Aufstieg und Fall von Mohammed Mursi

Mohammed Mursi: Im Juni 2012 gewählt, im Juli 2013 von der Armee gestürzt
Mohammed Mursi: Im Juni 2012 gewählt, im Juli 2013 von der Armee gestürzt - © EPA
Mohammed Mursi ist der Nachfolger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak – wie dieser wird auch Mursi abgesetzt.

Nach seiner Entmachtung im Juli kommt es über Monate zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern, Hunderte Menschen sterben. Eine Chronologie:

24. Juni 2012: Die Wahlkommission erklärt den Kandidaten der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, zum Sieger der Präsidentenwahl.

29. November 2012: Im Eilverfahren peitscht das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee Mursis Entwurf einer neuen Verfassung durch. In Massenprotesten demonstriert die Opposition gegen eine schleichende Islamisierung.

2. Juni 2013: Das oberste Verfassungsgericht verkündet, dass die von Mursi durchgeboxte Verfassung unter nicht gesetzeskonformen Umständen zustande gekommen ist.

30. Juni: Eine Unterschriftenkampagne der Initiative “Tamarud” (Rebellion), mit der Mursi zum Rücktritt gezwungen werden soll, gipfelt in Massenprotesten Hunderttausender.

3./4. Juli: Nach den Massenprotesten setzt das Militär Mursi ab und stellt ihn unter Arrest. Der oberste Verfassungsrichter Adli Mansur wird Übergangspräsident. Mursi-Anhänger beginnen einen Dauerprotest.

26./27. Juli: Mursi wird des Landesverrats beschuldigt und kommt in Untersuchungshaft.

3. August: Die Muslimbrüder bestehen darauf, dass Mursi wieder als Präsident eingesetzt wird.

8. August: Zum Ende des Fastenmonats Ramadan fordern Zehntausende Islamisten die Wiedereinsetzung Mursis.

14. August: Bei der Räumung von Protestlagern mit Tausenden Mursi-Anhängern gibt es nach Regierungsangeben mehr als 600 Tote. Eine Verhaftungswelle hochrangiger Muslimbrüder setzt ein.

19. August: Die Staatsanwaltschaft leitet gegen Mursi Ermittlungen wegen Verantwortung für die Tötung von Demonstranten im Dezember 2012 ein. Später folgt eine Anklage wegen Beleidigung der Justiz.

23. September: Ein Gericht in Kairo erklärt die Muslimbruderschaft und alle Ableger der Organisation für illegal.

4. Oktober: Muslimbrüder beginnen dreitägige Proteste gegen Mursis Entmachtung, in Ägypten werden dabei mehr als 50 Menschen getötet.

28./29. Oktober: Mursi lehnt eine Woche vor Beginn des Prozesses gegen ihn die Rechtmäßigkeit des Gerichts ab. Einen Tag später platzt ein Prozess gegen die Führungsriege der Muslimbrüder wegen Anstiftung zum Mord. Die Richter erklären sich für befangen.

4. November: In Kairo beginnt der Strafprozess gegen Mursi, begleitet von Protesten seiner Anhänger.

(APA)

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