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Vorarlberger Sandro Bartenbach über Raketenangriffe in Dubai

Immobilienmakler Sandro Bartenbach wohnt in Dubai.
Immobilienmakler Sandro Bartenbach wohnt in Dubai. ©Privat
Seit September lebt der Vorarlberger Immobilienmakler Sandro Bartenbach in Dubai. Nach jüngsten Raketen- und Drohnenangriffen schildert er im Gespräch mit VOL.AT eine "erstaunlich entspannte" Lage vor Ort – trotz sichtbarer Rauchwolken am Himmel.

Dubai steht dieser Tage im Fokus internationaler Berichterstattung. Hintergrund sind Raketen- und Drohnenangriffe im Zuge des eskalierenden Konflikts zwischen Iran, Israel und den USA. Auch Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurden ins Visier genommen – vor allem US-Stützpunkte. Wie aber fühlt sich die Lage für Menschen an, die dort leben?

Einer von ihnen ist der Vorarlberger Sandro Bartenbach. Der Immobilienmakler wohnt seit September in Dubai, rund 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

"Man hört zwei, drei laute Knaller"

"Es kann passieren, dass eine abgefangene Rakete über 100 Kilometer entfernt explodiert. Dann hörst du zwei, drei laute Knaller", sagt Bartenbach gegenüber VOL.AT. "Das ist ein ähnlicher Effekt wie bei Lawinensprengungen im Ländle."

Tatsächlich betreiben die Emirate ein eigenes Abwehrsystem, das Raketen und Drohnen in der Luft zerstört. Am Himmel seien dabei mitunter Rauchwolken sichtbar gewesen. "Aber zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass wir hier direkt betroffen sind", betont der Vorarlberger.

Sandro gemeinsam mit seinem Papa Rene Bartenbach. ©Privat

Er lebt im Stadtteil JVC (Jumeirah Village Circle), etwas abseits von Downtown Dubai und rund 15 bis 20 Kilometer vom Strand entfernt. Auch dort, erzählt er, sei von Panik nichts zu spüren. "Die Strände sind normal besucht, die Leute liegen am Beach. In den Malls ist ganz normaler Betrieb."

Zahlen aus dem Verteidigungsministerium

Laut offiziellen Angaben des Verteidigungsministeriums der VAE wurden 174 Raketen abgefeuert, 161 davon abgefangen. 13 seien ins Meer gestürzt. Zudem seien 689 Drohnen in Richtung Emirate geschickt worden, 645 davon habe man abgeschossen. 44 Drohnen oder Trümmerteile seien im Land niedergegangen, Infrastruktur sei jedoch nicht getroffen worden.

Die Angaben sind über die Social-Media-Kanäle des Ministeriums öffentlich einsehbar und können unabhängig nicht überprüft werden.

"Der Präsident spaziert durch die Mall"

Für Bartenbach ist ein Detail besonders bezeichnend: "Gestern ist der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate ganz gemütlich durch die 'Dubai Mall' beim Burj Khalifa spaziert." Für ihn ein Signal. "Wenn es wirklich so hitzig wäre, wie oft dargestellt, würde das wohl kaum passieren."

Die Dubai Mall in Downtown Dubai, direkt neben dem Burj Khalifa. ©AFP

Auch wirtschaftlich zeigt sich ein gemischtes Bild. Als Immobilienmakler betreut Bartenbach internationale Kunden. "Wir bekommen natürlich die eine oder andere Absage, weil manche Investoren abwarten. Andere sagen aber: Die Preise sind günstiger geworden, jetzt investieren wir erst recht."

Von Panikkäufen oder geschlossenen Büros könne keine Rede sein. "95 Prozent der Offices sind normal geöffnet. Das Leben läuft weiter."

Neutralität als Strategie

Politisch, so Bartenbach, versuchten die Vereinigten Arabischen Emirate bislang, sich aus einer direkten Beteiligung herauszuhalten. "Die VAE sind nicht im Krieg mit Israel. Angegriffen wurden vor allem US-Stützpunkte." Gleichzeitig habe die Regierung angekündigt, man werde neutral bleiben, behalte sich aber Maßnahmen vor, sollte eigene Infrastruktur direkt attackiert werden.

Sein persönliches Gefühl? "Ich sehe nicht, dass wir hier zum Mittelpunkt des Konflikts werden."

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(VOL.AT)

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