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Zwei Fahrten, zwei Preise: Wie Fairtiq in diesem Fall rechnete

Rätselhafte Preisdifferenz: Für Hin- und Rückfahrt wurden unterschiedliche Beträge verrechnet.
Rätselhafte Preisdifferenz: Für Hin- und Rückfahrt wurden unterschiedliche Beträge verrechnet. ©VOL.AT/Mayer, Screenshot/zVg
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Eine Fairtiq-Abrechnung eines VOL.AT-Lesers sorgte für Verwunderung: Für zwei identische Fahrten wurden unterschiedliche Beträge verrechnet. Warum das kein Fehler ist, erschließt sich erst auf den zweiten Blick.

Unterschiedliche Preise für dieselbe Strecke

Seit Juni gilt in Vorarlberg ein neues Tarifsystem im öffentlichen Verkehr. Drei Zonen und verschiedene Zeitstufen sollen die Tarifwelt vereinfachen. Gleichzeitig nutzen immer mehr Fahrgäste die Fairtiq-App, die automatisch den günstigsten Tarif berechnen soll.

Ein Leser wandte sich nun mit einer Frage an VOL.AT. Konkret geht es um die Strecke zwischen Lauterach Zum Kreuz und Bregenz Montfortstraße. Für die Hinfahrt zahlte er laut Abrechnung 2,40 Euro, für die Rückfahrt am Abend 2,20 Euro.

Die Abrechnung liegt VOL.AT vor. ©Screenshot/zVg

Für den Vorarlberger war nicht nachvollziehbar, warum auf derselben Strecke unterschiedliche Beträge anfielen. Die Hinfahrt dauerte laut Abrechnung acht Minuten, die Rückfahrt neun Minuten. Waren hier der Fahrzeitunterschied oder andere Faktoren im Spiel?

Verkehrsverbund erklärt den Fall

Auf VOL.AT-Anfrage erklärt Verkehrsverbund-Pressesprecher Daniel Amann: "Der Fall ist sehr einfach zu beantworten. Denn am Prinzip und an der Berechnung hat sich bei Fairtiq auch mit der neuen Tarifwelt nichts verändert: versehentlich zu viel bezahlen ist nicht möglich."

Der Grund für die unterschiedlichen Beträge liege vielmehr in der automatischen Tarifoptimierung:

"Wer das Limit eines 24-Stunden-Tickets erreicht, fährt für den Rest des Tages gratis", gibt er zu verstehen. In diesem Fall habe Fairtiq für die Rückfahrt 2,20 Euro verrechnet. "Das ergibt gemeinsam mit der Hinfahrt den Preis von 4,60 Euro für 24 Stunden Lokal."

Ein Ausschnitt aus der Preistabelle. Das Ticket für 24 Stunden kostet 4,60 Euro. ©Screenshot/vmobil.at

Fairtiq arbeitet mit einer sogenannten Bestpreislogik. Das System berechnet die einzelnen Fahrten und stellt sicher, dass Nutzer nicht mehr bezahlen als den günstigsten verfügbaren Tarif.

Im konkreten Fall wurden die beiden Fahrten daher nicht als voneinander unabhängige Einzeltickets betrachtet. Stattdessen erreichte der Fahrgast mit Hin- und Rückfahrt den Preis eines 24-Stunden-Lokal-Tickets.

Fahrgäste sollen auf die Gültigkeit achten

Auch auf die Frage, welche Rolle Zeitlimits spielen, hat der Verkehrsverbund eine klare Antwort. "Auf dem Ticket – und auch bei Fairtiq – kann immer die Kauf- bzw. Startzeit überprüft werden", erklärt Amann. "So wissen Fahrgäste immer, wie lange das jeweilige Ticket noch gültig ist."

Gerade bei der 24-Stunden-Karte sei dies wichtig: "Wenn die Fahrgäste darauf achten, dass sich die geplante Fahrt mit dem Zeitkontingent ausgeht, haben sie alles richtig gemacht."

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Die Fairtiq-App soll automatisch die günstigsten Tarife liefern. ©VOL.AT/Mayer

Lösung bei unvorhergesehenen Verzögerungen

Sollte es während einer Fahrt zu unerwarteten Verzögerungen – etwa durch Staus, Umleitungen oder rote Ampeln – kommen, müssen Fahrgäste laut Verkehrsverbund dennoch nicht befürchten, auf Mehrkosten sitzen zu bleiben.

Fahrgäste können sich bei Fairtiq oder in einem der Vmobil-Center melden, wie Amann zu verstehen gibt. "Dann wird jedenfalls eine Lösung gefunden, sodass niemand zu viel bezahlen muss."

(VOL.AT)

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