AA

Vorwürfe gegen Dornbirner Arzt: Jetzt sprechen Patienten

©VOL.AT
Nach den am Freitag bekannt gewordenen Ermittlungen gegen einen Dornbirner Arzt, der wiederholt gegen Corona-Auflagen verstoßen habe, melden sich nun Patienten zu Wort, die die Vorwürfe weiter festigen.

Ein Patient der sich bei VOL.AT gemeldet hat, zeigt sich schockiert und verärgert über das, was er in der Praxis des Dornbirner Mediziners erlebt hat.

Zettel an Ordinationstür

Weil sein Hausarzt im Urlaub war, erschien der Patient Anfang des Jahres im Zuge einer Nachsorgeuntersuchung wegen einer Operation in der Praxis des Mediziners, der nun im Visier der Behörden steht. Schon bevor er die Ordination betreten hat, ist dem Mann ein Zettel an der Tür des Arztes aufgefallen, der ihn stutzig gemacht hat. Dort sei zu lesen gewesen, dass in dieser Praxis keine Corona-Tests angeboten werden und der Arzt auch keine Corona-Impfungen vornehmen würde. "Das hätte mich vielleicht schon gleich stutzig machen sollen", so der Mann gegenüber VOL.AT.

Personal in der Ordination verhält sich vorbildlich, nicht so der Arzt

In der Ordination hätten die Angestellten alle Maske getragen. Einzige Ausnahme, der Arzt, der sowohl im Behandlungszimmer als auch im Wartebereich ohne Maske aufgetreten sei. Vom Patienten angesprochen, warum das Personal Maske trage und der Arzt nicht, hätte dieser geantwortet, er könne ja seine Angestellten nicht zwingen, auf die seiner Ansicht nach überflüssige Maske zu verzichten.

Verschwörungstheorien und Aufforderung Maske abzunehmen

Als der Patient schließlich im Behandlungszimmer mit dem Arzt alleine war, habe dieser ihm zur Begrüßung die Hand entgegengestreckt und ihn aufgefordert, die Maske abzunehmen. "Er könne mich sonst nicht untersuchen, da er meine Mimik erkennen müsse", erzählt der Patient, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die notwendige Untersuchung hätte das aus medizinischer Sicht allerdings gar nicht notwendig gemacht. Im Anschluss habe er einen rund zehnminütigen Vortrag gehalten, in dem er alle möglichen Verschwörungstheorien geäußert habe und grundsätzlich die Gefahren von Corona heruntergespielt habe. Dies wird auch von einer weiteren Patientin bestätigt, die bereits im Vorjahr zu Beginn der Pandemie mit Erkältunssymptomen bei dem Arzt vorstellig geworden ist. Obwohl sie den Arzt noch auf eine mögliche Corona Infektion hingewiesen habe, hätte er ihr die Hand gegeben und auf eine Maske verzichtet. Auch einen Corona Test hielt er für überflüssig.

Meldung an Patientenanwalt

Nachdem der Mann die Praxis schließlich wieder verlassen hatte, ließ ihm das seiner Meinung nach verantwortungslose Handeln des Arztes keine Ruhe. Er habe dementsprechend umgehend die Patientenanwaltschaft informiert, die ihrerseits wiederum die Meldung an die Ärztekammer weitergeleitet hat. Vonseiten der Behörden sei er im Anschluss auch kontaktiert worden, habe aber seither nichts mehr gehört.

Ärger über Verantwortungslosigkeit

Der Patient zeigt sich im Gespräch mit VOL.AT verärgert und schockiert über das Verhalten des Arztes: "Wenn jemand den Corona-Maßnahmen kritisch gegenübersteht oder privat nicht alle befolgt, so ist das grundsätzlich seine Sache und ich mische mich da auch nicht ein." Wenn aber ein Mediziner durch sein Verhalten in der Praxis, in der viele besonders vulnerable Personen ein und aus gehen würden, Personen bewusst gefährde, mache ihn das wütend. Vor allem die Tatsache, dass der Arzt ihn dazu aufgefordert habe, die Maske abzunehmen und damit gegen die geltende Verordnung zu verstoßen, sei untragbar.

Patient in Praxis mit Corona infiziert?

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch bestätigt gegenüber VN.AT die Ermittlungen. Tätig geworden sei man nachdem der Vorwurf eines Patienten bekannt wurde, er habe sich in der Praxis mit Corona infiziert.

Auch wenn diese und ähnliche Vorwürfe der Redaktion von mehreren Patienten zugetragen wurden, die alle deckungsgleiche Erfahrungen beschreiben, gilt die Unschuldsvermutung.

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Vorarlberg
  • Vorwürfe gegen Dornbirner Arzt: Jetzt sprechen Patienten