Mit dem Gewinn des Meistertitels in der Austrian Volley League Women haben Lina Hinteregger und Soraya Kwakpovwe den größten gemeinsamen Erfolg im Dress von Sokol/Post Niederösterreich gefeiert.
Nach dem Supercup im Herbst ist es der nächste Meilenstein und eine Geschichte, die für die beiden Vorarlbergerinnen auch ein Stück weit in die Vergangenheit zurückführt.
Finale als Spiegelbild der Saison
Ein paar Tage nach dem Titelgewinn ist die Freude bei Lina Hinteregger endgültig angekommen. "Kurz danach hat man es nicht gleich realisiert, dass man wirklich Meister ist. Spätestens bei den Feierlichkeiten haben wir den Erfolg dann gebührend gefeiert", sagt die 21-jährige Wolfurterin und schmunzelt.
Das vierte Finalspiel in Graz war dabei alles andere als eine klare Angelegenheit. "Spielerisch war es sicher nicht das, was wir uns vorgestellt haben", blickt Hinteregger zurück. Vor allem im vierten Satz sah sich der 53-fache Meister Sokol/Post mit einem deutlichen Rückstand konfrontiert, ehe die Wende gelang.
"Graz hat uns mit dem Service stark unter Druck gesetzt, vor allem Graz-Kapitänin, die Wolfurterin Anna Oberhauser, hat ein super Spiel abgeliefert", zollt ihr Hinteregger Respekt.
Am Ende setzte sich der Rekordmeister dennoch mit 3:1 durch, auch weil "wir in den entscheidenden Momenten das Glück auf unserer Seite hatten". Ein Spiel, das sinnbildlich für die gesamte Saison steht, weiß auch Hinteregger. "Wir hatten öfter Partien, in denen wir nicht an unser Limit gekommen sind, aber uns am Ende trotzdem durchgesetzt haben."
Bekannte Gesichter
Mit Hinteregger und der Höchsterin Soraya Kwakpovwe auf Seiten von Sokol/Post sowie Graz-Kapitänin Anna Oberhauser standen gleich drei Absolventinnen des Sportgymnasiums auf dem Feld. "Es ist schon sehr cool, dass wir zu dritt im Finale gestanden sind", sagt Hinteregger. "Wir kennen uns sehr lange und verstehen uns auch abseits des Courts sehr gut."
Für die beiden Freundinnen Hinteregger und Kwakpovwe hatte der Titelgewinn zudem eine emotionale Komponente. "Ich hatte nach dem Titelgewinn einen kurzen Flashback zur Schülerliga", erzählt Hinteregger.
2019 hatten die beiden bereits gemeinsam einen großen Erfolg gefeiert, damals im Dress des BG Bregenz-Blumenstraße. "So einen Titel mit einer langjährigen Freundin zu gewinnen, ist einfach noch einmal schöner."
Erfolgreiche Saison, klare Ziele
Auch wenn der große Traum vom Triple nach der Finalniederlage vor einigen Wochen gegen die Steelvolleys Linz unerfüllt blieb, fällt das Saisonfazit dennoch positiv aus: "Alles in allem war es dennoch eine erfolgreiche Saison." Persönlich musste sich die Außenangreiferin ihre Einsätze hart erkämpfen. Nach der Verpflichtung zweier Legionärinnen auf ihrer Position fiel die Spielzeit geringer aus als erhofft. "Trotzdem glaube ich, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe", sagt Hinteregger.
Mit dem Meistertitel im Rücken richtet sich der Blick nun nach vorne, Richtung Nationalteam. Bereits am kommenden Montag geht es zum Trainingslager nach Steinbrunn im Burgenland als Vorbereitung für die European League von 5. bis 7. Juni gegen die Slowakei und Island im Rahmen der Qualifikation zur EM 2028. Ehe Ende August dann mit der EM 2026 das große Saisonhighlight ansteht: "Ich will unbedingt bei der EM dabei sein und wir wollen zeigen, dass wir mit den Besten mithalten können."
(VOL.AT)