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"Wir sind wie Brüder"

©Verein

Kindheitsfreunde Emmanuel Chukwu und Precious Benjamin gehen bei Austria Lustenau erstmals gemeinsam auf Profiebene auf Punktejagd.

Manche Geschichten schreibt nur der Fußball. Emmanuel Chukwu (19) und Precious Benjamin (19) besuchten gemeinsam Kindergarten und Schule, verbrachten ihre Jugend in der Grassrunners Football Academy in Nigeria und verfolgten ein gemeinsames Ziel: den Sprung in den Profifußball.

Viele Jahre später hat sie dieser Traum über den Nachwuchs der TSG Hoffenheim nun gemeinsam nach Lustenau geführt. Erstmals laufen die beiden Freunde im Profifußball für denselben Verein auf.

Über Umwege wieder zusammengefunden

Dass ihre Wege eines Tages wieder zusammenführen würden, damit hatten selbst die beiden nicht gerechnet. Im Februar 2025 wechselten beide zeitgleich vom erst kurz zuvor gegründeten nigerianischen Nachwuchsverein Grassrunners FC zur TSG Hoffenheim.

Zuvor hatten sie bei mehreren europäischen Klubs vorgespielt, unter anderem bei Bayer Leverkusen, Nottingham Forest und Sturm Graz. Zeitweise schien sogar ein Wechsel zum damaligen österreichischen Doublesieger wahrscheinlich, ehe Hoffenheim rund um Sportchef Andreas Schicker und Trainer Christian Ilzer den Zuschlag erhielt.

Nach einem Gastspiel in Altach in der vergangenen Saison ist Benjamin nun in Lustenau gelandet. ©GEPA

Doch schon kurz nach ihrer Ankunft im Kraichgau trennten sich ihre Wege wieder. Chukwu sammelte beim Wolfsberger AC Erfahrung in Österreichs höchster Spielklasse (10 Spiele/1 Tor), Benjamin absolvierte die Rückrunde der vergangenen Spielzeit bereits im Ländle und kam für den SCR Altach auf sieben Bundesligaeinsätze.

Nun sind die beiden Leihspieler erstmals wieder vereint, diesmal im grün-weißen Trikot der Austria. "Wir hätten nie gedacht, dass wir einmal wieder im selben Verein landen würden. Erst wurden wir getrennt, jetzt sind wir wieder zusammen. Das ist etwas Besonderes", erzählt Chukwu.

Emmanuel Chukwu sammelte bereits Bundesliga-Erfahrung beim Wolfsberger AC. ©GEPA

"Eisen schärft Eisen"

Ihre Verbindung geht weit über den Fußball hinaus. Seit ihrer Kindheit bezeichnen sich die beiden als Brüder. Während Chukwu als Innenverteidiger die Defensive organisiert, sorgt Benjamin im Angriff für Torgefahr. Schon in Nigeria harmonierte das Duo perfekt.

Soll beim Bundesliga-Aufsteiger für die nötigen Tore sorgen: Precious Benjamin (links) ©GEPA

"Ich habe ihm viele Vorlagen gegeben", erinnert sich Chukwu schmunzelnd. Konkurrenz gibt es trotzdem. Wer der bessere Fußballer sei? "Das kann keiner von uns sagen", meint Benjamin. "Im Training fordern wir uns ständig gegenseitig heraus."

Ihr gemeinsames Motto stammt aus der Bibel: "Iron sharpeneth iron" – Eisen schärft Eisen. "Wir pushen uns jeden Tag, auf und neben dem Platz, und versuchen, uns gegenseitig besser zu machen", erklärt Chukwu.

Mit großen Ambitionen

Der Neustart in Vorarlberg fiel den beiden deshalb leichter, weil sie ihn gemeinsam erleben. "Wenn man in ein neues Land kommt, sind Sprache, Essen und Kultur anders. Es hilft enorm, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen schon sein ganzes Leben kennt", sagt Benjamin.

Wieder vereint: Emmanuel Chukwu (links) und Precious Benjamin (rechts). ©Verein

Gleichzeitig beeindruckte beide die Atmosphäre bei ihrem neuen Verein. "Alle haben uns sofort aufgenommen: Mitspieler, Trainer und das gesamte Umfeld. Es fühlt sich wie eine Gemeinschaft an, und deshalb konnten wir uns schnell einleben", erzählt Chukwu.

Emmanuel Chukwu hat große Ziele mit der Lustenauer Austria. ©GEPA

Sportlich wollen die beiden ihren Teil dazu beitragen, dass der Bundesliga-Aufsteiger eine erfolgreiche Saison spielt. Benjamin möchte als Stürmer Tore erzielen und "für das Wappen alles geben". Chukwu zeigt sich besonders selbstbewusst: "Ich glaube, wir können um den Titel spielen. Warum sollten wir uns mit weniger zufriedengeben?", lautet die klare Ansage des Innenverteidigers.

(VOL.AT)

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