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Warum Wolford trotz Fortschritten tiefer in die roten Zahlen rutscht

©APA/HERBERT NEUBAUER
Lieferketten stabilisiert, Kosten gesenkt, frisches Kapital gesichert. Doch die neuen Zahlen zeigen: Für Wolford wird die Lage trotzdem ernster.

Der Umsatz ging um 14 Prozent auf knapp 76 Millionen Euro zurück. Der Verlust stieg gegenüber dem Jahr zuvor um rund 5,6 Millionen Euro auf 57,25 Millionen Euro, geht aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens hervor.

Management reagiert auf Altlasten

Das seit Jahren defizitäre Unternehmen verwies auf Altlasten aus dem Jahr 2024. "Das Management nahm die Lieferantenbeziehungen wieder aktiv auf, setzte klare Prioritäten in Betrieb und Produktion und schärfte Entscheidungsbefugnisse – um eine strikte finanzielle Kontrolle sicherzustellen", teilte der Vorstand des Unternehmens mit.

Mehrheitsaktionär sprang ein

Im Retail- und Outlet-Bereich verzeichnete Wolford einen Rückgang um 27 Prozent nach unten. Das Sortiment wurde bereinigt, nicht profitable Geschäfte geschlossen. Das vergleichbare Filialnetz erzielte hingegen ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.

Gesellschafterdarlehen sowie eine Kapitalerhöhung um gut 25,1 Millionen Euro durch den Mehrheitsaktionär Fosun Group im Sommer 2025 brachten Wolford das benötigte Kapital. Die Fosun Group hält derzeit 74,7 Prozent der Wolford-Aktien. In der zweiten Jahreshälfte 2025 stabilisierten sich Unternehmensangaben zufolge die operativen Abläufe schrittweise. Die Lieferfähigkeit und Liefertreue verbesserten sich. Sowohl bei Großhandelspartnern als auch bei Endkunden und Endkundinnen kehrte laut dem Vorstand die positive Dynamik zurück.

Wolford rutscht tiefer ins Minus. ©APA/HERBERT NEUBAUER

Allerdings konnten die Maßnahmen nicht verhindern, dass sich die Zahlen im Gesamtjahr gegenüber dem Jahr zuvor verschlechterten. Das negative Eigenkapital belief sich auf 114,63 Millionen Euro, nach minus 88,44 Millionen ein Jahr zuvor. Die Nettoverschuldung stieg von 84,25 Millionen Euro auf 119,19 Millionen Euro. Dementsprechend verschlechterte sich auch die Eigenkapitalquote auf minus 131,56 Prozent. Lediglich beim Betriebsergebnis (EBIT) erzielte das Textilunternehmen mit einem Minus von 40,16 Millionen Euro eine leichte Besserung, nach minus 42,63 Millionen Euro im Jahr 2024.

(APA)

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