Wieder wurden Bäume in Bregenz gesalzen: "Schade um die schönen alten Bäume"
Salzvergiftung bei Bäumen seit 2024
In Bregenz sind wieder Bäume mutmaßlich durch Salz geschädigt worden. Die Stadt geht davon aus, dass entweder derselbe unbekannte Täter aktiv ist oder aber ein Trittbrettfahrer. Die jüngsten Vorfälle wurden erst vor rund einer Woche entdeckt, wie die Kommunikation zu verstehen gibt.
Bereits seit dem Sommer 2024 kommt es in Bregenz zu gezielten Angriffen auf städtische Bäume. Dabei wird Salz in großen Mengen im Wurzelbereich ausgebracht, um die Pflanzen zu schädigen. Im vergangenen Jahr waren unter anderem eine Rosskastanie, zwei Ginkgos und zwei Mammutbäume betroffen, zwei davon sind inzwischen abgestorben.
Im April 2026 wurden erneut zwei Bäume ins Visier genommen: eine Rosskastanie an der Promenade sowie ein Tulpenbaum beim Radweg nahe dem Eispavillon am See.
Salz wurde früh entdeckt
Laut Auskunft der Stadt wurden die aktuellen Fälle frühzeitig entdeckt. Die Stadtgärtnerei entfernte das Salz und beobachtet die Situation weiterhin. Derzeit seien keine sichtbaren Schäden an den betroffenen Bäumen feststellbar. Welche Bäume betroffen waren, ließ sich vor Ort nicht eindeutig nachvollziehen. Auch waren keine Salzrückstände mehr sichtbar.
Was Salz mit Bäumen macht
Im Jänner 2025 berichtete VOL.AT über Salz-Attacken in Bregenz. Jürgen Kiesenebner von der Stadtgärtnerei erklärte beim Lokalaugenschein, was Salz mit Bäumen anstellt: "Das Salz entzieht den Wurzeln und der Erde das Wasser. Die Pflanzen können keine Nährstoffe mehr aufnehmen, und es kommt zu einem kompletten Kollaps des Stoffwechsels, sodass sie eine Art Herzinfarkt erleiden."
Anzeige erstattet – Stadt hofft auf Hinweise
Der Vorfall wurde bei der Polizei angezeigt. Die Stadt betont, dass es sich dabei um eine strafbare Handlung handelt, für die empfindliche Geld- und auch Freiheitsstrafen drohen. Da es sich bei den betroffenen Bäumen um teils jahrzehntealte Exemplare handelt, kann deren Wert den Strafrahmen zusätzlich erhöhen.
Die Stadt Bregenz ersucht die Bevölkerung um Mithilfe. Wer Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zur Täterschaft geben kann, soll sich an die Städtische Sicherheitswache wenden (Telefon 05574 / 410 1231, E-Mail: stadtpolizei@bregenz.at).
"Das ist traurig, was die da machen"
"Schade um die schönen alten Bäume", meint Tourist Steffen aus dem Saarland, der mit seiner Partnerin am Bodensee Urlaub macht. "Ich hoffe, dass man ihn erwischt." Er habe selbst einen Garten und wisse, wie viel Arbeit es sein könne, gibt er zu verstehen. "Das ist traurig, was die da machen."
Dagmar Masser aus Bregenz meint: "Unverantwortlich der Natur gegenüber." Sie habe keine Worte dafür. Es anzuzeigen sei richtig: "Das Wichtigste, dass man etwas dagegen tut, wenn man überhaupt herausfindet, wer es war."
Auch Monika Fitz aus Hohenems kann nur den Kopf schütteln: "So etwas zu tun ist gefühllos und herzlos und völlig jenseitig." Bäume sind ihr am See sehr wichtig. "Die machen alles aus. Ohne die Bäume ist es nichts, ist es einfach nur eine Betonstraße." Bäume seien "das Um und Auf."
(VOL.AT)