Hitze belastet auch Haustiere. Tierärztin Dr. Dana Sohler (46) gibt Tipps für heiße Sommertage.
Die aktuelle Hitzewelle bringt nicht nur Menschen ins Schwitzen – auch Haustiere leiden unter den hohen Temperaturen. Ob Hund, Katze, Vogel oder Kaninchen: Hohe Temperaturen können schnell zur Belastung werden. Tierärztin Dana Sohler erklärt, worauf Tierhalter jetzt besonders achten sollten, welche Warnsignale ernst zu nehmen sind und wie sich ein Hitzschlag vermeiden lässt.
Hitze kann für Tiere lebensgefährlich werden
"Hitze kann für Haustiere genauso gefährlich werden wie für Menschen. Im schlimmsten Fall kann sie zu einem Kreislaufkollaps oder sogar zu einem Hitzschlag führen", warnt die Expertin. Besonders gefährdet seien ältere Tiere sowie Haustiere mit Herz- oder Kreislauferkrankungen.
Hitzschlag erkennen
Starkes Hecheln ernst nehmen
Auf Schwäche und Taumeln achten
Körpertemperatur kontrollieren
Im Notfall langsam kühlen
Sofort den Tierarzt kontaktieren
Vor allem Hunde leiden unter den hohen Temperaturen, da sie ihre Körpertemperatur nicht wie Menschen über das Schwitzen regulieren können. "Hunde können nicht schwitzen, sie sind auf das Hecheln angewiesen. Vermehrtes Hecheln ist deshalb oft das erste Warnsignal, dass ein Tier versucht, die Hitze auszugleichen", erklärt die Tierärztin.
Zeigt ein Hund neben starkem Hecheln auch Schwäche, Taumeln oder wirkt apathisch, sollte rasch gehandelt werden. Liegt die Körpertemperatur über 39 Grad, empfiehlt Sohler, das Tier tierärztlich untersuchen zu lassen.
Tagesablauf anpassen
Damit es gar nicht erst zu gesundheitlichen Problemen kommt, empfiehlt die Tierärztin, den Tagesablauf an die Hitze anzupassen. Spaziergänge sollten möglichst in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend verlegt werden. Während der größten Mittagshitze sollten Hunde geschont werden. Ebenso wichtig sei es, immer ausreichend frisches Wasser bereitzustellen und – wenn möglich – eine Abkühlung im Wasser zu ermöglichen.
Besondere Vorsicht ist auch auf Asphalt geboten. Gehwege und Straßen heizen sich im Sommer stark auf und können die empfindlichen Pfoten verletzen. "Wenn möglich, sollten Hunde auf Wiesen oder anderen kühleren Untergründen laufen", rät Sohler.
Nicht nur Hunde brauchen Schutz
Auch andere Haustiere benötigen an heißen Tagen besondere Aufmerksamkeit. Vogelkäfige oder Volieren sollten nicht in der prallen Sonne stehen, damit sich die Tiere nicht überhitzen. Katzen reagieren auf hohe Temperaturen meist instinktiv und suchen sich schattige und kühlere Rückzugsorte.
Grundsätzlich gilt für alle Haustiere: Ausreichend frisches Wasser, schattige Plätze und möglichst wenig körperliche Belastung während der größten Hitze helfen dabei, gut durch den Sommer zu kommen.
Diese Fehler machen viele Tierhalter
Nach Beobachtung der Tierärztin wird die Belastung durch die Hitze häufig unterschätzt. Viele Hunde würden genauso gefordert wie an kühleren Tagen, etwa bei langen Spaziergängen, Radtouren oder beim Hundesport.
"Man kann eigentlich alles, was den Menschen betrifft, auch auf das Tier umsetzen", sagt Sohler. Wer bei Temperaturen um die 35 Grad selbst keinen Sport treiben möchte, sollte dies auch seinem Haustier nicht zumuten.
Ein weiterer häufiger Fehler: Hunde werden bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurückgelassen. Schon nach wenigen Minuten kann sich das Fahrzeug gefährlich aufheizen – mit lebensbedrohlichen Folgen für das Tier.
Verdacht auf Hitzschlag: schnell handeln
Kommt es dennoch zu einem Hitzschlag, zählt schnelles Handeln. Das Tier sollte sofort an einen kühlen Ort gebracht und langsam heruntergekühlt werden, etwa mit einem kühlen, feuchten Handtuch.
"Das Tier sollte langsam heruntergekühlt werden. Plötzliche Kälte kann den Kreislauf zusätzlich belasten", erklärt Sohler. Von einem Eisbad rät sie deshalb ausdrücklich ab. Anschließend sollte umgehend ein Tierarzt verständigt werden, da häufig eine weitere Behandlung notwendig ist.
Die wichtigsten Tipps der Tierärztin
Hitzetipps für Haustiere
Immer ausreichend Wasser bereitstellen
Spaziergänge in die kühlen Stunden verlegen
Tiere niemals im Auto zurücklassen
Schatten und Abkühlung schaffen
Warnzeichen ernst nehmen
(VOL.AT)