Alarm auf der ISS: Astronauten müssen Schutz suchen
Leck im russischen ISS-Modul
Auf der Internationalen Raumstation ist es am Freitag zu einem Zwischenfall gekommen. Grund dafür ist ein Luftleck im Transfertunnel des russischen Servicemoduls "Swesda" (Zvezda). Wie unter anderem Sky News berichtet, mussten sich mehrere Astronauten während laufender Reparaturarbeiten vorsorglich in ihre Raumkapseln begeben und auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten.
Nach Angaben der Nasa tritt das Leck im sogenannten PrK-Transfertunnel auf. Dieser Bereich sei bereits seit längerer Zeit von Rissen und kleineren Undichtigkeiten betroffen.
NASA beobachtet Situation seit Jahren
Nasa-Sprecherin Bethany Stevens erklärte auf der Plattform X, dass die betroffenen Risse "schon immer ein Grund zur Sorge" gewesen seien. Die US-Raumfahrtbehörde habe die Entwicklung daher laufend überwacht.
Nachdem neue Lecks festgestellt worden seien, habe die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos für Freitag umfangreichere Reparaturarbeiten angesetzt. Vorsorglich wurden die vier Mitglieder der SpaceX-Crew-12 sowie NASA-Astronaut Chris Williams angewiesen, sich während der Arbeiten im Dragon-Raumschiff aufzuhalten und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten.
Eine dauerhafte Lösung für das Problem werde weiterhin gesucht, teilte die NASA mit.
Täglich entweichen rund 500 Gramm Luft
Das am 1. Mai entdeckte Leck führt laut einem Bericht der "Daily Mail" dazu, dass täglich etwa 500 Gramm Luft ins All entweichen. Die Menge entspricht ungefähr dem Gewicht eines Laibs Brot.
Die ISS im Überblick
Die Internationale Raumstation umkreist die Erde in rund 400 Kilometern Höhe und gilt als größtes dauerhaft bewohntes Forschungslabor im Weltraum. Das Gemeinschaftsprojekt von 16 Staaten, darunter die USA, Russland und mehrere europäische Länder, dient wissenschaftlichen Experimenten unter Schwerelosigkeit.
Die Raumstation ist größer als ein Fußballfeld. Nach aktuellen Planungen soll die ISS im Jahr 2030 außer Dienst gestellt werden.
(VOL.AT)