Vorarlberger Raiffeisenbanken hielten 2025 EGT und Überschuss stabil
Zinsrückgang drückt Erträge, Kosten sinken
Die Betriebserträge gingen aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus von 443,3 auf 397,3 Millionen Euro zurück. Darauf habe man mit einem konsequenten Kostenmanagement – die Betriebsaufwendungen sanken auf 234,1 Millionen Euro (2024: 241 Millionen) – geantwortet, sagte Alge.
Auch sei man mit dem Risiko-Ergebnis sehr zufrieden, man habe lediglich Wertberichtigungen im Ausmaß von 19 Millionen Euro vornehmen müssen – und das bei Forderungen an Kunden in Höhe von 10,24 Milliarden Euro (2024: 10,15 Milliarden). Das Volumen der Einlagen wuchs auf 8,85 Milliarden Euro (2024: 8,57 Milliarden) an, das verwaltete Kundenvermögen belief sich 2025 auf insgesamt 12,3 Milliarden Euro (2024: 11,74 Milliarden).
Entscheidungen werden in Vorarlberg getroffen
Alge unterstrich weiters die Stabilitätskennzahlen. Die Kernkapitalquote lag bei 19,7 Prozent (2024: 18,9), die Gesamtkapitalquote bei 20,9 Prozent (2024: 20). Die Kosten-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) betrug 58,9 Prozent (2024: 54,4). Eigenmittel in Höhe von knapp 1,8 Milliarden Euro erlaubten es, eine autonome Bankengruppe zu bleiben. "Entscheidungen werden in Vorarlberg getroffen und nur in Vorarlberg", betonte Alge.
In Sachen Neukredite wurden im vergangenen Jahr 1,57 Milliarden Euro (2024: 1,35 Milliarden) vergeben, damit war das Niveau von 2022 (1,92 Milliarden) aber noch ein Stück entfernt. Auf den privaten Wohnbau entfielen davon 394 Millionen Euro (2024: 323 Millionen). Dieser Sektor zog damit zum dritten Mal in Folge an, das erreichte Volumen entsprach aber nur in etwa der Hälfte von jenem im Jahr 2022 (790 Millionen).
Raiffeisen investiert als Bauherr aktuell selbst in mehrere Wohnbau- und Infrastrukturprojekte. Außerdem wird für Personen unter 40 Jahren auch ein Wohnbaukredit mit Zinsrabatt und fixen Zinsen angeboten. Die Investition in ein eigenes Heim sei die wichtigste Entscheidung für die Pension, sagte Alge. Ebenso riet er zu Anlagen in Aktien. "Es wird zu wenig über den Zinseszinseffekt gesprochen: Der ist ein Wunder", stellte der Vorstandsvorsitzende fest. Dieser könne auch bei angelegten Kleinbeträgen über die Jahre "große Kraft" entfalten.
Über 1.500 Mitarbeitende
Die Raiffeisen Landesbank (RLB), die gemeinsam mit 15 selbstständigen Raiffeisenbanken die RBV bildet, erreichte 2025 ein Betriebsergebnis von 25,2 Millionen Euro (2024: 28,2 Millionen). Das EGT betrug 25,1 Millionen Euro (2024: 11,9 Millionen), aus dem ein Jahresüberschuss in Höhe von 18,8 Millionen Euro (2024: 9,3 Millionen) resultierte. Die RBV hat nach eigenen Angaben über 240.000 Privat- und 20.000 Firmenkunden. Die Mitarbeiterzahl nahm im vergangenen Jahr von 1.530 auf 1.543 Personen leicht zu.
(APA)