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Wenn die Hitze zur Gefahr wird: So schützen Sie Ihre Haustiere

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Patient Louie: neugierig, ruhig und bestens versorgt von Dr. Dana Sohler. ©Philipp Steurer

Hitze belastet auch Haustiere. Tierärztin Dr. Dana Sohler (46) gibt Tipps für heiße Sommertage.

Die aktuelle Hitzewelle bringt nicht nur Menschen ins Schwitzen – auch Haustiere leiden unter den hohen Temperaturen. Ob Hund, Katze, Vogel oder Kaninchen: Hohe Temperaturen können schnell zur Belastung werden. Tierärztin Dana Sohler erklärt, worauf Tierhalter jetzt besonders achten sollten, welche Warnsignale ernst zu nehmen sind und wie sich ein Hitzschlag vermeiden lässt.

Sehr wichtig: immer Wasser bereitstellen. ©chalabala.cz

Hitze kann für Tiere lebensgefährlich werden

"Hitze kann für Haustiere genauso gefährlich werden wie für Menschen. Im schlimmsten Fall kann sie zu einem Kreislaufkollaps oder sogar zu einem Hitzschlag führen", warnt die Expertin. Besonders gefährdet seien ältere Tiere sowie Haustiere mit Herz- oder Kreislauferkrankungen.

Hitzschlag erkennen

Starkes Hecheln ernst nehmen
Hunde können nicht schwitzen und versuchen ihre Körpertemperatur über das Hecheln auszugleichen. Vermehrtes Hecheln kann daher ein erstes Warnsignal für eine Überhitzung sein.
Auf Schwäche und Taumeln achten
Wirkt ein Tier plötzlich kraftlos, unsicher oder apathisch, kann das auf einen Hitzschlag hindeuten. Dann sollte rasch gehandelt werden.
Körpertemperatur kontrollieren
Liegt die Temperatur eines Hundes über 39 Grad, sollte dies tierärztlich abgeklärt werden. Das kann ein Hinweis auf Hitze oder eine andere Erkrankung sein.
Im Notfall langsam kühlen
Bei Verdacht auf Hitzschlag sollte das Tier vorsichtig mit einem kühlen, feuchten Handtuch abgekühlt werden. Ein Eisbad ist nicht geeignet.
Sofort den Tierarzt kontaktieren
Nach dem ersten Kühlen sollte umgehend ein Tierarzt verständigt werden. Ein Hitzschlag ist ein Notfall und braucht rasche Hilfe.

Vor allem Hunde leiden unter den hohen Temperaturen, da sie ihre Körpertemperatur nicht wie Menschen über das Schwitzen regulieren können. "Hunde können nicht schwitzen, sie sind auf das Hecheln angewiesen. Vermehrtes Hecheln ist deshalb oft das erste Warnsignal, dass ein Tier versucht, die Hitze auszugleichen", erklärt die Tierärztin.

Ein kühler Untergrund und ein feuchtes Handtuch können bei diesen Temperaturen sehr hilfreich sein. ©Philipp Steurer

Zeigt ein Hund neben starkem Hecheln auch Schwäche, Taumeln oder wirkt apathisch, sollte rasch gehandelt werden. Liegt die Körpertemperatur über 39 Grad, empfiehlt Sohler, das Tier tierärztlich untersuchen zu lassen.

Tagesablauf anpassen

Damit es gar nicht erst zu gesundheitlichen Problemen kommt, empfiehlt die Tierärztin, den Tagesablauf an die Hitze anzupassen. Spaziergänge sollten möglichst in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend verlegt werden. Während der größten Mittagshitze sollten Hunde geschont werden. Ebenso wichtig sei es, immer ausreichend frisches Wasser bereitzustellen und – wenn möglich – eine Abkühlung im Wasser zu ermöglichen.

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Glühende Sonne, steigende Risiken: Haustiere brauchen jetzt besonders Schutz. ©VOL

Besondere Vorsicht ist auch auf Asphalt geboten. Gehwege und Straßen heizen sich im Sommer stark auf und können die empfindlichen Pfoten verletzen. "Wenn möglich, sollten Hunde auf Wiesen oder anderen kühleren Untergründen laufen", rät Sohler.

Nicht nur Hunde brauchen Schutz

Auch andere Haustiere benötigen an heißen Tagen besondere Aufmerksamkeit. Vogelkäfige oder Volieren sollten nicht in der prallen Sonne stehen, damit sich die Tiere nicht überhitzen. Katzen reagieren auf hohe Temperaturen meist instinktiv und suchen sich schattige und kühlere Rückzugsorte.

Grundsätzlich gilt für alle Haustiere: Ausreichend frisches Wasser, schattige Plätze und möglichst wenig körperliche Belastung während der größten Hitze helfen dabei, gut durch den Sommer zu kommen.

Diese Fehler machen viele Tierhalter

Nach Beobachtung der Tierärztin wird die Belastung durch die Hitze häufig unterschätzt. Viele Hunde würden genauso gefordert wie an kühleren Tagen, etwa bei langen Spaziergängen, Radtouren oder beim Hundesport.

"Man kann eigentlich alles, was den Menschen betrifft, auch auf das Tier umsetzen", sagt Sohler. Wer bei Temperaturen um die 35 Grad selbst keinen Sport treiben möchte, sollte dies auch seinem Haustier nicht zumuten.

Fühlt sich gleich viel wohler auf kühlem Untergrund und nasser Decke bei dieser Hundehitze. ©Philipp Steurer

Ein weiterer häufiger Fehler: Hunde werden bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurückgelassen. Schon nach wenigen Minuten kann sich das Fahrzeug gefährlich aufheizen – mit lebensbedrohlichen Folgen für das Tier.

Verdacht auf Hitzschlag: schnell handeln

Kommt es dennoch zu einem Hitzschlag, zählt schnelles Handeln. Das Tier sollte sofort an einen kühlen Ort gebracht und langsam heruntergekühlt werden, etwa mit einem kühlen, feuchten Handtuch.

"Das Tier sollte langsam heruntergekühlt werden. Plötzliche Kälte kann den Kreislauf zusätzlich belasten", erklärt Sohler. Von einem Eisbad rät sie deshalb ausdrücklich ab. Anschließend sollte umgehend ein Tierarzt verständigt werden, da häufig eine weitere Behandlung notwendig ist.

Die wichtigsten Tipps der Tierärztin

Hitzetipps für Haustiere

Immer ausreichend Wasser bereitstellen
Haustiere sollten jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben. Kontrollieren Sie den Wassernapf mehrmals täglich und stellen Sie ihn möglichst an einen schattigen Platz.
Spaziergänge in die kühlen Stunden verlegen
Mit Hunden sollte möglichst früh morgens oder am Abend spazieren gegangen werden. Heiße Asphaltflächen können die Pfoten verletzen.
Tiere niemals im Auto zurücklassen
Schon wenige Minuten reichen aus, damit sich ein geparktes Auto lebensgefährlich aufheizt – auch bei leicht geöffnetem Fenster.
Schatten und Abkühlung schaffen
Sorgen Sie für schattige Rückzugsorte und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Kühlmatten oder feuchte Handtücher können zusätzlich helfen.
Warnzeichen ernst nehmen
Starkes Hecheln, Schwäche, Taumeln oder Apathie können auf einen Hitzschlag hindeuten. Bringen Sie das Tier an einen kühlen Ort und kontaktieren Sie umgehend einen Tierarzt.

(VOL.AT)

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