Zweiter Standort, neuer Kurs: Was hinter Göksens Expansion steckt
Zweiter Standort für "Cheesy Wheely"
Vor zweieinhalb Jahren, im Jänner 2024, startete Duran Göksen (38) aus Fußach mit seiner Geschäftsidee durch. Sein "Cheesy Wheely" brachte damals Pasta aus dem Parmesanlaib als Take-away in die Bregenzer Innenstadt.
Am 31. März eröffnete er still und ohne großes Tamtam seinen zweiten Standort in der Ammianusstraße. Anders als in der Rathausstraße gibt es dieses Mal frisch zubereitete Pasta und vor allem eines: neapolitanische Pizza.
Sitzplätze und Take-away
Während das ursprüngliche Lokal vor allem auf Take-away eingestellt ist, bietet der neue Standort auch Sitzplätze. "Hier können die Gäste auch sitzen, gemütlich essen und trinken." Angesprochen werden sollen alle, die Pizza schätzen – aber auch Schüler, Arbeiter und Familien, die den nahen Spielplatz besuchen.
Eigentlich sollte in der Bahnhofsstraße ein Standort eröffnen. "Das hat nicht geklappt." Das Lokal nach dem Bahnhof Riedenburg stand vor rund zwei Jahren leer, wie Göksen zu verstehen gibt. Die Übernahme ergab sich kurzfristig: "Es ist einfach Zufall gewesen."
Bisher keine große Eröffnung
Aktuell läuft die Testphase: "Bis jetzt ist es eigentlich ruhig, weil wir wollten nicht gleich Vollgas anfangen", betont der Gastronom. Die offizielle Eröffnung ist für die kommende Woche geplant.
In der Anfangszeit hat das neue Lokal von 11.30 bis 22 Uhr geöffnet. Am Wochenende von 16 bis 22 Uhr. Ein Ruhetag ist geplant, die Öffnungszeiten sollen noch angepasst werden.
"Nicht zu vergleichen"
Was die neapolitanische Pizza so besonders macht? Es gibt sie bisher im Unterland laut Göksen kaum.
"Es ist wirklich nicht das, was es überall gibt", gibt der Fußacher zu verstehen. "Wir fermentieren mindestens 48 Stunden." Dadurch wird der Teig ganz besonders. "Es ist wirklich fluffig an den Rändern und hat einen besonderen Geschmack."
Auf der Karte stehen bewusst simple Pizzen – etwa mit Fior di Latte Mozzarella, Parmigiano Reggiano, Rucola, Cocktailtomaten und frischem Basilikumpesto. Aber auch Kundenwünsche werden bei Toppings individuell angepasst. Die Karte soll noch angepasst und vergrößert werden.
Bestellt werden kann zur Mittagszeit, wenn viel los ist, auch an einem Screen, der im vorderen Bereich des Lokals aufgestellt ist. Auch als bequeme Bestellmöglichkeit für Take-away ist der Touchscreen gedacht. Dort gibt es alle Speisen und Getränke zur Auswahl – dazu kommen mittags To-go-Angebote für Schüler und Arbeiter.
Kurse beim Pizzaiolo und Pizzaofen aus Rom
Duran Göksen hat als Vorbereitung auf die Eröffnung mehrere Pizzakurse absolviert. Einer davon fand in Wien unter dem bekannten Pizzaiolo Luigi statt. "Das war gut", fasst er zusammen. "Ich war drei, vier Tage bei ihm und er kennt sich super aus." Der Chef steht selbst am Pizzaofen und dann soll sein Bruder übernehmen, der es von ihm lernt.
Speziell ist auch die Geschichte hinter dem elektrischen Pizzaofen. "Er heizt schnell auf", verrät Göksen den Vorteil. Da passende Geräte in der Region nicht verfügbar waren, reisten Göksen und ein Kollege rund 1200 Kilometer nach Rom, um den Ofen selbst zu beschaffen. "Wir haben dort selbst den Ofen gekauft und hergebracht." Ein Roadtrip der etwas anderen Art also.
Angebot wird weiter ausgebaut
Neben Pizza und Pasta wird das Sortiment bei Cheesy Wheely laufend erweitert. In der Innenstadt soll es bald "Pizza Panuzzo" – eine Art Pizzasandwich – geben. Wenn das gut ankommt, will Göksen auch "Pizza Portafoglio" anbieten – die gefaltete Pizza gilt als typisches Streetfood aus Neapel. Zudem wurden Take-away-Gerichte zuletzt um zusätzliche Toppings wie Chicken erweitert.
Am zweiten Standort will der Gastronom bald auch Pasta aus dem Parmesanlaib anbieten, allerdings als Tischservice. Aktuell werden bereits Desserts wie hausgemachtes Tiramisu und Nutella-Pizza angeboten.
Familienbetrieb mit Expansionsplänen
Das Unternehmen wird als Familienbetrieb geführt. Neben Duran Göksen sind auch sein Bruder und seine Schwester beteiligt. Den ersten Standort hat mittlerweile der Bruder übernommen. Das Lokal in der Innenstadt möchten die Geschwister als Franchise weitergeben.
Seit rund zweieinhalb Jahren arbeitet Göksen an dem Konzept, das ursprünglich von Eindrücken aus Städten wie London und Italien inspiriert wurde. "Bis jetzt sind wir zufrieden", meint er. Nach Bregenz eröffnete auch ein Standort in Wels. "Und nach dem Sommer möchten wir im Lindaupark noch einen eröffnen", verrät er. "Wir haben noch viel vor."
(VOL.AT)