Alpenverein warnt vor Protz-Touris in den Dolomiten
Luxusautos auf Alpenpässen sorgen für wachsenden Ärger
In den Dolomiten wächst der Unmut über Touristen mit hochmotorisierten Luxusautos. Der italienische Alpenverein CAI kritisiert seit Monaten gefährliche Fahrmanöver auf bekannten Alpenpässen wie dem Pordoijoch. Immer wieder würden teure Sportwagen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sein.
Alpenverein spricht von "Schändung der Dolomiten"
CAI-Präsident Carlo Zanella erklärte gegenüber der italienischen Tageszeitung Corriere dell’Alto Adige, dass ihm zahlreiche Videos zugesendet worden seien.
Diese würden zeigen, wie Fahrer ihre riskanten Aktionen filmen und anschließend auf Plattformen wie Instagram oder YouTube veröffentlichen. Laut Zanella überschreiten diese Verhaltensweisen inzwischen "jede Grenze".
Illegale Manöver für Klicks und Aufmerksamkeit
Nach Angaben des Alpenvereins handelt es sich häufig um Fahrzeuge von Marken wie Porsche oder Lamborghini, teilweise mit sichtbaren Sponsorenaufklebern.
Um Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken zu generieren, würden illegale Drifts, Rennen oder Geschwindigkeitsüberschreitungen bewusst in Kauf genommen. Das belaste nicht nur die Umwelt durch Lärm und Abgase, sondern gefährde auch andere Verkehrsteilnehmer.
Vorwürfe gegen Touristen aus dem Ausland
Der CAI sieht die Verantwortung vor allem bei Gästen aus dem Ausland. Laut Zanella kämen viele Fahrer aus Österreich, der Schweiz und Deutschland nach Südtirol, weil bestimmte Praktiken in ihren Heimatländern verboten seien.
Teilweise würden sogar organisierte Autotreffen stattfinden, da es vor Ort an wirksamen Kontrollen fehle.
Schäden sogar auf Skipisten gemeldet
Besonders problematisch seien Vorfälle abseits öffentlicher Straßen. Laut Alpenverein würden sich rücksichtslose Fahrer vereinzelt sogar auf Skipisten für Langläufer wagen und dort erhebliche Schäden verursachen. Ein zuletzt bekannter Fall ereignete sich in San Cassiano.
Forderung nach strengeren Kontrollen
Zwar gebe es in den Dolomiten immer wieder Verkehrskontrollen, diese reichten laut CAI jedoch nicht aus. Der Verein fordert deutlich mehr Überwachung und härtere Maßnahmen gegen Regelverstöße. Von den zuständigen Südtiroler Behörden lag bis zum 2. Februar 2026 keine Stellungnahme zu den Vorwürfen vor.
(VOL.AT)
Quelle: Dieser Artikel basiert teilweise auf Informationen von Corriere dell’Alto Adige und dem Klub Alpino Italiano (CAI), Stand: 02.02.2026.