Fragt man Vorarlberger, wo sie ihren Führerschein gemacht haben, hört man oft: in der Steiermark. Seit Jahren entscheiden sich Jugendliche bewusst für das Führerscheincamp. Warum, verraten sie VOL.AT.
Warum Steiermark? VOL.AT hat nachgefragt
"Ich bin gerade dabei, den Führerschein in der Steiermark zu machen", erzählt Joshua aus Tschagguns. Die 17-tägige Ausbildung sei stressfrei und günstiger als in Vorarlberg. "Ich habe in dieser Zeit sehr viel dazugelernt, und wenn’s ein Problem gibt, steht das Team der Fahrschule immer zur Verfügung." Am Donnerstag bestand er die Prüfung auf Anhieb.
Auch Julia aus Mellau entschied sich aufgrund von Ausbildungsdauer und Kosten. Fern vom Alltag konnte sie sich auf den Führerschein konzentrieren. Im Kurs lernte sie 2019 ihren Mann kennen, heute sind sie vier Jahre verheiratet und haben ein Kind. "Manchmal führen die besten Entscheidungen nicht nur zum Führerschein, sondern verändern das ganze Leben."
Lea Sophie aus Lustenau machte 2022 den Führerschein. Der Schnellkurs gefiel ihr: "Man kann sich somit intensiv aufs Lernen und Üben konzentrieren. Es wird einem alles so lange und genau erklärt, bis man es verstanden hat." Auch den Lkw-Führerschein machte sie 2023 in der Steiermark. Heute ist sie Lkw-Fahrerin.
Vorarlberger berichten von ähnlichen Erfahrungen
Rund 40 Rückmeldungen an VOL.AT
Überwiegend positive Erfahrungen, dazu einzelne Hinweise auf Nachteile.
Viele nennen niedrigere Kosten als wichtigen Grund für den Weg in die Steiermark.
Berichtet wird häufig von rund 17 Tagen bis etwa zweieinhalb Wochen.
Der kompakte Ablauf im Camp hilft, den Alltag auszublenden und dranzubleiben.
Nahezu tägliche Fahrstunden verkürzen Wartezeiten und halten das Tempo hoch.
Die Betreuung und die ruhige Lernatmosphäre werden mehrfach gelobt.
Mehrere berichten von neu geknüpften Freundschaften und einem starken Zusammenhalt.
Auch genannt: mögliche Nachteile
- Teils geringe Autobahnpraxis im Intensivkurs.
- Nach nicht bestandenen Prüfungen hoher organisatorischer Aufwand.
- Nach der Rückkehr ist der Ausbildungsabschluss teils schwer zu organisieren.
Neue Freundschaften und intensive Zeit
Birgit aus Lustenau konnte sich wegen ihres Vollzeitjobs im Schichtbetrieb zu Hause nur schwer auf die Theorie konzentrieren. 2016 ging sie daher mit 22 Jahren ins Intensivcamp. Sie begann die Ausbildung in Vorarlberg und bestand die Prüfung schließlich in der Steiermark.
Can aus Mellau war im Juni 2026 in der Steiermark. "Die Fahrlehrer waren alle superfreundlich, geduldig und haben den Unterricht interessant und mit viel Humor gestaltet." An seine Zimmerkollegen erinnert er sich bis heute gern. Nach 17 Tagen hatte er den Führerschein.
Sophie aus Hard machte 2022 in zweieinhalb Wochen gleichzeitig den Auto- und Motorradführerschein. Sie habe gegenüber Vorarlberg fast 1000 Euro gespart. Die Fahrlehrer hätten sich viel Zeit genommen – "da ich auch Angst hatte, Auto zu fahren".
"Team war äußerst freundlich"
Daniel aus Bezau nutzte die Sommerferien 2023 und vertraute auf Empfehlungen von Freunden. "Alle meine Erwartungen wurden übertroffen." "Nette und kompetente Fahrlehrer" hätten darauf geachtet, "aus jedem Fahrschüler in diesen zweieinhalb Wochen einen sicheren Verkehrsteilnehmer zu machen".
Hohe Kosten und lange Wartezeiten führten Veronika aus Nüziders 2025 mit einer Freundin ins Camp. "Wir wurden sehr herzlich begrüßt, und das ganze Team war äußerst freundlich." Sie habe sich auf den Führerschein konzentrieren können und empfehle das Camp besonders jungen Leuten, weil sich bis zu 2000 Euro sparen lassen.
Steffi aus Lauterach absolvierte 2012 den Auto- und Anhängerführerschein in der Steiermark. "Günstiger und schneller – nach zweieinhalb Wochen hatte ich alles im Sack", sagt sie. Besonders positiv erinnert sie sich daran, dass im Camp immer jemand zum gemeinsamen Lernen da gewesen sei.
Während seines Maturajahres entschied sich Konstantin aus Nüziders für die Steiermark. Preis und Dauer seien im Ländle zu hoch gewesen. Nach 17 Tagen bestand er Theorie und Praxis beim ersten Versuch. Nach der aktuellen Führerschein-Causa würde er sich erst recht wieder dafür entscheiden.
Sahra aus Feldkirch machte den Führerschein im April 2025 während der Osterferien. "Für mich war’s die beste Erfahrung." Besonders überzeugte sie der strukturierte Tagesablauf mit Theorie am Vormittag und Fahrstunden am Nachmittag sowie das gemeinsame Lernen.
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(VOL.AT)