Außenministerium ruft Österreicher zur Registrierung auf
Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt – und Wien reagiert mit klaren Anweisungen. Das Außenministerium ruft österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger eindringlich dazu auf, eine Reiseregistrierung vorzunehmen, ihre Unterkünfte nicht zu verlassen und den Anweisungen der lokalen Behörden strikt Folge zu leisten.
"Bleiben Sie in Ihrer Unterkunft", appellierte Außenministeriumssprecher Clemens Mantl am Montag.
17.700 Österreicher in der Region
Nach Angaben des Ministeriums halten sich aktuell rund 17.700 Österreicherinnen und Österreicher in der Nahost- und Golfregion auf. Darunter befinden sich etwa 2.600 Personen, die sich aktiv reiseregistriert haben. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind demnach rund 1.700 österreichische Staatsbürger gemeldet.
Besondere Priorität bei der konsularischen Betreuung hätten schutzbedürftige Personen wie Kranke oder Schwangere. Bereits 70 Menschen konnten laut Mantl aus den Emiraten in Sicherheit gebracht werden – größtenteils auf dem Landweg in den Oman. Nun werde erhoben, ob weiterer Bedarf und entsprechende Möglichkeiten für zusätzliche Ausreisen bestehen.
Der Krisenstab im Außenministerium tritt derzeit zweimal täglich zusammen. Ab den kommenden Tagen soll es jeweils um 14.00 Uhr ein Briefing zur aktuellen Lage geben.
Reisewarnung für mehrere Staaten
Für zahlreiche Länder der Region gilt aktuell eine Reisewarnung der Sicherheitsstufe 4 – darunter Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Syrien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.
Eine reguläre Ausreise auf dem Luftweg ist aus diesen Staaten derzeit nicht möglich. Ausnahmen bestehen nur eingeschränkt für Jordanien und den Libanon. Für Oman und Saudi-Arabien gilt Sicherheitsstufe 3. Dort ist der Luftraum offen, allerdings sind die Flugverbindungen reduziert.
Mantl betonte, auch gestrandete Personen an Flughäfen sollten diese nicht eigenständig verlassen. "Niemand kann voraussagen, wie sich die Situation weiterentwickeln wird", so der Sprecher. Man stehe in engem Kontakt mit europäischen Partnern.
Bundesheer hilft vorerst nicht
Das Bundesheer steht nach Angaben des Außenministeriums "aufgrund der Flugzeuge" nicht für Evakuierungsflüge zur Verfügung. Details dazu nannte Mantl nicht. Derzeit gebe es zudem keinen regulären Flugbetrieb aus Abu Dhabi und Dubai.
Ein Sonderflug des Lufthansa-Konzerns landete am Montag in Wien-Schwechat. An Bord befand sich Personal des Konzerns, darunter auch Mitarbeiter von Austrian Airlines. Die AUA bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des Online-Magazins "Austrian Wings". Weitere Sonderflüge seien derzeit nicht geplant. Man prüfe jedoch intensiv alternative Möglichkeiten für Fluggäste.
Registrierung als Schlüsselmaßnahme
Das Außenministerium verzeichnete zuletzt einen sprunghaften Anstieg bei den Reiseregistrierungen. Diese sei entscheidend, um im Ernstfall rasch Kontakt aufnehmen und informieren zu können, betonte Mantl.
Kontakt und Notfallnummern
Das Außenministerium ist unter +43 1 90115 4411 erreichbar.
Notfallnummern der Botschaften:
- Abu Dhabi: (+971) 50 66 69 728
- Amman: (+962) 795 62 85 60
- Doha: (+974) 33 21 14 50
- Kuwait: (+965) 998 061 77
- Tel Aviv: (+972) 54 792 1892 bzw. (+972) 53 643 2738
Reisenden wird dringend empfohlen, sich unter https://auslandsregistrierung.bmeia.gv.at/ zu registrieren, um im Bedarfsfall rasch informiert werden zu können.
(VOL.AT)