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Zürs eingeschneit: Hotelchef Charly Wiener über Ausnahmestunden

Von Samstagnachmittag bis Sonntagfrüh waren Lech und Zürs wegen Lawinengefahr nicht erreichbar. Edelweiss-Direktor Charly Wiener schildert, wie Gäste reagierten.
Von Samstagnachmittag bis Sonntagfrüh waren Lech und Zürs wegen Lawinengefahr nicht erreichbar. Edelweiss-Direktor Charly Wiener schildert, wie Gäste reagierten. ©VN
Von Samstagnachmittag bis Sonntagfrüh waren Lech und Zürs wegen Lawinengefahr nicht erreichbar. Edelweiss-Direktor Charly Wiener schildert, wie Gäste reagierten – und warum die Schneemassen auch Positives haben.

In Zürs herrschte Ausnahmezustand: Von Samstag, 17 Uhr, bis Sonntag, 9.30 Uhr, waren Lech und Zürs aufgrund akuter Lawinengefahr nicht erreichbar. Straßen wurden gesperrt, Sprengungen durchgeführt. Für Hotels und Gäste bedeutete das Improvisation – und überraschend viel Gelassenheit.

Charly Wiener, Direktor des Edelweiss Hotels in Zürs, spricht von einer besonderen Situation – aber keiner Panik.

Gestrandete Gäste und improvisierte Lösungen

Nicht alle Urlauber konnten wie geplant anreisen. Einige Gäste, die es nicht rechtzeitig bis ins Hotel nach Zürs geschafft hatten, mussten kurzfristig in Hotels an anderen Orten untergebracht werden. "Einige hatten bei der Anreise mit einem Stau bei Zürich zu kämpfen", berichtet Hoteldirektor Wiener.

Alle Gäste, die abreisen wollten, konnten Zürs verlassen, bevor die Straße am Nachmittag gesperrt wurde. ©Privat

Fünf Gäste aus Taiwan, die eigentlich in Klösterle untergebracht sind, schafften es nicht mehr rechtzeitig zurück und mieteten sich kurzfristig im Edelweiss ein. "Denen haben wir mit T-Shirts ausgeholfen, damit sie zumindest zum Frühstück frische Sachen hatten", so Wiener.

Eine Touristengruppe aus Taiwan ist eigentlich in Klösterle untergebracht. Sie wurde von Wiener mit frischer Kleidung versorgt. ©Privat

Laut Wiener konnten sonst alle Gäste, die abreisen wollten, das Tal verlassen.

"Spielstraße" durch Zürs

Trotz der angespannten Lage blieb die Stimmung ruhig. Wiener berichtet, dass viele Gäste die außergewöhnliche Situation sogar genossen hätten. "Es war schön zu sehen, wie die Straße durchs Dorf mal zur Spielstraße wird", so der Hotelchef.

Die Gäste, die über Nacht in Zürs blieben, genossen die ruhige Atmosphäre. ©Privat

Hunde liefen frei, Gäste spazierten durch den Schnee. Statt Hektik sei vielerorts eine fast entschleunigte Winteratmosphäre entstanden.

Sprengungen sorgten für Unsicherheit

Wegen der Lawinengefahr wurden im Tal Sprengungen durchgeführt. Eine Familie aus Deutschland zeigte sich laut Wiener zunächst besorgt über die Explosionen. "Denen haben wir dann erklärt, dass das für uns ganz normal ist."

Ob denn das Hotel in Gefahr sei, wenn Sprengungen durchgeführt würden, hätten die Gäste gefragt. "Also haben wir kurzerhand Infomaterial an die Gäste ausgegeben und ihnen die Sprengungen und die verschiedenen Sicherheitszonen erklärt", so Wiener.

Mehr Bewusstsein für Lawinengefahr

Für Wiener haben die derzeit massiven Schneemengen auch eine positive Seite: Viele Gäste würden beim Hotel und bei den Skilehrern nachfragen und sich intensiver mit dem Thema Lawinengefahr beschäftigen.

Gerade beim Skifahren abseits der gesicherten Pisten sei das Bewusstsein für Risiken entscheidend: "Auf den präparierten Pisten ist das Skifahren sicher, lediglich abseits der Piste besteht große Gefahr. Das sieht man ja leider bei den Lawinenabgängen der vergangenen Tage", so der Hoteldirektor.

"Wieder Sonnenschein" im Hotel Arlberg in Lech

Im Hotel Arlberg in Lech ist heute das große Schneeräumen angesagt. Die Meldung, die mit den Bildern in die Redaktion angeliefert wird, lautet: "Auf den Sturm folgt die Sonne – Straßen sind alle frei – die Gäste reisen nun alle an – Terrassen werden gerichtet – die Pisten sind perfekt präpariert".

Das Hotel Arlberg wird vom Schnee befreit. ©Hotel Arlberg
Winterwunderland in Lech. ©Hotel Arlberg
©Hotel Arlberg
©Hotel Arlberg
"Die Pisten sind perfekt präpariert", schreibt das Hotel. ©Hotel Arlberg

(VOL.AT)

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