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Neue EU-Regel für Autos: Ab Juli braucht jeder Neuwagen diese Sicherheitsfunktion

Das steckt hinter der neuen EU-Vorgabe
Das steckt hinter der neuen EU-Vorgabe ©APA
Ab 1. Juli 2026 müssen alle neu zugelassenen Autos in der EU über eine technische Schnittstelle für ein System verfügen, das Teil der europäischen Verkehrssicherheitsstrategie "Vision Zero" ist.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung moderner Fahrzeuge kommen laufend neue Sicherheitsvorgaben hinzu. Eine davon tritt am 1. Juli 2026 in Kraft: Alle in der Europäischen Union verkauften Neuwagen müssen künftig mit einer standardisierten Schnittstelle für sogenannte Alkohol-Wegfahrsperren ausgestattet sein.

In sozialen Netzwerken sorgt die Regelung bereits für Diskussionen. Der Eindruck, künftig müsse jeder Autofahrer vor dem Motorstart in ein Alkoholmessgerät blasen, ist jedoch falsch. Vorgeschrieben wird lediglich die technische Vorbereitung für ein solches System.

Hersteller müssen sicherstellen, dass Fahrzeuge bereits ab Werk über die notwendigen elektronischen Anschlüsse und den entsprechenden Einbauplatz verfügen. Dadurch soll eine spätere Nachrüstung unkompliziert und kostengünstig möglich sein. In den EU-Vorschriften wird das System als "alkoholempfindliche Wegfahrsperre" bezeichnet.

Fahrzeug startet bei Alkohol nicht

Wird ein Alkolock tatsächlich eingebaut, funktioniert es ähnlich wie ein Atemalkoholtest der Polizei. Vor dem Start muss der Fahrer in das Gerät blasen. Liegt der gemessene Wert über dem gesetzlichen Grenzwert, wird die Zündung elektronisch gesperrt. Das Fahrzeug kann in diesem Fall nicht gestartet werden.

Damit die Systeme europaweit einheitlich funktionieren, müssen sie der Norm EN 50436 entsprechen und von anerkannten Stellen zertifiziert werden.

Bereits in mehreren Ländern im Einsatz

Alkohol-Wegfahrsperren sind keine neue Technologie. In mehreren Ländern werden sie bereits eingesetzt, insbesondere bei Personen, die wiederholt wegen Alkohol am Steuer auffällig geworden sind. Auch im gewerblichen Transportbereich kommen solche Systeme teilweise zum Einsatz.

Experten gehen davon aus, dass Alkohol-Wegfahrsperren die Zahl schwerer Verkehrsunfälle deutlich reduzieren könnten. Schätzungen zufolge wäre bei breiter Anwendung eine Verringerung alkoholbedingter Todesfälle um bis zu 65 Prozent möglich.

Österreich testete Pilotprojekt

Auch in Österreich wurde die Technologie bereits erprobt. Zwischen 2017 und 2022 lief ein entsprechendes Pilotprogramm. Laut Angaben des Samariterbundes nahmen insgesamt 753 Personen daran teil – darunter 655 Männer und 98 Frauen, die damit einen drohenden Führerscheinentzug vermeiden wollten.

Trotz positiver Rückmeldungen wurde das Projekt nicht verlängert. Der Hintergrund: Jährlich verlieren in Österreich rund 26.000 Menschen wegen Alkoholdelikten im Straßenverkehr ihren Führerschein.

Teil der europäischen "Vision Zero"

Die neue Vorschrift ist Teil der europäischen Verkehrssicherheitsstrategie "Vision Zero". Ziel ist es, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 deutlich zu senken und langfristig bis 2050 möglichst auf null zu reduzieren.

Neuwagen müssen für Alkohol-Wegfahrsperren vorbereitet sein ©APA

Bereits seit 2024 müssen Neuwagen in der EU mit zahlreichen zusätzlichen Assistenzsystemen ausgestattet werden. Dazu zählen intelligente Geschwindigkeitsassistenten, Notfall-Spurhalteassistenten, adaptive Bremslichter sowie sogenannte Ereignisdatenspeicher, die ähnlich einer Flugschreiber-Blackbox wichtige Fahrzeugdaten aufzeichnen.

Für die meisten Autofahrer wird die neue Alkolock-Schnittstelle allerdings unsichtbar bleiben. Das eigentliche Messgerät wird in der Regel nur dann eingebaut, wenn dies von Behörden oder Gerichten angeordnet wird.

(VOL.AT)

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