Hinter dem bunten Treiben zur Hochzeit des Faschings am Wochenende steckt monatelange Vorbereitung. Veranstalter müssen auf mögliche Gefahren reagieren: alkoholisierte Besucher, Kinder, die sich losreißen, oder nicht ausreichend gesicherte Umzugswägen.
Schon Monate vor dem Umzug stimmen sich die Vorarlberger Gilden mit Polizei und Gemeinden ab. Sie planen die Strecke, organisieren Absperrungen und setzen Vorgaben der Behörden um. Gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren werden Helfer zum Absperren eingeteilt und Gitter aufgestellt. Zudem gelten klare Regeln – etwa ein Glasverbot wie in Götzis – für Teilnehmer wie Besucher.
In Götzis appelliert man an die Vernunft der Umzugsbesucher
In Götzis sorgen am Samstag rund 300 Helfer für einen reibungslosen Ablauf. 60 Gitter sichern stark frequentierte Bereiche. „Hinter den Absperrungen zu bleiben, ist wichtig“, betont Obfrau Sabine Bleiker. Schon ein Trommelschlägel könne im Gedränge zur Gefahr werden – vor allem für Kinder, die auf Absperrungen sitzen. Sie appelliert an die Vernunft der Besucher, Anweisungen von Sicherheitspersonal zu befolgen und ausreichend Abstand zu halten. Taschenkontrollen wie bei Großveranstaltungen sind nicht möglich, bei Problemen können Polizei oder Rettung alarmiert werden. Nach dem Umzug wird das Sicherheitskonzept gemeinsam mit den Behörden evaluiert.
In Bregenz braucht jeder Fasnachtswagen ein Pickerl
Auch in Bregenz, wo der größte Umzug des Landes stattfindet, ist Sicherheit oberstes Gebot. 15.000 Mäschgerle werden erwartet. Feuerwehr und Polizei sichern die Strecke, verkehrsreiche Bereiche werden mit Gittern geschützt. Zusätzlich sind Alt-Prinzen bei den Wägen eingeteilt, um etwa die Lautstärke im Blick zu behalten. „Musikanlagen werden höher montiert, um Besucher nicht direkt zu beschallen und wir messen die Lautstärke“, erklärt Ore Ore-Obmann Alexander Giesinger.
Der Verband der Vorarlberger Fasnatszünfte prüft alle Wägen im Vorfeld: Jeder braucht ein Pickerl. Kontrolliert werden Räderabdeckungen, scharfe Kanten und feuerfeste Materialien. Rettung und Polizei sind am Kornmarktplatz stationiert, das Rote Kreuz steht bereit.
Und wer haftet, wenn doch etwas passiert?
Kommt es dennoch zu Zwischenfällen, „haftet der Veranstalter ganz klar“, so Giesinger. Er ist gesetzlich verpflichtet, Gefahren abzuwehren. Gruppen sind für ihre Fahrzeuge verantwortlich, aber auch die Besucher müssen sich an die Regeln halten und haben eine Eigenverantwortung, sich nicht in Gefahr zu bringen.
(VOL.AT)