Vorarlberger Ski-Hersteller kämpfte zuletzt mit Millionenverlusten
Hohe Verluste
Das zeigen jedenfalls die zuletzt veröffentlichten Jahresabschlüsse 2023 und 2024 des Unternehmens, das sich seit 2019 fast zur Gänze im Eigentum der tschechischen Firmengruppe ConsilSport s. r. o. befindet. So verschlechterte sich das Betriebsergebnis der Kästle GmbH in Hohenems zwischen 2023 und 2024 von minus 5,7 Millionen Euro auf minus 9,9 Millionen Euro.
Das Ergebnis vor Steuern sank von minus 5,9 Millionen Euro auf minus 10,5 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb 2024 ein Jahresfehlbetrag von minus 10,5 Millionen Euro stehen. In der Bilanz drehte das Eigenkapital von vormals plus 9,8 Millionen Euro auf minus 664.000 Euro. Der Bilanzverlust stieg folglich um mehr als zehn Millionen Euro auf minus 27,8 Millionen Euro.
"Sehr schwieriges wirtschaftliches Spannungsfeld"
In dem im September 2025 veröffentlichten Lagebericht zum Jahresabschluss 2024 heißt es, dass sich der Ski-Hersteller weiterhin in einem "sehr schwierigen wirtschaftlichen Spannungsfeld" befunden habe. Die nach wie vor hohen Lagerbestände des Einzelhandels aus der Corona-Zeit und die deutlich spürbare Kaufzurückhaltung der Endkunden im Einzelhandel hätten sich auch 2024 global fortgesetzt.
Ausländische Tochterfirmen auch negativ
Zur Kästle GmbH gehören die Tochterfirmen Kästle USA, Kästle Schweiz, Kästle Norwegen und Kästle Tschechien. Die Gesellschaften in der Schweiz, Norwegen und USA kamen 2024 zusammengenommen auf ein Ergebnis von minus 1,6 Millionen Euro. Die Beteiligung an Kästle USA sei 2024 auf einen Euro abgewertet worden.
Millionenschwere Stützungen durch die Muttergesellschaft
Im Jahresbericht 2024 wird explizit darauf hingewiesen, dass die Gesellschaft insolvenzrechtlich nicht überschuldet ist. So habe die Muttergesellschaft nicht nur zusätzliche Gelder zugesagt, sondern auch auf die Rückzahlung von gewährten Darlehen verzichtet. In Summe waren das allein 2024 an die 8,5 Millionen Euro. Schon im Jahr davor gab es einen Gesellschafterzuschuss von 8,5 Millionen Euro.
Produktion von Ski und Bikes in Tschechien
Für 2025 zeigte man sich zum Zeitpunkt des Verfassens des Lageberichts im September 2025 optimistischer, etwa was die Absatzzahlen betrifft. Zudem hat Kästle wie berichtet im Jahr 2024 eine eigene E-Mountainbike-Serie auf den Markt gebracht, wovon man sich weitere Umsatzsteigerungen erwarte. Die Bikes werden von der Firma Bike Fun International s. r. o. in Tschechien produziert. Auch die Ski-Produktionsgesellschaft befindet sich in Tschechien.
Einer von drei Geschäftsführern ausgeschieden
Weitergehende wpa-Recherchen haben ergeben, dass jüngst der langjährige Geschäftsführer und frühere Kästle-Miteigentümer Alexander Lotschak (Jg. 1969) aus der Geschäftsführung ausgeschieden ist. Eine Anfrage bei der Pressestelle von Kästle am Donnerstag ergab, dass man sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht zu der Veränderung in der Geschäftsführung äußern könne.
Lotschak war einer von drei Kästle-Geschäftsführern. Weiterhin in der Geschäftsführung tätig sind derzeit David Novak und Markus Weeger. Im Jahresdurchschnitt 2024 beschäftigte Kästle rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
(wpa/gübi)