Zigarettenpreise steigen: Was das für Vorarlberg bedeutet
Preisplus seit Jänner: Rauchen wird wieder teurer
Ab 19. Jänner 2026 wurden Zigaretten in Österreich um 10 bis 40 Cent pro Packung teurer. Verantwortlich ist eine neue Stufe der Tabaksteuerreform, die ab Februar in Kraft tritt. Besonders betroffen sind günstigere Marken, während Premium-Zigaretten wie Marlboro nur moderat angehoben wurden. Deren Preis liegt nun bei exakt 7,00 € – ein symbolträchtiger Sprung.
Das ist nicht die erste Erhöhung: Schon 2025 hatten Hersteller die Preise in mehreren Schritten angepasst. Ein klarer Trend – jährlich steigen die Preise, meist im Frühling. Dahinter steckt ein mehrjähriger Stufenplan der Regierung, der bis Herbst 2026 weitere Anpassungen vorsieht.
Wie sich der Preis zusammensetzt
In Österreich entfallen rund 76 Prozent des Zigarettenpreises auf Steuern – Tabaksteuer und 20 Prozent Mehrwertsteuer. Das bedeutet: Von einem Packerl um 7 Euro gehen über 5 Euro direkt an den Staat. Der Fixbetrag pro Zigarette und ein prozentualer Anteil vom Verkaufspreis machen das Steuerpaket aus. Für den Staat zahlt sich das aus: 2025 flossen 2,18 Mrd. Euro aus Tabaksteuern in die Kasse – ein Plus von 50 Mio. trotz sinkender Verkaufszahlen.
Vierländerblick: Vorarlberg als Drehkreuz im Preiskampf
Vorarlberg liegt strategisch zwischen Deutschland, der Schweiz und Italien – alle mit deutlich unterschiedlichen Zigarettenpreisen. Anfang 2026 kostet eine Packung (20 Stück):
- Österreich: Ø 6,50 €
- Deutschland: Ø 7,00–8,50 €
- Schweiz: Ø 8,50 € (umgerechnet)
- Italien: Ø 6,00–6,50 €
Im Vergleich ist Österreich weder teuer noch billig – mittendrin. Das beeinflusst das Kaufverhalten: Zwar könnten Vorarlberger in Süddeutschland oder der Schweiz einkaufen, lohnen tut es sich aber kaum – dort sind die Preise höher. Umgekehrt greifen manche Schweizer beim Einkauf im Ländle zu – vor allem nahe der Grenze.
Einziger Haken: In die Schweiz dürfen nur 200 Zigaretten pro Person zollfrei mitgenommen werden. Darüber hinaus wird’s teuer. Dennoch beobachten Experten verstärkten "Zigarettentourismus" – ein Phänomen, das im Osten Österreichs (Grenze zu CZ/SK) noch ausgeprägter ist.
Schwarzmarkt und Schmuggel: Ein wachsendes Risiko?
Rund 13 Prozent der in Österreich konsumierten Zigaretten waren 2025 laut Schätzungen nicht im Inland versteuert – das sind etwa 1,6 Milliarden Stück. In Grenzregionen wie dem Vierländereck tauchen immer wieder Hinweise auf Schmuggel und illegale Ware auf, vor allem bei Drehtabak. In der Ostschweiz sollen über 20 Prozent der Zigaretten aus dem Ausland stammen.
In Vorarlberg ist die Lage noch vergleichsweise ruhig – die Wirtschaftskammer fordert dennoch ein engmaschiges Monitoring.
Trafiken: Zwischen Umsatzplus und Konsumrückgang
Für die Trafikanten bedeutet die Erhöhung zweierlei: Einerseits steigt der Umsatz nominell – denn die Handelsspanne bleibt prozentual stabil. Andererseits könnten Kundinnen und Kunden abwandern oder weniger konsumieren. Noch gibt es keinen Rückgang, doch die Sorge ist da.
Politisches Ziel: Gesundheit schützen
Dass die Preise steigen, ist kein Zufall – es ist politisch gewollt. Hohe Tabakpreise gelten laut WHO als effektivste Maßnahme zur Prävention. Eine Preissteigerung um 10 Prozent kann den Konsum um etwa 5 Prozent senken, bei Jugendlichen sogar stärker.
In Österreich rauchten 2025 rund 23 Prozent der Bevölkerung täglich – Tendenz langsam fallend. Die Hoffnung: Mit jeder Preisrunde sinkt auch die Quote weiter.
Neue Regeln ab April: Auch E-Zigaretten & Nikotinbeutel betroffen
2026 wird das Tabakmonopol ausgeweitet. Künftig unterliegen auch Liquids für E-Zigaretten und Nikotinbeutel ("Pouches") der Tabaksteuer – und dürfen nur noch in Trafiken verkauft werden. Ziel ist es, Schlupflöcher zu schließen und ein einheitliches Preisniveau über alle Nikotinprodukte hinweg zu schaffen.
Gerade bei Jugendlichen sind diese Alternativen beliebt – die Regierung will verhindern, dass sie als "günstige Umwege" genutzt werden.
(VOL.AT)