Vorarlberger Industrie erwartet Ende der Rezession mit Wirtschaftswachstum
Wirtschaftsexperte Martin Hebertinger sieht den Grund für den vorsichtigen Optimismus vor allem in der gestiegenen Konsumbereitschaft der Verbraucher, die nach besseren Lohnabschlüssen und sinkender Inflation wieder mehr ausgeben.
Verbraucher als Motor der Erholung
Die Konsumenten haben wieder Vertrauen gefasst und sind bereit, Geld für Anschaffungen auszugeben, die sie zuvor aufgeschoben hatten. Statt mit abgefahrenen Sommerreifen weiterzufahren, investieren sie nun in neue, erklärt Wirtschaftsprofessor Hebertinger gegenüber dem ORF. Diese Entwicklung basiert auf verbesserten Lohnvereinbarungen und einer weniger stark spürbaren Teuerung.
Moderates Wachstum als Chance
Das einprozentige Wirtschaftswachstum markiert eine sanfte Kehrtwende von der Rezession hin zu einem Aufschwung. Stärkeres Wachstum wäre derzeit sogar kontraproduktiv, da es den bereits bestehenden Fachkräftemangel verstärken würde. Jährlich scheiden Zehntausende Arbeitskräfte altersbedingt aus dem Erwerbsleben aus, wodurch Nachbesetzungen und Weiterqualifizierungen notwendig werden.
Neue Handelspartner werden wichtiger
Durch die Unberechenbarkeit der USA unter Donald Trump müssen Österreich und Europa alternative Märkte erschließen. Das Freihandelsabkommen Mercosur mit südamerikanischen Ländern bietet neue Möglichkeiten für stabilere Wirtschaftsbeziehungen. Auch Indien rückt als Handelspartner in den Fokus, wie der ORF berichtet. Positive Auswirkungen auf die Inflation: Das prognostizierte Wachstum könnte dabei helfen, die Inflationsrate auf zwei Prozent zu reduzieren. Da die Europäische Zentralbank einheitliche Zinssätze für alle Mitgliedstaaten festlegt, können diese je nach wirtschaftlicher Lage der einzelnen Länder unpassend sein. Voraussetzung für eine erfolgreiche Inflationsdämpfung sind jedoch maßvolle Lohnsteigerungen.
(VOL.AT)