Vor sieben Jahren blickte man beim FC Schwarzach in eine ungewisse Zukunft. Rund 110.000 Euro Schulden belasteten den Verein, die Kampfmannschaft wurde aus der Landesliga abgemeldet. Was über Jahrzehnte gewachsen war, stand plötzlich auf der Kippe. Viele fragten sich damals, ob der Traditionsverein diesen Tiefpunkt überhaupt überstehen würde.
Heute ist von Resignation nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil. Mit dem dritten Aufstieg in Folge sorgt der FC Schwarzach für Begeisterung weit über die Gemeindegrenzen hinaus und krönt einen Weg, der alles andere als selbstverständlich war.
Der Neuanfang begann mit schwierigen Entscheidungen
Als Roman Eder den Obmannposten übernahm, stand zunächst nicht der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Es ging darum, den Verein zu stabilisieren und finanziell wieder handlungsfähig zu machen.
"Es gab immer wieder Momente, in denen ich dachte: Das schaffen wir nicht", erinnert sich Eder. "Die Schulden waren enorm und wir wussten nicht, wie wir das langfristig stemmen sollen. Aber wir hatten immer Menschen im Verein, die weitergemacht haben. Nach Veranstaltungen oder schwierigen Sitzungen haben wir uns gegenseitig auf die Schulter geklopft und gesagt: Das schaffen wir schon."
Der Neustart bedeutete Sparmaßnahmen in nahezu allen Bereichen. Gleichzeitig wurde bewusst ein neuer Kurs eingeschlagen. Statt kurzfristiger Erfolge setzte Schwarzach auf Nachhaltigkeit, Regionalität und die eigene Jugend.
Drei Aufstiege als Lohn für einen langen Weg
Die sportliche Entwicklung ist eng mit diesem Kurs verbunden. Was zunächst mit einigen Rückkehrern begann, entwickelte sich rasch zu einem regelrechten Schneeballeffekt. Immer mehr Spieler entschieden sich bewusst für ihren Heimatverein. Die Identifikation mit dem neuen Weg wuchs und damit auch die sportliche Qualität der Mannschaft.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Aus dem Neustart wurde eine Aufholjagd durch die Vorarlberger Fußballklassen.
Dabei war besonders die jüngste Saison kein Selbstläufer. In der ausgeglichenen 3. Landesklasse kämpften mehrere Teams bis zuletzt um die Spitzenplätze. Umso größer fiel die Freude nach dem entscheidenden Schritt aus. Drei Spieltage vor Schluss liegen die Schwarzacher auf Rang zwei, von einem Aufstiegsplatz sind sie nicht mehr zu verdrängen.
Ein Verein im Dienste der Jugend
Parallel zum sportlichen Aufschwung entwickelte sich auch der Nachwuchsbereich beeindruckend. Während vor einigen Jahren lediglich 40 bis 50 Kinder für den FC Schwarzach spielten, zählt der Verein heute rund 150 Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler, darunter etwa 20 Mädchen.
"Wir wollten wieder ein familiärer Verein sein", sagt Eder. "Unsere Spieler kommen entweder aus dem eigenen Nachwuchs oder aus der Region. Sie identifizieren sich mit unserem Weg."
Das ganze Dorf trägt die Erfolgsgeschichte mit
Dass der Wiederaufbau gelang, ist auch vielen Menschen zu verdanken, die abseits des Rampenlichts arbeiten. Jürgen Hämmerle brachte Struktur in die Finanzen, führte Gespräche mit Gläubigern und schuf die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung. Unterstützt wurde der Weg von zahlreichen Funktionären, Helfern und Mitgliedern, die über Jahre hinweg ehrenamtlich mitarbeiteten.
Heute profitiert davon das gesamte Vereinsleben. Regelmäßig verfolgen 250 bis 300 Zuschauer die Heimspiele der Kampfmannschaft. "Ganz Schwarzach trifft sich am Samstag am Fußballplatz", sagt Eder.
Besonders bemerkenswert: Kein Spieler der Kampfmannschaft erhält eine finanzielle Vergütung. Gespielt wird aus Leidenschaft und Verbundenheit zum Verein. Die Einnahmen fließen stattdessen in Infrastruktur und Nachwuchsarbeit.
Aus einem Verein am Abgrund wurde innerhalb weniger Jahre ein Vorzeigeprojekt im Vorarlberger Amateurfußball.
(VOL.AT)