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Wie ein Holz-Carbon-Rad aus Tosters in Wien überzeugte

Adrian und Vincenz aus Feldkirch schafften es ins Bundesfinale.
Adrian und Vincenz aus Feldkirch schafften es ins Bundesfinale. ©AWS/VOGUS/Wolfgang Voglhuber
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Vor wenigen Tagen wurde in Tosters noch laminiert, getestet und gefeilt. Jetzt stehen Adrian Müller und Vincenz Sonderegger ganz oben. Doch der eigentliche Test für ihr Holz-Carbon-Rad kommt erst noch.

Sieg für Holz-Carbon-Rennrad

Als VOL.AT Adrian Müller und Vincenz Sonderegger vor dem Bundesfinale in ihrer Werkstatt in Tosters besuchte, wurde noch laminiert, getestet und an den letzten Details gefeilt. Zwischen Carbonteilen, Teststücken und ihrem selbst entwickelten Rennrad sprachen die beiden Feldkircher über ihr großes Ziel: den Ötztaler Radmarathon. An einen Sieg in Wien dachten sie damals kaum. "Es ist immer ein bisschen schwierig einzuschätzen, wie andere drauf sind", sagte Müller.

Die jungen Feldkircher in der Werkstatt in Tosters. ©VOL.AT/Mayer

Jetzt steht es fest: Mit ihrem Projekt "woodberg" gewannen die Schüler der HTBLA Imst die Kategorie "Engineering I" bei "Jugend Innovativ". Insgesamt hatten sich 35 Projekte aus ganz Österreich für das Finale qualifiziert.

Am Freitag war Siegerehrung: "Von insgesamt über 400 Teams aus ganz Österreich und rund 50 Teams in unserer Kategorie haben wir den ersten Platz gewonnen", freut sich Vincenz Sonderegger.

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Das woodberg-Team mit Jurysprecherin Hildegard Etz, Doris Wagner vom Bundesministerium für Bildung und Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner. ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Von der Diplomarbeit zum Siegerprojekt

"Wir wollten keine Diplomarbeit machen, die dann nur im Regal herumsteht, sondern quasi was, was wir dann mitnehmen können", erklärte Müller gegenüber VOL.AT.

Aus einem geplanten Holzrad wurde schließlich ein Rennrad aus dem Verbundwerkstoff Holz-Carbon. Eine ungewöhnliche Idee entwickelte sich zu einem Herzensprojekt. Rund 1800 Arbeitsstunden pro Person stecken laut den beiden in "woodberg".

Das Besondere: Bereits eine nur zwei Millimeter starke Holzschicht verdoppelte in Tests die Schlagfestigkeit. Durch die Holzschale kann zudem auf die bei Carbonrahmen üblichen Negativformen verzichtet werden. Außerdem entwickelten die Schüler eigene Prüfmaschinen und eine spezielle Fertigungstechnik für den Holz-Carbon-Verbund. Langfristig soll das Konzept auch für weitere Leichtbaukomponenten eingesetzt werden.

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Ihr Holz-Carbon-Fahrrad konnte überzeugen. ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

"Es war megakollegial"

Neben dem Wettbewerb selbst stand das Miteinander im Mittelpunkt. Bereits am Mittwoch trafen die Finalisten zusammen. Es folgten Jury-Präsentationen, Ausstellungen und gemeinsame Aktivitäten.

"Es war megakollegial. Man hat sich mit den anderen Teams ausgetauscht, geschaut, was sie machen und sich gegenseitig für die Projekte interessiert", erzählt Sonderegger. An einem Abend wurde etwa gemeinsam gegrillt und Volleyball gespielt.

Europafinale und Ötztaler Radmarathon

Mit dem Sieg qualifizierte sich das Team für das Europafinale "European Union Contest for Young Scientists" (EUCYS) in Kiel. Dort werden die Feldkircher im September gemeinsam mit zwei weiteren Teams Österreich vertreten.

Bis dahin haben sie einiges vor: "Jetzt startet eigentlich die erste Kleinserie", verraten sie. Geplant sind drei bis fünf weitere Räder. Diese wollen die Feldkircher nicht nur testen, sondern damit auch beim Arlberg Giro, dem Kufsteiner Radmarathon und vor allem beim Ötztaler Radmarathon antreten.

Bereits beim Werkstattbesuch in Tosters erklärte Sonderegger: "Unser Ziel, das wir uns von Anfang der Diplomarbeit schon definiert haben, ist der Ötztaler Radmarathon."

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Alle Finalisten beim Bundesfinale von Jugend Innovativ. ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

HTL Bregenz holt Science-Sieg

Einen weiteren ersten Platz sicherte sich die HTL Bregenz. Jonas Stadelmann und Julian Übelher gewannen mit ihrer Arbeit "Analyzing and Overcoming Optimization Obstacles in Adaptive Variational Quantum Algorithms" die Kategorie Science. Für ihr Projekt wurden sie für den China Adolescents Science & Technology Innovation Contest (CASTIC) in Xi’an nominiert.

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Das Team vom Siegerprojekt Analyzing and Overcoming Optimization Obstacles in Adaptive Variational Quantum Algorithms (HTL Bregenz, Vorarlberg). ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Weitere Auszeichnungen für Vorarlberg

Den zweiten Platz in der Kategorie Entrepreneurship erreichte "alvora.care" vom BSBZ Hohenems. Martina Büchele und Larissa Gmeiner entwickelten Naturkosmetik auf Basis von Wasserbüffelmolke und bauten daraus bereits ein eigenes Unternehmen auf.

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Alvora.care durfte sich über den zweiten Platz freuen. ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Über den dritten Platz in Entrepreneurship durfte sich "Lunara" (HTL Dornbirn) freuen. Das Team (Kim Vonbank, Freya Berger, Katharina Müller, Lisa Bühler und Antonella Gasparevic) entwickelte Unterwäsche mit integrierter Tasche für wiederverwendbare Wärmepads.

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Die Mädels von Lunara. ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Ebenfalls den dritten Platz erreichte die HTL Dornbirn in der Kategorie Science mit "Aqua Shield", einem PFAS-freien Imprägnierspray für Textilien. Für das Projekt von Johannes Schneider, Vanessa Moosmann und Robin Pregler gab es zusätzlich eine Nominierung zur Luxembourg International Science Expo 2026.

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Platz drei gab es für Aqua Shield. ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde "Bearunity – Bärisch vereint, eine Geschichte aus dem Bärenwald" (HTL Dornbirn). Das von Ylvie Sonderegger, Hannah Dall, Jessica Bjelica, Andjelina Cukljevic, Victoria Mittempergher und Elena Büchele entwickelte Kinderbuch vermittelt Werte wie Toleranz, Gleichberechtigung und Zusammenhalt.

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Das Team von Bearunity. ©Austria Wirtschaftsservice/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

(VOL.AT)

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