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Wegen Dreads ausgeladen: So denken Ländle-Fridays

©VOL.AT, Symbolbild: Canva
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Wegen ihrer Dreadlocks durfte eine weiße Musikerin nicht auf der Demo von Fridays For Future Hannover auftreten. Das sagen die Vorarlberger "Fridays for Future"-Aktivisten zum Eklat.
"People, not Profit" - Weltweiter Klimastreik

Die Ortsgruppe der Klimaaktivisten in Hannover sagte den Auftritt von Ronja Maltzahn am Freitag ab. Die Aktivisten begründeten die Absage mit der Frisur der Sängerin. Dreadlocks seien in den USA ein Widerstandssymbol der Bürgerrechtsbewegung schwarzer Menschen geworden. Wenn eine weiße Person sie trage, handle es sich um kulturelle Aneignung.

Safe Space für alle

Die Klimabewegung solle ein sicherer Platz für "BiPoC"s (Schwarze, Indigene und People of Color) sein. Das Auftreten einer weißen Person mit Dreads könne den gegenteiligen Eindruck erwecken. Die Künstlerin reagierte betroffen. "Dass wir grundsätzlich in unserer Gesellschaft genau gucken, wo steckt überall Diskriminierung drin, das befürworte ich sehr", meint die Künstlerin im Gespräch mit der DPA. Aber es sei auch wichtig, den Kontext dabei nicht außer Acht zu lassen. Die Aktivisten baten die Musikerin schließlich um Entschuldigung.

Aaron Wölfling bei einer Demo im September 2019 selbst noch mit Dreadlocks. Bild: VOL.AT/Steurer

Äußeres sollte keine Rolle spielen

Aaron Wölfling, Mitbegründer von Fridays For Future, trug 2019 selbst Dreadlocks. Auf VOL.AT-Anfrage meinte der Stadtrat für Jugend und Interkulturelles Zusammenleben in Dornbirn: "Die Klimakrise werden wir nur gemeinsam überwinden. Es soll nicht vom Äußeren abhängen, ob sich jemand in der Klimabewegung einbringen kann", so Wölfling. "Deshalb ist es falsch, einer Künstlerin den Auftritt zu untersagen, weil sie Dreadlocks trägt. Das ist eine Entwicklung, die in die falsche Richtung geht. Es wäre besser gewesen, sie auftreten zu lassen."

Thema muss auch diskutiert werden

Auch Johannes Hartmann von Fridays For Future Vorarlberg sieht das ähnlich: "Ich glaube das sind Themen, die jetzt auch diskutiert werden müssen, aber momentan von der viel wichtigeren Thematik ablenken: nämlich der Klimakrise und der Bekämpfung der Klimakrise." Er kenne sich mit dem Thema nicht im Detail aus. Die Ortsgruppe in Hannover habe die Situation aber mit der Künstlerin geklärt. Es solle um das wirklich wichtige gehen, nämlich Klimagerechtigkeit für alle.

Demo für Klimagerechtigkeit

Unter dem Motto "People not Profit" gingen weltweit Menschen für Klimagerechtigkeit auf die Straße. Auch in Bregenz fand am Freitag eine Demo statt.

(VOL.AT)

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