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Vorarlbergs Volksschüler liegen unter dem Österreich-Schnitt.
Vorarlbergs Volksschüler liegen unter dem Österreich-Schnitt. ©Canva Pro / Symbolbild

Vorarlbergs Volksschulen: Nur Wien schneidet schlechter ab

84 Prozent der Viertklässler in Österreich erreichen in Mathematik die Standards, in Deutsch nur 59 Prozent. Vorarlberg liegt unter dem Österreich-Schnitt. In der Städteauswertung fällt Feldkirch sowohl in Mathematik als auch im Lesen unter den Vorarlberg-Mittelwert.

Österreichs Volksschüler werden in Mathematik immer besser – das zeigt der neue Bundesbericht zur individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKM PLUS),. 84 Prozent der Viertklässler haben die Bildungsstandards zuletzt erreicht oder sogar übertroffen. In Deutsch hingegen bleibt die Lage angespannt: Nur 59 Prozent schafften im Kompetenzbereich Lesen zumindest die Vorgaben. Probleme gibt es vor allem an Brennpunktschulen.

Im Bundesländervergleich liegt Vorarlberg jedoch sowohl in Mathematik als auch in Lesen unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Ergebnisse in Vorarlberg in Kürze

  • Unter dem Bundesschnitt: Viertklässlerinnen und Viertklässler in Vorarlberg erreichen in allen getesteten Kompetenzbereichen – Mathematik sowie Deutsch (Lesen, Zuhören, Textproduktion, sprachliche Richtigkeit) – niedrigere Werte als der Österreich-Durchschnitt.
  • Im Ländervergleich im hinteren Feld: Im Vergleich mit den anderen Bundesländern liegt Vorarlberg meist unter fast allen Ländern. Nur Wien weist in den Deutsch-Kompetenzbereichen noch niedrigere Ergebnisse auf.
  • Herausfordernde soziale Rahmenbedingungen: Die sozioökonomische Ausgangslage (SÖL) der Schulen ist im Bundesvergleich weniger günstig – lediglich Wien hat einen noch höheren Anteil an Standorten mit schwierigen Voraussetzungen.
  • Leistungen trotz Vergleichsgruppen leicht schwächer: Auch wenn man Schulen mit ähnlicher sozioökonomischer Struktur vergleicht, liegen die Ergebnisse Vorarlbergs meist etwas unter jenen der anderen Bundesländer (ausgenommen Wien).
  • Unter dem statistisch erwarteten Wert: Rechnet man die Zusammensetzung der Schülerschaft heraus (populationsadjustiert), bleiben die Leistungen unter dem erwartbaren Bereich. Besonders deutlich ist die Abweichung im Fach Deutsch – konkret beim Verfassen von Texten bzw. in der Textproduktion.

Die Ergebnisse für ganz Österreich

Mathe: Aufwärtstrend – auch im Ländle spürbar

Bundesweit steigen die Mathematik-Mittelwerte seit Beginn der Bildungsstandardüberprüfungen 2010 kontinuierlich. 18 Prozent der Kinder gelten inzwischen als "Spitzenmathematiker", acht bis neun Prozent verfehlen die Standards deutlich. Auch bei der internationalen Volksschul-Vergleichsstudie TIMSS legt Österreich in Mathe seit Jahren zu und schneidet überdurchschnittlich ab.

Vorarlberg kommt im aktuellen Bericht auf 485 Punkte in Mathematik und liegt damit signifikant unter dem Österreich-Schnitt von 500 Punkten. Allerdings entsprechen die Ergebnisse laut Bericht ziemlich genau dem Wert, der angesichts der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft zu erwarten war.

Mit anderen Worten: Die Schulen leisten das, was unter den jeweiligen Rahmenbedingungen möglich ist.

Deutsch-Probleme und wenige Spitzenleser

Deutlich kritischer ist die Lage im Fach Deutsch. Österreichweit haben zwischen 2022/23 und 2024/25 nur 59 Prozent der Viertklässler im Lesen die Standards erreicht. 15 Prozent verfehlten sie klar, weitere 27 Prozent nur teilweise. Besonders gute Leserinnen und Leser bleiben mit sieben Prozent eine kleine Gruppe. Getestet wurden fast 15.800 vierte Klassen.

