"Wir haben montags offen – aber wir müssen uns fragen, ob sich das noch lohnt": Warum der Montag in Bregenz zum Problem wird
Wer montags durch die Bregenzer Innenstadt geht, merkt schnell: Viele Türen bleiben zu. Wo früher Betrieb war, wirkt es heute deutlich ruhiger. Eine Entwicklung, die nicht nur Kunden auffällt, sondern auch den Händlern selbst. Diese Beobachtung teilt Martina Zimmermann, die eine Boutique in Bregenz am Kornmarktplatz betreibt, im Videobeitrag.
"Immer mehr Geschäfte haben montags zu"
Zimmermann beobachtet die Entwicklung seit Monaten mit Sorge. "Mir ist aufgefallen, dass am Montag immer mehr Geschäfte geschlossen haben, gerade der inhabergeführte Einzelhandel, der so wichtig ist für unsere Bregenzer Innenstadt." Die Auswirkungen bekommt sie direkt mit. "Ich habe schon die ein oder andere verärgerte Kundschaft gesehen, die dann vor dem zweiten Laden gestanden ist, der zu war und sich einfach ärgert." Zimmermann selbst zweifelt auch manchmal: "Ganz bewusst lassen wir offen, wobei wir schon nachdenken müssen, ob der Montag dann schon Sinn macht."
Domino-Effekt in der Innenstadt
Für Zimmermann verstärkt sich das Problem selbst: "Es gibt natürlich den Domino-Effekt, wo weniger Tauben sind, fliegen keine Tauben zu." Wenn weniger Geschäfte offen haben, sei es "nicht mehr so sympathisch, um in diesem Ort einkaufen zu gehen."
Auch bei einem Lokalaugenschein zeigt sich: Händler führen zusätzliche Schließtage oft auf Personalmangel zurück. VOL.AT hat sich in den Geschäften umgehört und gezielt auf die Öffnungszeiten, die den Montag ausklammern, angesprochen.
Stadt bestätigt schwachen Montag
Auch das Bregenzer Stadtmarketing bestätigt die Entwicklung. Auswertungen zeigen ein klares Muster: Die stärksten Tage liegen zwischen Donnerstag und Samstag, mit einem Höhepunkt am Samstag. Der Montag hingegen liegt unter dem durchschnittlichen Wochenniveau. Gleichzeitig betont man, dass Öffnungszeiten individuell von den Betrieben festgelegt werden.
Kosten und Personal als Hauptgründe
Für die Wirtschaftskammer Vorarlberg ist die Entwicklung kein Zufall. "Wir stellen das auch fest, dass bei den Öffnungszeiten, dass die immer flexibler und variabler werden", sagt Spartengeschäftsführer Michael Tagwerker. Die Gründe sind vor allem wirtschaftlicher Natur. "Jede Stunde offen halten kostet Geld. Wenn ich jetzt am Montagmorgen um 9 Uhr offen mache und bis 11 Uhr kommt keine einzige Kundschaft, dann muss ich mir irgendwann einmal überlegen, lasse ich lieber am Freitag länger offen und mache erst am Montagmittag oder vielleicht sogar am Dienstag offen." Steigende Kosten und sinkende Margen würden viele Betriebe zum Umdenken zwingen.
Gemeinsame Lösung als Ausweg?
Eine einheitliche Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Gleichzeitig wird das Thema intensiv diskutiert, denn auch Städte wie Dornbirn oder Feldkirch haben mit diesen Öffnungszeiten zu kämpfen. Zimmermann wünscht sich mehr Abstimmung. "Ich glaube, das frustriert die Menschen eher, als dass es sie anlockt." Gleichzeitig sieht sie auch eine Chance: "Bregenz könnte sich toll abheben. Wenn in anderen Städten alles zu ist, könnten wir sagen, wir haben am Montag offen."
(VOL.AT)