Warum Melanie Geigers Podest am Glockner selbst sie überraschte
Wenn sich die Großglockner Hochalpenstraße für einen Tag in eine Bühne des Radsports verwandelt, dann sind Schmerz, Leidenschaft und große Emotionen meist nicht weit entfernt. Beim Glocknerkönig 2026 war das nicht anders.
Vor der beeindruckenden Kulisse des höchsten Berges Österreichs kämpften am Sonntag rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 37 Nationen auf der 27,3 Kilometer langen Strecke mit 1672 Höhenmetern um jede Sekunde. Für Vorarlberg wurde der Renntag dabei zu einem ganz besonderen.
Geiger sorgt für einen Karrierehöhepunkt
Die große Vorarlberger Geschichte schrieb Melanie Geiger aus Göfis. Die 38-Jährige zeigte auf der legendären Bergstrecke ein herausragendes Rennen und fuhr in 1:26:56,1 Stunden auf den zweiten Platz. Geschlagen wurde sie nur von ihrer Teamkollegin Janine Meyer aus Deutschland, die einmal mehr ihre Ausnahmestellung beim Glocknerkönig unter Beweis stellte.
Meyer gewann in 1:24:22,5 Stunden und verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um weitere 20,4 Sekunden. Hinter der mehrfachen Siegerin und Titelverteidigerin sicherte sich Geiger den sensationellen zweiten Rang vor der Deutschen Luzia Meister.
Für die Göfnerin kam dieser Erfolg völlig überraschend. Entsprechend emotional fiel ihre Reaktion im Ziel aus. "Ich kann es noch gar nicht glauben. Im Ziel war ich komplett fertig und hätte nie damit gerechnet. Das ist bisher sicherlich mein größter sportlicher Erfolg", sagte die Zweitplatzierte nach dem Rennen.
Dass Geiger überhaupt in dieser Form um die Spitzenplätze mitfahren würde, war im Vorfeld nicht abzusehen. Die 38-Jährige kommt ursprünglich vom Mountainbike-Sport und konzentriert sich mittlerweile voll auf Straßenrennen. Umso bemerkenswerter ist ihre Leistung auf einer Strecke, die Jahr für Jahr selbst erfahrene Bergspezialisten an ihre Grenzen bringt.
Auch in der Teamwertung stark
Gemeinsam mit Siegerin Janine Meyer und weiteren Fahrern ging Geiger für das Team "LeXXi Racing and Friends" an den Start und krönte einen ohnehin perfekten Tag mit Rang zwei in der Teamwertung.
Der zweite Platz am Großglockner könnte dabei nur ein Vorgeschmack auf den weiteren Saisonverlauf sein. Zu den großen Zielen der Göfnerin zählen heuer der Dreiländergiro, der Arlberg Giro sowie der traditionsreiche Ötztaler Radmarathon. Nach ihrem Erfolg beim Glocknerkönig dürfte sie dort mit entsprechend viel Selbstvertrauen an den Start gehen.
Weitere Vorarlberger zeigten auf
Doch nicht nur Geiger sorgte für starke Vorarlberger Ergebnisse. In der anspruchsvollen Ultra-Wertung, bei der nach dem Fuscher Törl noch die zusätzlichen sieben Kehren zur Edelweißspitze warten, fuhr Natalie Pintaric aus Satteins in einer Zeit von 1:58:24,4 Stunden in die Top Ten.
Die Classic-Distanz meisterten außerdem Viviane Feichtinger aus Bregenz, Naomi Mittempergher aus Rankweil, Gunnar Giesinger aus Altach, Philipp Höfle aus Wolfurt, Paul Nachbaur aus Altach, Peter und Max Neukam aus Schruns, Daniel Rauter-Bitschnau aus Vandans, Tobias Rölke aus Feldkirch sowie Theo Spiess aus Rankweil. Höfle schaffte dabei den Sprung unter die schnellsten 100 Fahrer des Rennens.
Auf der Ultra-Strecke finishten zudem Oliver Walch aus Feldkirch, David Sutter aus Schwarzach und Benedikt Bachhuber aus Satteins.
Für ein weiteres Achtungszeichen sorgte das Vorarlberger Team "Grupetto Infernale". Laurenz Gaugg, Dominik Dür, Jakob Röthlin, Felix Einsle, Leander Dorner, Bastian Nenning und Martin Krimbacher meisterten allesamt die Ultra-Distanz und erreichten in der Ultra-Teamwertung den starken zehnten Platz.
(VOL.AT)