AA

Weinernte im Ländle legt kräftig zu

Kleine Region, großer Sprung bei der Weinlese.
Kleine Region, großer Sprung bei der Weinlese. ©Beate Rhomberg
Die Weinlese 2025 sorgt im Ländle für Aufsehen. Die Erträge sind deutlich gestiegen – und schreiben ein besonderes Kapitel in der noch jungen Geschichte des Vorarlberger Weinbaus.

Die Weinlese ist 2025 in ganz Österreich erfreulich ausgefallen. Selbst in Vorarlberg, wo der Weinbau traditionell eine Nebenrolle spielt, fällt die Bilanz deutlich besser aus als im Jahr davor. 565 Hektoliter Wein wurden im Ländle gelesen – das entspricht einer Steigerung von 61 Prozent im Vergleich zu 2024.

Kleiner Anteil am großen Ganzen

So beachtlich das Plus auch ist: Im österreichweiten Vergleich bleibt Vorarlberg ein Zwerg unter den Weinregionen. Der Gesamtertrag in Österreich lag 2025 bei knapp 2,6 Millionen Hektolitern. Der Anteil Vorarlbergs daran beträgt gerade einmal 0,02 Prozent.

Ein Blick ins Burgenland verdeutlicht die Dimensionen: Dort wurde mehr als die hundertfache Menge an Rot-, Weiß- und Roséwein geerntet. Der Westen kann mengenmäßig nicht mithalten – auch wenn die Qualität zunehmend Anerkennung findet.

©Q: STATISTIK AUSTRIA

Junges Weinland mit bewegter Geschichte

Dass die Steigerung 2025 so deutlich ausfällt, hängt auch mit dem schwachen Weinjahr 2024 zusammen. Dennoch sticht die jüngste Lese auch im Mehrjahresvergleich positiv hervor.

Erst seit 1999 gilt Vorarlberg offiziell wieder als Weinbaugebiet. In der Statistik liegt das Land beim Ertrag hinter Tirol und vor Salzburg – und damit an vorletzter Stelle im Bundesländerranking.

Aktuell sind im Ländle drei größere Winzerbetriebe sowie rund 40 Hobbyweingüter aktiv. Die Szene ist überschaubar, aber engagiert – und sie wächst langsam weiter.

Comeback nach historischem Einbruch

Historisch gesehen war der Weinbau in Vorarlberg schon einmal stärker verankert. Mit der Fertigstellung der Arlbergbahn im Jahr 1884 geriet er jedoch massiv unter Druck. Günstigere – und vermutlich auch qualitativ bessere – Weine aus Südtirol, Ungarn und dem damals noch österreichischen Trentin drängten auf den Markt und verdrängten die heimische Produktion weitgehend.

Heute erlebt der Weinbau im Westen eine vorsichtige Renaissance. Auch klimatische Veränderungen spielen dabei eine Rolle: Begünstigt durch den Klimawandel sind Anbau und Erträge mittlerweile wieder besser möglich. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die Mühe der Winzer auszahlt – wenn auch auf vergleichsweise kleinem Raum.

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Vorarlberg
  • Weinernte im Ländle legt kräftig zu