Was tun, wenn jemand im Wasser in Not gerät? Peter Preschle von der Wasserrettung Vorarlberg gibt wichtige Verhaltenstipps.
In der vergangenen Woche kam es zu mehreren Einsätzen im Wasser, darunter auch zu dem tragischen Unfall in der Ill, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Bei solchen Ereignissen stellt sich die Frage, was getan werden kann, um Fälle wie diese zu verhindern, und wie man sich in solchen Situationen richtig verhalten sollte.
Peter Preschle, Abschnittseinsatzleiter der Wasserrettung Vorarlberg, sprach mit VOL.AT und erklärte die wichtigsten Punkte, die Betroffene sowie Außenstehende in Notsituationen beachten sollten.
"Ganz wichtig ist, wenn man sich in einer Notlage befindet, gerade wenn man selber in die Notlage kommt, dass man nicht in Panik verfällt, dass man Ruhe bewahrt, damit man Energie schonen kann und sich über Wasser halten kann", schildert Preschle gegenüber VOL.AT. Wichtig dabei sei auch, zu versuchen, sich auf den Rücken zu drehen und sich vom Wasser treiben zu lassen. "Und dann natürlich auf sich aufmerksam zu machen, indem man nach Hilfe ruft", so Peter.
Auch als außenstehende Person gibt es einige Regeln, wie man sich in solchen Situationen verhalten sollte. "Es ist ganz wichtig, dass man als Erstes den Notruf wählt", betont er. So kann die Wasserrettung sofort zum Einsatz kommen.
Ganz wichtig bei solchen Situationen ist es außerdem, dass man als außenstehende Person – besonders bei Fließgewässern – beobachtet, wie sich die Situation entwickelt, und am Ufer so weit wie möglich auf Höhe der betroffenen Person mitgeht.
"Was natürlich auch möglich ist, wenn man das Ganze von Land aus beobachtet und es die Situation zulässt, ist, dass man der Person ein Hilfsmittel zuwirft", so Preschle. Ein Rettungsring, ein Seil oder ein Ast können verwendet werden, damit sich die Person über Wasser halten kann.
Eine Rettung durch einen Laien wird grundsätzlich als sehr gefährlich angesehen. Grund dafür ist, dass die Person, die sich im Wasser befindet, in dem Moment oft in Panik um ihr Leben kämpft "… und in diesem Moment natürlich instinktiv versucht, an allem, was rundherum ist, sich festzuhalten."
Bei der Wasserrettung Vorarlberg legt man großen Wert auf Prävention: "Prävention heißt bei uns, dass wir Rettungsschwimmkurse anbieten", erläutert Peter gegenüber VOL.AT. Dabei wird Laien beigebracht, wie sie sich in solchen Notsituationen verhalten können. Einen Rettungsversuch sollte man nur dann starten, wenn man ein Hilfsmittel dabeihat. "Einen Gurtretter oder einen Rettungsring. Was man auch hernehmen kann, ist ein SUP, mit dem man zu dem Betroffenen hinausschwimmt, Distanz hält und versucht, ihn mit dem Rettungsgerät zu erreichen, sodass er sich über Wasser halten kann."
Fließgewässer werden aufgrund ihrer Struktur, ihrer Fließgeschwindigkeit sowie der häufig vorhandenen Kraftwerke und künstlich angelegten Wehre allgemein als sehr gefährlich eingestuft. Auch hier betont Peter Preschle, dass man solche Gewässer meiden und dort nicht schwimmen sollte. Falls man sich unsicher sei, ob man an einer Stelle schwimmen könne, rät Preschle, ausschließlich ausgewiesene Badebereiche zu nutzen.
Faktenbox: Wasserrettung
Was tun, wenn man eine Person in Not im Wasser sieht?
- Notruf wählen: Sofort die Rettung unter 144 verständigen.
- Beobachten: Die Person ständig im Blick behalten und möglichst auf gleicher Höhe am Ufer bleiben, um ihren Standort nicht aus den Augen zu verlieren.
- Hilfsmittel zuwerfen: Wenn möglich, ein Seil, einen Rettungsring oder ein anderes schwimmfähiges Hilfsmittel zur Person werfen.
- Eigene Sicherheit geht vor: Sich niemals selbst in Gefahr bringen. Rettungsmaßnahmen im Wasser nur mit geeigneten Hilfsmitteln wie einem SUP, Rettungsring oder Rettungsbrett durchführen.
(VOL.AT)