Vorarlberg verzeichnete 2025 österreichweit die wenigsten tödlichen Lkw-Unfälle
Das Todesopfer war ein Radfahrer. Lkw-Unfälle sind selten, aber wenn es zu einem Unfall kommt, sind die Folgen oft schwerwiegend. Deshalb ist es wichtig, weitere Maßnahmen zu setzen, um die Zahl schwerer Lkw-Unfälle weiter zu reduzieren, betont der VCÖ.
Österreichweit ist die Zahl der Todesopfer durch Lkw-Unfälle im Vorjahr um 74 Prozent gestiegen, 73 Menschen kamen dabei ums Leben, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Im Bundesländer-Vergleich weist Vorarlberg mit einem tödlichen Lkw-Unfall die niedrigste Anzahl auf, vor dem Burgenland mit zwei sowie Kärnten und Wien mit vier. Die meisten Todesopfer bei Lkw-Unfällen gab es in Niederösterreich mit 25.
Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung in Vorarlberg
Todesopfer und Verletzte von 2014 bis 2025. Im Jahr 2025 gab es ein Todesopfer und 49 Verletzte.
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026. Hinweis: Wegen der stark unterschiedlichen Größenordnungen werden Verletzte und Todesopfer auf getrennten Achsen dargestellt.
"Lkw sind selten in Verkehrsunfällen involviert, auch weil die Lkw-Fahrer Profis sind. Zudem gelten strengere Vorschriften, wie beispielsweise 0,0 Promille. Aber wenn Lkw in Unfällen beteiligt sind, dann haben diese aufgrund ihrer Masse sehr oft gravierende Folgen", stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Das zeigt auch die Unfallstatistik: In Vorarlberg waren im Vorjahr Lkw an 2,3 Prozent der Verkehrsunfälle beteiligt, aber der Anteil an den tödlichen Unfällen war mit 7,1 Prozent dreimal so hoch, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Beteiligung heißt nicht, dass die Unfälle von Lkw verursacht wurden, betont der VCÖ. In den vergangenen zehn Jahren kamen in Vorarlberg insgesamt 29 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw ums Leben.
Um die Zahl der schweren Lkw-Unfälle weiter zu senken, sind weitere Maßnahmen wichtig, betont der VCÖ. In Städten und Gemeinden sind besonders rechts abbiegende Lkw für alle gefährlich, die zu Fuß oder mit dem Rad mobil sind. Lkw sollten daher verpflichtend mit Abbiegeassistenten ausgerüstet sein und, wenn nötig, nachgerüstet werden. Gleichzeitig sind gefährliche Kreuzungen zu entschärfen, die Sichtbereiche zu verbessern. In Städten kann mit urbaner Güterlogistik der Lkw-Verkehr reduziert werden.
Vorarlberg ist auch ein Transitland. Hier ist besonders wichtig, dass auf den Autobahnen und Schnellstraßen die Einhaltung der bestehenden Gesetze und Regelungen stärker kontrolliert wird. So gilt für Lkw auf Autobahnen und Schnellstraßen ein Tempolimit von 80 km/h. Die hohe Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits führt aber dazu, dass die meisten Lkw deutlich schneller fahren. Der VCÖ fordert eine österreichweite Reduktion der Toleranzgrenze und verstärkte Geschwindigkeitskontrollen.
Zudem sind insgesamt die Lkw-Kontrollen zu erhöhen, um jene Lkw rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen, die gravierende technische Mängel aufweisen oder Lenk- und Ruhezeiten missachten. Im März beispielsweise hat die Exekutive in Vorarlberg dank Kontrollen 23 Schwerfahrzeuge mit so schwerwiegenden Mängeln entdeckt, dass diese nicht mehr weiterfahren durften. Zusätzlich wurden 72 Übertretungen der Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. "Lkw mit technischen Mängeln oder übermüdete Lenker sind eine Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Umso wichtiger ist es, mehr Lkw-Kontrollen durchzuführen", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
VCÖ: Im Vorjahr ein Todesopfer durch Verkehrsunfall mit Lkw in Vorarlberg
(Tödlich Verunglückte in Vorarlberg bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung)
- Jahr 2025: 1 Todesopfer und 49 Verletzte
- Jahr 2024: Kein Todesopfer und 47 Verletzte
- Jahr 2023: 1 Todesopfer und 58 Verletzte
- Jahr 2022: 2 Todesopfer und 64 Verletzte
- Jahr 2021: 7 Todesopfer und 65 Verletzte
- Jahr 2020: 2 Todesopfer und 46 Verletzte
- Jahr 2019: 2 Todesopfer und 67 Verletzte
- Jahr 2018: 2 Todesopfer und 63 Verletzte
- Jahr 2017: Kein Todesopfer und 33 Verletzte
- Jahr 2016: 3 Todesopfer und 70 Verletzte
- Jahr 2015: 4 Todesopfer und 40 Verletzte
- Jahr 2014: 5 Todesopfer und 65 Verletzte
(VOL.AT)