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Bericht: Fünf europäische Staaten gehen von Vergiftung Nawalnys aus

©(FILES) A worker paints over graffiti of jailed Kremlin critic Alexei Navalny in Saint Petersburg on April 28, 2021. The inscription reads: "The hero of the new times". February 16, 2026 will mark two years since Kremlin critic Alexei Navalny's death in a Russian penal colony. (Photo by Olga MALTSEVA / AFP)
Alexej Nawalny ist im Februar 2024 in einem russischen Straflager gestorben. Fünf europäische Staaten gehen laut Medienberichten von einer Vergiftung aus. In Gewebeproben soll ein starkes Nervengift nachgewiesen worden sein.

Erklärung am Rande der Sicherheitskonferenz

Zwei Jahre nach dem Tod des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny verdichten sich Berichte über die Todesursache. Mehrere Medien melden, dass fünf europäische Staaten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine gemeinsame Erklärung abgeben wollen.

Demnach gehen die Staaten davon aus, dass Nawalny vergiftet wurde. In Gewebeproben seiner Leiche sei das Gift Epibatidin festgestellt worden. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Nach Angaben der beteiligten Staaten komme nur ein Giftanschlag durch russische Behörden infrage, da sich Nawalny zum Zeitpunkt seines Todes vollständig in staatlichem Gewahrsam befunden habe.

Tod im Straflager "Polarwolf"

Nawalny starb am 16. Februar 2024 im Strafgefangenenlager "Polarwolf" im Ort Charp nördlich des Polarkreises. Er galt als schärfster Kritiker von Präsident Wladimir Putin und war mehrfach inhaftiert worden.

©AFP

Bereits 2020 war Nawalny Ziel eines Giftanschlags mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok geworden. Damals überlebte er nach einer Behandlung in der Berliner Charité. Internationale Recherchen, unter anderem des Recherchekollektivs Bellingcat, machten seinerzeit Angehörige des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB verantwortlich.

Witwe sprach von "unbequemer Wahrheit"

Schon im Jahr nach seinem Tod hatte Nawalnys Witwe Julija Nawalnaja schwere Vorwürfe erhoben. In einer Videobotschaft erklärte sie, ihr Team habe vor der Beerdigung biologische Proben sichern und ins Ausland bringen können. Diese seien in zwei Ländern untersucht worden.

"Diese Labore kamen zu demselben Schluss: Alexej wurde getötet. Genauer gesagt, er wurde vergiftet", sagte Nawalnaja. Das konkret nachgewiesene Gift nannte sie damals nicht, forderte jedoch die Veröffentlichung der Ergebnisse über die "unbequeme Wahrheit".

Hochwirksames Nervengift

Epibatidin ist ein extrem starkes Nervengift, das ursprünglich aus einem südamerikanischen Pfeilgiftfrosch isoliert wurde. Es wirkt an Rezeptoren von Nervenzellen und Muskeln. Bereits geringste Mengen können schwere Vergiftungen mit Muskelkrämpfen, Atemlähmung und Herzrhythmusstörungen auslösen.

Laut früheren Schilderungen soll sich Nawalny kurz vor seinem Tod unwohl gefühlt haben. Seine Witwe berichtete, er habe über brennende Schmerzen in Brust und Bauch geklagt und sich übergeben. Ein Rettungswagen sei erst deutlich später gerufen worden. Um 14.23 Uhr habe ein EKG keine Aktivität mehr gezeigt.

Die russischen Behörden hatten seinen Tod zunächst bestätigt, Details zu einer möglichen Fremdeinwirkung wurden offiziell nicht eingeräumt.

(VOL.AT)

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