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"Wenn beide Berge wackeln, wird es nicht machbar" – Skischul-Familie vor unklarer Zukunft

Strobel/VOL.AT
Strobel/VOL.AT
Die unklare Situation rund um die Lifte in Schetteregg trifft nicht nur Betreiber und Investoren. Auch die Skischul-Familie, die sowohl am Bödele als auch an der Schetteregg aktiv ist, steht vor einer ungewissen Perspektive. Hinter den Kulissen stellt sich längst die Frage, wie es weitergehen soll.

Die Diskussion um die Zukunft der Lifte in Schetteregg sorgt derzeit für große Verunsicherung in der Region. Während hinter den Kulissen um Lösungen gerungen wird und Gespräche über die weitere Ausrichtung laufen, spüren auch jene die Unsicherheit, die direkt vom Winterbetrieb abhängig sind. Einer von ihnen ist Josef Berchtold, Betreiber der Skischule Bödele, der seit drei Jahren zusätzlich am Standort Schetteregg aktiv ist. Für den Familienbetrieb war die Kombination beider Standorte ein entscheidender Faktor für Stabilität und Planbarkeit. Fällt einer davon weg, gerät das gesamte Modell ins Wanken. VOL.AT hat Berchtold vor Ort getroffen.

Standort als wirtschaftlicher Faktor

Für Josef Berchtold ist die Schetteregg mehr als nur ein zusätzlicher Einsatzort. Seit drei Jahren betreibt er seine Skischule nicht nur am Bödele, sondern auch an der Schetteregg – unter anderem, weil dort eine maschinelle Beschneiung für deutlich mehr Planbarkeit sorgt. "Wenn Schetteregg wegfällt, ist es in dem Umfang, wie wir es jetzt betreiben, nicht weiter machbar", sagt er im Gespräch mit VOL.AT. Gerade in Wintern mit wenig Naturschnee sei die Flexibilität zwischen den Standorten entscheidend gewesen.

Während der Sessellift aufgrund von Schneemangels bereits stillsteht, sind die Schlepplifte noch im Einsatz. ©Strobel/VOL.AT

Am Bödele allein sei das Geschäftsmodell in dieser Form nicht tragfähig. "Nur mit dem Bödele kannst du das auf diese Art und in diesem Umfang nicht weiterführen." Ein großer Teil des Jahreseinkommens hänge am Wintergeschäft, entsprechend sensibel reagiert der Familienbetrieb auf Unsicherheiten.

"Dann werde ich es sein lassen müssen"

Besonders problematisch sei die fehlende Planbarkeit für die kommenden Monate. Gespräche über die Sommerausrichtung und die weitere Entwicklung hätten zwar stattgefunden, doch zuletzt sei vieles ins Stocken geraten. "Wenn beide Berge nicht einen Schritt machen in Richtung Schneesicherheit, dann muss ich das alles nicht nur hinterfragen, sondern werde es sein lassen müssen", sagt Berchtold deutlich. Einen konkreten Notfallplan gebe es derzeit nicht. "Keine Ahnung, was ich nächstes Jahr mache."

Zwar sei die laufende Saison insgesamt ordentlich verlaufen, vor allem rund um die Faschingsferien habe es starke Tage gegeben. Dennoch komme das abrupte Ende früher als erwartet.

Heimat, Nachwuchs und Tourismus

Neben der wirtschaftlichen Komponente betont Berchtold immer wieder die Bedeutung für die Region. Viele Kinder hätten in Schetteregg das Skifahren gelernt, zahlreiche Skilehrer kämen aus örtlichen Vereinen. "Das ist wie wenn der Nahversorger zusperrt", beschreibt er die mögliche Entwicklung. Fielen Dorflifte dauerhaft weg, werde es langfristig schwieriger, Nachwuchs für den Skisport zu gewinnen – und auch für den Tourismus im Bregenzerwald hätte das Folgen.

Noch etwas Touristenverkehr, hauptsächlich aus den Niederlanden, ist zurzeit an den Liften unterwegs. ©Strobel/VOL.AT
Besonders die kleinen Gäste sind auf den Förderbändern unterwegs. ©Strobel/VOL.AT

Trotz der angespannten Lage hofft Berchtold auf eine Lösung. Die Aufbruchstimmung vor Saisonbeginn sei groß gewesen, nun brauche es Klarheit und Dialog zwischen allen Beteiligten. Für ihn steht fest: Am Ende geht es nicht nur um einen Lift, sondern um die Frage, welche Perspektive der Wintersport in der Region noch haben soll.

(VOL.AT)

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