Bestellungen bei Amazon laufen ab März 2026 anders ab
Eine wenig bekannte, aber folgenschwere Praxis – das sogenannte "Commingling" – wird eingestellt. Was bislang vor allem intern als logistische Effizienzmaßnahme galt, hatte für Konsumentinnen und Konsumenten mitunter ärgerliche Folgen. Nun soll damit Schluss sein – mit klaren Auswirkungen für Kundinnen und Kunden, Händler und das Vertrauen in den Online-Riesen.
Was sich bisher hinter den Kulissen abspielte
Wer auf Amazon einkauft, denkt meist nicht darüber nach, woher genau die Ware stammt, solange sie wie beschrieben aussieht und pünktlich geliefert wird. Doch bisher wurden identische Produkte verschiedener Händler im selben Lager gemeinsam verwaltet – unter einem Barcode. Sobald jemand bestellte, verschickte Amazon die nächstgelegene Variante aus dem Bestand, egal, ob sie vom ursprünglich gewählten Anbieter kam oder nicht. Logistisch clever, für den Kunden jedoch intransparent.
Ab 2026: Klare Trennung der Händlerbestände
Künftig will Amazon genau das vermeiden. Ab März 2026 wird jeder Artikel einem spezifischen Verkäufer zugeordnet – auch dann, wenn das Produkt äußerlich völlig identisch ist. Das bedeutet: Wer bei einem bestimmten Anbieter kauft, erhält künftig auch garantiert dessen Ware. Jedes Produkt wird separat gelagert, verfolgt und verschickt.
Amazon verspricht sich davon einen Vertrauensgewinn, sowohl auf Kundenseite als auch bei seriösen Händlern. Denn bislang war bei Problemen wie Fälschungen oder Defekten oft unklar, wer tatsächlich verantwortlich war. Mit der neuen Trennung wird die Rückverfolgbarkeit deutlich verbessert.
Schutz vor Fälschungen und dubiosen Quellen
Für Konsument:innen ist das eine gute Nachricht. Immer wieder hatten sich Käufer:innen darüber beschwert, dass sie bei scheinbar "offiziellen" Bestellungen Produkte aus zweifelhaften Quellen erhielten – mitunter sogar Fälschungen. Die neue Regelung soll genau das künftig verhindern und so mehr Sicherheit und Qualität gewährleisten.
Auch Markenhersteller profitieren: Ihre Produkte werden nicht mehr automatisch mit jenen von Drittanbietern vermischt, was ihre Position gegenüber Wiederverkäufern stärkt.
Was Händler nun beachten müssen
Für Verkäufer:innen auf Amazon bedeutet die Umstellung: Wer Produkte direkt vom Hersteller bezieht und den Original-Barcode verwendet, muss nichts ändern. Anders sieht es für sogenannte Reseller aus – also jene, die Markenprodukte weiterverkaufen. Sie müssen künftig einen eigenen Amazon-Barcode anbringen. Das sorgt für mehr Transparenz, bedeutet aber auch mehr Aufwand.
Gerade kleine Händler trifft das hart: Sie müssen ihre Logistik anpassen, Barcodes drucken und ihre Lagerverwaltung neu strukturieren. Das kostet Zeit und Geld – Ressourcen, die nicht jeder zur Verfügung hat. Für manche kann das eine echte Herausforderung werden.
Lieferzeit vs. Sicherheit
Wird durch die Umstellung alles teurer oder langsamer? Möglich. Denn das bisherige System war auf Effizienz getrimmt – kürzere Lieferwege, gebündelte Lagerung. Wenn diese Vorteile wegfallen, könnte sich das auf Lieferzeiten oder Preise auswirken. Doch viele Kund:innen werden das in Kauf nehmen – zugunsten besserer Nachvollziehbarkeit und Sicherheit.
(VOL.AT)