AA

Vorsicht vor giftigen Pflanzen: Diese Gartengewächse können gefährlich werden

Besonders Kinder sind gefährdet. ©Canva Pro / Themenbild

Nicht nur in der freien Natur, sondern auch in Wohnungen, auf Balkonen und im heimischen Garten wachsen Pflanzen, die bei Menschen Vergiftungen auslösen können.

Besonders Kinder sind gefährdet, da sie Blätter, Beeren oder Blüten häufig aus Neugier in den Mund nehmen. Experten raten deshalb, bereits bei einem Verdacht auf eine Vergiftung rasch die Vergiftungsinformationszentrale zu kontaktieren.

Ob Zimmerpflanze oder Gartengewächs: Viele Pflanzen enthalten giftige Inhaltsstoffe. Während kleine Mengen häufig nur leichte Beschwerden verursachen, können manche Pflanzen bereits in geringen Dosen lebensbedrohlich sein. Besonders bei Kleinkindern sollte nach dem Verzehr einer möglicherweise giftigen Pflanze immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die Vergiftungsinformationszentrale ist rund um die Uhr unter 01 406 43 43 erreichbar und bietet rasche Hilfe bei Verdachtsfällen.

So schützt man sich vor Pflanzenvergiftungen

Wer sich im Garten oder in der Natur aufhält, sollte grundsätzlich keine unbekannten Pflanzen, Beeren oder Früchte essen. Selbst gesammelte Pflanzen sollten nur verwendet werden, wenn sie eindeutig bestimmt werden können.

Eltern wird empfohlen, Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen regelmäßig zu überprüfen und stark giftige Arten möglichst zu entfernen oder außerhalb der Reichweite von Kindern aufzustellen. Zwar spucken Kinder bitter schmeckende Pflanzenteile oft rasch wieder aus, dennoch können Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auftreten.

Auch die Menge, der Reifegrad einer Pflanze und die Art der Zubereitung spielen eine Rolle. Manche Pflanzen sind roh weniger gefährlich als in konzentrierter Form, etwa als Smoothie oder Tee.

Mögliche Symptome einer Vergiftung

Je nach Pflanze und aufgenommener Menge können folgende Beschwerden auftreten:

  • Schleimhautreizungen
  • verstärkter Speichelfluss
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Bläschen nach Hautkontakt

Bei schweren Beschwerden oder dem Verdacht auf eine stark giftige Pflanze sollte umgehend medizinische Hilfe verständigt werden.

Erste Hilfe bei Pflanzenvergiftungen

Wurde versehentlich eine kleine Menge einer Pflanze gegessen, empfehlen Experten folgende Maßnahmen:

  • Mund gründlich mit Wasser ausspülen.
  • Schluckweise Wasser trinken.
  • Kein Erbrechen auslösen.
  • Wenn möglich Pflanzenteile zur Identifizierung aufbewahren.
  • Die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43 kontaktieren.
  • Bei Augenkontakt die Augen etwa zehn Minuten mit fließendem Wasser spülen.
  • Haut gründlich mit Wasser und Seife reinigen.

Bei schweren Symptomen oder Bewusstlosigkeit ist sofort der Notruf 144 zu wählen.

Diese Pflanzen gelten als leicht giftig

Ein Verschlucken kleiner Mengen ist meist unbedenklich, dennoch können Beschwerden auftreten.

Zimmerpflanzen:

  • Birkenfeige (Ficus benjamina)
  • Gummibaum
  • Orchidee
  • Strahlenaralie
  • Weihnachtskaktus

Gartenpflanzen:

  • Lampionblume
  • Efeu
  • Rosskastanie
  • Scheinerdbeere
  • Vogelbeere
  • Eberesche
  • Wilder Wein

Pflanzen mit mäßiger Giftigkeit

Diese Pflanzen können bereits in kleinen Mengen Magen-Darm-Beschwerden oder Schleimhautreizungen verursachen.

Zimmerpflanzen:

  • Amaryllis
  • Philodendron
  • Einblatt
  • Dieffenbachie
  • Efeutute
  • Flamingoblume
  • Glücksfeder
  • Klivie
  • Korallenbäumchen
  • Weihnachtsstern

Gartenpflanzen:

  • Buchsbaum
  • Rote Heckenkirsche
  • Kirschlorbeer
  • Lebensbaum
  • Gemeiner Liguster
  • Mistel
  • Gelbe Narzisse
  • Stechpalme
  • Tulpe

Stark giftige Pflanzen

Bei diesen Pflanzen können bereits geringe Mengen schwere oder sogar lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen.

  • Eibe (vor allem Nadeln und Samen)
  • Blauer Eisenhut (gilt als giftigste Pflanze Europas, auch Hautkontakt vermeiden)
  • Herbstzeitlose (häufige Verwechslung mit Bärlauch)
  • Maiglöckchen (ebenfalls Verwechslungsgefahr mit Bärlauch)
  • Oleander (alle Pflanzenteile sind stark giftig)

Bei Verdacht auf den Verzehr einer dieser Pflanzen sollte sofort die Vergiftungsinformationszentrale verständigt und bei schweren Symptomen unverzüglich der Notruf 144 gewählt werden.

Auch Lebensmittel können giftig werden

Nicht nur Zierpflanzen bergen Risiken. Auch einige Lebensmittelpflanzen enthalten giftige Stoffe, wenn sie falsch verwendet werden. So enthalten grüne Stellen und Keime von Kartoffeln das Gift Solanin und sollten nicht gegessen werden. Muskatnuss wiederum sollte nur sparsam verwendet werden, da größere Mengen unter anderem Kopfschmerzen oder Halluzinationen auslösen können.

Mit dem richtigen Umgang und etwas Vorsicht lassen sich Pflanzenvergiftungen in den meisten Fällen vermeiden. Wer unsicher ist, sollte im Zweifelsfall nicht zögern und fachlichen Rat einholen. (VOL.AT)

Quelle: Sicheres Vorarlberg

  • ADMIN AT
  • Vorarlberg
  • Vorsicht vor giftigen Pflanzen: Diese Gartengewächse können gefährlich werden