Gegenüber 2015, als zuletzt Bildungsstandards in Deutsch erhoben wurden, gab es im Kompetenzbereich Lesen keine Verbesserungen mehr.

"Sprachliche Richtigkeit": 73 Prozent erreichen Standard nicht

In der Kategorie Zuhören ging es etwas bergauf, in der Kategorie Textproduktion ebenso. Beim Kriterium "Sprachliche Richtigkeit" (korrekte Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung) haben allerdings gleich 73 Prozent die Standards nicht oder nur teilweise erreicht.

Mehr Kinder ohne Erstsprache Deutsch

Die Studienautorinnen und -autoren weisen darauf hin, dass sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben. Seit 2009 ist der Anteil an Kindern mit einer anderen Erstsprache als Deutsch stark gestiegen. Zudem wirkten sich die Corona-Jahre mit Distance Learning auf alle getesteten Jahrgänge aus.

Welche langfristigen Effekte das hatte, ist noch nicht vollständig geklärt.

Bundesländer ähnlich - Burgenland mit Spitzenwerten

Zwischen den Bundesländern unterscheiden sich die Ergebnisse in den meisten Fällen kaum. Ausreißer nach oben ist das Burgenland mit Spitzenwerten in Lesen und Mathe (532 bzw. 528 Punkte; Österreich-Mittelwert: 500), bedeutend bessere Ergebnisse liefern beim Lesen außerdem noch Kärnten (517) und Salzburg (515).

24 Prozent der Schulen in Vorarlberg mit "schwierigsten Lernvoraussetzungen"

Signifikant unter dem Österreich-Schnitt landen Wien (Mathe: 482 Punkte, Lesen: 475 Punkte) und Vorarlberg (Mathe: 485), die Ergebnisse entsprechen allerdings recht genau dem angesichts der Schülerschaft erwarteten Wert. In Vorarlberg fallen 24 Prozent der Schulen bei der "Sozioökonomischen Ausgangslage" (SÖL) in die untersten Kategorien eins und zwei, unterrichten also besonders viele Kinder mit Migrationshintergrund und einer anderen Erstsprache als Deutsch, deren Eltern einen niedrigen Bildungsabschluss haben und wenig verdienen. Gerade diese Faktoren wirken sich stark auf die Leseleistungen aus.

In Wien fallen sogar 58 Prozent in die beiden Stufen mit den schwierigsten Lernvoraussetzungen, im Rest von Österreich gerade einmal 14 Prozent. Im Burgenland und Tirol gibt es keine einzige Schule in der SÖL-Kategorie eins, in Kategorie zwei sind es gerade einmal drei bzw. sechs Prozent der Standorte.

Feldkirch liegt in Mathematik unter Vorarlberg-Schnitt

Vergleichsweise schlechtere Ergebnisse haben auch andere größere Städte geliefert, wo gleichzeitig die meisten Schulen mit niedriger SÖL-Kategorie zu finden sind: In Mathematik liegt das Ergebnis in neun der 20 untersuchten Städte unter dem Mittelwert, der für ihr Bundesland ausgewiesen wird (Linz, Wels, Steyr, Traun, St. Pölten, Wiener Neustadt, Innsbruck, Feldkirch, Eisenstadt).

Montfortstadt weit abgeschlagen

Beim Lesen landen zusätzlich noch Graz, Salzburg Stadt und Villach unter ihrem jeweiligen Bundesland-Mittelwert. Am weitesten abgeschlagen sind u.a. Wels (Lesen: 444, Mathe: 449), Traun (458, 461), Feldkirch (467, 466) und Wiener Neustadt (469, 474).

Ergebnisse der achten Schulstufe im Herbst

Bei der iKM PLUS werden jährlich alle Kinder in der 3. und 4. Klasse Volksschule (Deutsch/Lesen, Mathematik) und in der 3. und 4. Klasse Mittelschule/AHS-Unterstufe (Deutsch, Englisch, Mathe) getestet. Dazu kommen einmal in drei Jahren die Kompetenzbereiche Zuhören bzw. Verfassen von Texten. Die Ergebnisse der 4. Klasse Mittelschule und AHS-Unterstufe sollen im Herbst erscheinen.

<<< Hier geht's zum gesamten Bundesergebnisbericht >>>

(APA)

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