"Vorurteile und Angst": Wie schwierig der Weg zur ersten Hanfmesse im Ländle war
Die Messe trägt den Namen "LändleCan". Für die Veranstalter Christian Graupeter und Reinhold Hartmann ist sie mehr als eine Produktschau. Sie verstehen das Projekt als Versuch, ein emotional aufgeladenes Thema zu versachlichen – in einem Bundesland, in dem Hanf noch immer Misstrauen auslöst.
Wunsch aus dem eigenen Bundesland
Die Idee entstand nicht im Ländle selbst, sondern auf Hanfmessen im Ausland. Dort trafen Graupeter und Hartmann immer wieder Besucher aus Vorarlberg, die sich eine vergleichbare Veranstaltung zu Hause wünschten. Dabei sei das Potenzial vorhanden: Im Ländle gebe es Hanfbauern und mehr als 20 Unternehmen, die mit Hanf arbeiten oder entsprechende Produkte vertreiben. Was fehle, seien Information und sachliche Aufklärung.
Aufklärung statt Klischees
Hanf werde häufig pauschal mit Drogen gleichgesetzt, sagt Graupeter. Diese Verkürzung halte sich hartnäckig. Viele Menschen hätten Fragen: Was ist erlaubt? Was nicht? Welche Teile der Pflanze dürfen genutzt werden? Genau hier wolle die Messe ansetzen und einen niederschwelligen, offenen Zugang ermöglichen. Auch der medizinische Aspekt soll auf der Messe einen Schwerpunkt bilden.
Das Ausstellungsspektrum soll bewusst breit sein. Gezeigt werden Hanfprodukte ebenso wie Anbau- und Growsysteme, Bekleidung, Lebensmittel mit Hanfanteil und Nahrungsergänzungsmittel. Auch Themen wie Energie und Nachhaltigkeit – etwa Balkonkraftwerke – sind Teil des Konzepts. Aussteller aus der Schweiz, Deutschland und Tschechien haben ihr Kommen angekündigt.
Genehmigungen als Herausforderung
Der Weg zur Umsetzung war allerdings mühsam. "Es war nicht einfach", sagt Graupeter. Vorurteile und Angst gegenüber der Pflanze hätten den Prozess erschwert. Obwohl ausschließlich Nutzhanf Thema sei, seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Österreich streng und komplex.
Die beiden Unternehmer arbeiten selbst mit Produkten, die Hanf enthalten. Für die Verarbeitung gelten Vorgaben aus dem Lebensmittelgesetz, der Alkoholverordnung und dem Betäubungsmittelrecht. Mit Blüten oder potenten Blättern dürfe nicht gearbeitet werden, auch der THC-Grenzwert sei klar definiert. Regelmäßige Analysen seien notwendig, um die Verkehrsfähigkeit der Produkte sicherzustellen.
Zwischen Skepsis und Offenheit
Die gesellschaftliche Haltung erlebt Graupeter als widersprüchlich. Öffentlich dominiere Zurückhaltung, in persönlichen Gesprächen zeigten sich viele Menschen deutlich offener. Vor allem im medizinischen Bereich bestehe der Wunsch nach einer sachlichen, ehrlichen Diskussion. Die Messe bietet hierfür die ideale Grundlage. Hier gibt es alle Informationen zur Veranstaltung.
(VOL.AT)