AA

"Wir haben ein riesiges Glück gehabt, dass unser Clubheim noch steht"

Vereinsobmann Roman Eder ist entsetzt über die Vorfälle beim Clubmheim.
Vereinsobmann Roman Eder ist entsetzt über die Vorfälle beim Clubmheim. ©VOL.AT/Emilia Waanders
Emilia Waanders (VOL.AT) emilia.waanders@russmedia.com
Was als "jugendlicher Leichtsinn" begann, hätte im Inferno enden können: Nach dem Brand rückt beim FC Schwarzach eine ganze Reihe an Vorfällen in den Fokus..

Fast wäre das Clubheim abgebrannt – doch der Brand ist nur die Spitze des Problems: Beim FC Schwarzach sorgen auch andere Vorfälle für Ärger. Vereinsobmann Roman Eder spricht von einem Brand durch "unbekannte Personen", wachsendem Vandalismus – und von Müll, Spritzen und sogar Fäkalien am Gelände.

Video: Das steckt hinter dem Brand beim FC Schwarzach

Brandursache

Der Brand ereignete sich am vergangenen Mittwoch auf der Holzterrasse des Clubheims. Laut Obmann Roman Eder dürften "unbekannte Personen, wir gehen von ein paar Jugendlichen aus", eine Einweg-Grillschale mit Holzkohle entzündet haben.

Als sich später jemand dem Gelände näherte, sei offenbar Panik ausgebrochen. "Die haben wahrscheinlich mitbekommen, dass da jemand ist – und wollten schnell verschwinden", so Eder. Die noch heiße Holzkohle sei dabei auf der Terrasse verteilt worden – mit fatalen Folgen.

Für den Obmann ist klar: "Ich würde nicht unbedingt sagen Brandstiftung." Er spricht von "jugendlichem Leichtsinn" und vermutet keine gezielte Absicht.

Hier ereignete sich der Brand am vergangenen Mittwoch. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Zufall verhinderte Schlimmeres

Dass das Feuer überhaupt bemerkt wurde, ist laut Eder einem Zufall zu verdanken. Ein Nachwuchstrainer war am Mittwoch kurz vor Ort und bemerkte die Jugendlichen – obwohl er eigentlich gar nicht hätte da sein sollen.

"Wir haben ein riesiges Glück gehabt, dass unser Clubheim noch steht", sagt Eder. Wenige Minuten hätten gereicht, "und das Ding wäre vielleicht schon in Flammen gestanden".

Das Clubheim des FC Schwarzach. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Müll, Spritzen, Kot – "Das darf einfach nicht sein"

Der Brand ist kein Einzelfall. Laut Eder kommt es rund um das Clubheim immer wieder zu Problemen. Das abgelegene Gelände ziehe Jugendliche an, die sich dort treffen, feiern und Alkohol konsumieren.

Die Liste der Vorfälle ist lang. "Es gibt im Grunde nichts, was wir nicht gefunden haben", so der Obmann. Von Müllbergen bis hin zu heiklen Funden: "Unser Platzwart hat auch schon Spritzen gefunden", berichtet Eder.

Auf der Terasse treffen sich regelmäßig Jugendliche. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Besonders belastend sei die Situation für die ehrenamtlichen Helfer – und für die Kinder. "Am Montagnachmittag trainieren Sechs- oder Siebenjährige – und vorher liegt noch der Müll vom Wochenende herum. Das darf einfach nicht sein."

Auch das neue Vereinsschild wurde auf beiden Seiten beschmiert. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Wie weit das gehen kann, zeigt ein besonders drastischer Vorfall: Bei einem Trainingslager habe sich in der Nacht eine Person am Aufgang des Clubheims erleichtert. "Der hat das Klo nicht mehr gefunden und hat einfach von oben runter gemacht", berichtet Eder. Am nächsten Tag habe der Platzwart die Hinterlassenschaften beseitigen müssen.

Appell an die Öffentlichkeit

Der Verein setzt auf Aufklärung statt Dauerüberwachung. "Es kann keine Polizei 24/7 da sein", sagt Eder. Entscheidend sei der Umgang mit fremdem Eigentum.

Sein Appell: "Wir möchten, dass wir aufeinander schauen und fremdes Eigentum wertschätzen." Hinter dem Clubheim stehe die sportliche Heimat für rund 200 Kinder – die nicht mit den Folgen solcher Vorfälle konfrontiert werden sollen.

Clubobmann Roman Eder. ©VOL.AT/Emilia Waanders

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Vorarlberg
  • "Wir haben ein riesiges Glück gehabt, dass unser Clubheim noch steht"