etwa 40 Prozent stammen aus der einzigen heimischen Raffinerie. Während große, vertikal integrierte Konzerne Margenkürzungen intern ausgleichen könnten, seien viele Betriebe – insbesondere in Vorarlberg – auf den Zukauf angewiesen.
Dadurch entstehe laut Aberer eine Wettbewerbsverzerrung zulasten regionaler Anbieter. Viele Unternehmen könnten die vorgegebenen fünf Cent weder weitergeben noch kompensieren und müssten Treibstoff teils teurer am Spotmarkt einkaufen.
Sorgen um kleine Betriebe und Versorgung
Besonders betroffen seien kleine und mittelständische Betriebe im ländlichen Raum. Laut Energiehandel stehe für manche Unternehmen die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel.
Die Branche warnt in diesem Zusammenhang auch vor möglichen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Verlässliche Rahmenbedingungen seien notwendig, um die Versorgung langfristig zu gewährleisten.
(VOL.AT)