"Was ich sah, war schockierend": Augenzeugen schildern dramatische Szenen nach Bus-Inferno
"Reifen explodierten und flogen bis zu 200 Meter weit"
Es ist kurz nach 18.25 Uhr, als sich über Kerzers eine schwarze Rauchsäule erhebt. Ein Postauto steht mitten im Dorfzentrum in Flammen. Innerhalb weniger Minuten wird aus einem Routineabend eine Katastrophe.
Ein Garagist (40), dessen Werkstatt nur wenige Schritte vom Unglücksort entfernt liegt, berichtet gegenüber "Blick.ch" von den ersten Momenten. Zufällig befanden sich gerade Polizisten bei ihm – wegen eines Einbruchs. "Dann meinte einer der Polizisten plötzlich: ‚Seien Sie kurz still‘ – er hörte den Funkverkehr ab. Wenig später sagte er: ‚Wir müssen sofort los, ein Notfall‘", so der Augenzeuge gegenüber dem Schweizer Onlineportal.
Wenig später sieht er Rauch aufsteigen. Die Beamten seien innerhalb von Sekunden vor Ort gewesen. Er selbst sei ihnen gefolgt. "Ich bin gleich hinterher – was ich dann sah, war schockierend."
Das Postauto habe bereits lichterloh gebrannt. "Von der Hitze explodierten sogar die Reifen und flogen bis zu 200 Meter weit", schildert der 40-Jährige gegenüber "Blick.ch". Zwei Polizisten – eine Frau und ein Mann – hätten als Erste versucht, die Lage zu überblicken und Hilfe zu koordinieren.
Obwohl sich der Feuerwehrstützpunkt in unmittelbarer Nähe befindet, vergingen laut Zeugen mehrere Minuten, bis ein Eingreifen möglich war. "Alles ging so schnell – und dann stand binnen Augenblicken alles in Flammen", sagt der Garagist.
"Bin ohne Schuhe rausgerannt"
Auch ein anderer Augenzeuge (67) wurde unvermittelt Zeuge des Infernos. Der Pensionist lebt seit 35 Jahren in Kerzers, seine Wohnung liegt direkt neben der Brandstelle. Beim Abendessen mit seiner Familie habe er plötzlich das Feuer bemerkt. "Ich habe nur noch gerufen, dass es brennt, und bin ohne Schuhe rausgerannt", erzählt er gegenüber "Blick.ch".
Draußen habe er gesehen, wie ein Mann eine Scheibe einschlug, um Menschen aus dem Bus zu retten. "Ich habe gesehen, wie ein Mann einen Stein genommen und eine Scheibe eingeschlagen hat. Kurz darauf konnte sich ein Mann aus dem Bus befreien."
Bekannte seiner Familie hätten sich ebenfalls im Postauto befunden. "Wir wissen bis jetzt nicht, was mit ihnen passiert ist", sagt der 67-Jährige unter Tränen. "Das ist einfach nur schlimm und traurig."
Knapp der Tragödie entgangen
Wie schmal der Grat zwischen Alltag und Katastrophe war, zeigt die Geschichte von einer 39-jährigen Augenzeugin. Normalerweise nimmt sie täglich genau diese Postauto-Linie zur Arbeit. Am Dienstag wurde sie jedoch von ihrem Ehemann abgeholt.
"Wir hatten wirklich Glück – meine Frau fährt sonst immer mit diesem Bus zur Arbeit. Heute konnte ich sie zum Glück persönlich abholen", sagt er zu "Blick.ch". Und weiter: "Wenn ich mich verspätet hätte oder sie nicht hätte abholen können, wäre sie mit dieser Linie gefahren – und ich würde mir das nie verzeihen."
(VOL.AT)