Angesichts jüngster regionaler Entwicklungen: Türkei verlegt sechs F-16-Jets nach Nordzypern
Zypriotische Medien zeigten Bilder von der Landung der F-16-Jets auf dem Flughafen Ercan. Er liegt nordöstlich der Hauptstadt Nikosia, aber in dem Teil Zyperns, der von türkischen Truppen besetzt ist und nur von Ankara als Türkische Republik Nordzypern anerkannt wird.
Neben den Kampfjets seien auch Luftverteidigungssysteme in den Norden Zyperns verlegt worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Der Einsatz ziele darauf ab, die Sicherheit Nordzyperns "angesichts der jüngsten regionalen Entwicklungen" zu stärken, erklärte das Ministerium auf der Plattform X. Je nachdem, wie sich die Lage weiter entwickle, könnten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.
Drohnenangriff auf britischen Stützpunkt
In der Nacht zum 2. März hatte eine Drohne iranischer Bauart den britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri nahe Limassol getroffen. Ein Regierungssprecher in London bestätigte, dass ein Hangar beschädigt wurde. Der Schaden sei jedoch minimal gewesen.
Mehr Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer
Auch andere Staaten haben ihre militärische Präsenz verstärkt. Griechenland entsandte einen Tag nach dem Angriff vier F-16-Kampfjets nach Zypern; zudem trafen zwei griechische Fregatten vor der Insel ein. Frankreich hat nach Angaben der Regierung in Nikosia eine Fregatte ins östliche Mittelmeer verlegt und plant, Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systeme auf die Insel zu bringen. Italien und Spanien sowie Großbritannien kündigten ebenfalls an, Schiffe in die Region zu entsenden.
Treffen von Mitsotakis, Macron und Christodoulides
Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis traf am Montag in der zypriotischen Stadt Paphos ein, wo er vom Präsidenten der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, empfangen wurde. Wenig später landete auch der französische Präsident Emmanuel Macron. Die drei Staats- und Regierungschefs nahmen anschließend an einem trilateralen Treffen teil.
Nach Angaben aus Regierungskreisen standen Fragen der regionalen Sicherheit, der Verteidigungszusammenarbeit sowie die aktuelle Lage im Nahen Osten im Mittelpunkt der Gespräche. Im Anschluss an das Treffen sind gemeinsame Erklärungen geplant. Danach wollen Mitsotakis und Christodoulides die auf der Luftwaffenbasis von Paphos stationierten griechischen Kampfjets vom Typ F-16 inspizieren. Die gemeinsame Reise von Mitsotakis und Macron nach Zypern gilt als politisch stark symbolischer Schritt, der zugleich konkrete geopolitische Botschaften an die Region senden soll.
(APA/dpa/Reuters)