Vorarlberger Tradition trifft Streetfood: So schmeckt die verrückte Kombi Kässpätzleburger
Auf der Heimfahrt ist es ungewöhnlich ruhig im Auto. Der Burger hat sichtlich satt gemacht. Kein Wunder: Burger, Kässpätzle und Wedges auf einmal. Doch hat das auch geschmeckt? Reporterin Laura und Redaktions-Trainee Silja wurden vom neuen Gericht aus Göfis überrascht – ob positiv oder negativ, zeigt das Video.
Das Burgertasting von Laura und Silja:
America meets Vorarlberg
Für Menschen mit Entscheidungsschwierigkeiten ist diese neue Kreation tatsächlich eine Erleichterung. Man muss nicht zwischen Burger oder "Käsknöpfle", also Fastfood oder Tradition, wählen. Man bekommt einfach beides im Restaurant Brunnenwald in Göfis.
Mehrere Monate Entwicklung
Entwickelt wurde der Burger von Köchin und Betreiberin Claudia Lampert. "Ich bin nicht so der Fleischliebhaber, mag aber Burger und Kässpätzle", erklärt sie beim Besuch von VOL.AT. Rund ein halbes Jahr hat sie an der Idee getüftelt und an der Umsetzung gefeilt.
Der Kern sollte cremig sein, das Patty aber trotzdem stabil bleiben. Es sei eben nicht einfach nur ein Klacks Kässpätzle im Brot. Es steht und fällt mit der richtigen Zubereitung des Kässpätzle-Pattys. Seit etwa einem Monat steht der Burger nun in dieser Form auf der Karte, wie wir ihn serviert bekommen.
Knusprig, weich, cremig, frisch
Der erste Eindruck: üppig. Beim ersten Bissen erwischen wir am Rand vor allem Soße. Mit dieser wurde keinesfalls gespart. Sie landet auch dort, wo sie eigentlich nicht landen soll. Schön essen lässt sich der Burger nicht. Aber genau das erwartet man von einem klassischen Burger. Was hingegen tatsächlich hält, ist das Kässpätzle-Patty.
Dass das Brötchen keine Brioche ist wie sonst, erweist sich als gute Entscheidung. Das knusprige Brot sorgt bei der weichen Füllung für die nötige Stabilität. Röstzwiebeln bringen zusätzlichen "Crunch". Der Salat und die Tomate sorgen für etwas Frische.
Einprägsame Soße
Die Spezialsoße bleibt geheim, hinterlässt aber Eindruck – inklusive deutlicher Zwiebelnote. Ein Burger, nach dem man weiß, was man gegessen hat. Und vielleicht auch die Mitmenschen. Einer also, den man nicht direkt vor einem Date, Zahnarzttermin oder Kundengespräch bestellen sollte.
Klassisches Winter- oder Kateressen
Zu zweit teilen wir uns einen Burger und sind danach satt. Ein ganzer Burger mit Wedges wäre uns gegen Mittag wohl etwas schwer im Magen gelegen. Für heiße Sommertage ist diese Kombination vermutlich zu viel, an kalten Winterabenden oder als klassisches Kateressen trifft sie dafür genau den richtigen Nerv.
Unser Fazit
Wir waren vorab ehrlich skeptisch – und wurden positiv überrascht. Der "Ländle-Börger" ist kein Marketing-Gag, sondern eine durchdachte Kombination, die besser funktioniert, als man erwartet. Die Zutaten sind harmonisch aufeinander abgestimmt und keinesfalls ein Einheitsbrei. Der Geschmack und die Konsistenz des Burgers überzeugen.
Persönlicher Hauptdarsteller
Die Wedges sind zwar als Nebendarsteller gedacht, aber unser persönliches knuspriges Highlight. Trotzdem ist es womöglich die klügere Wahl, statt den Kartoffeln den Beilagensalat zu bestellen - für mehr Frische und weniger Kalorienbombe. Wir sind der Meinung, dass der Burger zu zweit völlig ausreicht, wenn man danach nicht zum Schnaps oder Verdauungsschläfchen zurückgreifen möchte.
Für Restaurantbesuche, bei denen man vornehm mit Tischmanieren überzeugen möchte, ist der Burger eher nicht die richtige Wahl. Für Vegetarier, die es gerne herzhaft mögen, ist er hingegen eine spannende Alternative. Manchmal ist es einfach gut, sich nicht entscheiden zu müssen. Und mehr Vorarlberg in einem Burger geht wahrscheinlich nur schwer.
(VOL.AT)