Die Bestände des einzigen heimischen Brutparasiten sind in den vergangenen Jahrzehnten stark gesunken, weshalb BirdLife Österreich nun zu Meldungen der ersten Kuckucksrufe aufruft.
Rückkehr aus dem Süden
Zu Beginn des Aprils treffen die Kuckucksmännchen aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara in Österreich ein. Mit ihrem unverwechselbaren Gesang grenzen sie ihre Territorien ab, wobei der erste Ton immer höher klingt als der zweite, erklärt Evelyn Hofer von BirdLife Österreich.
Brutparasitismus als Überlebensstrategie
Während die Männchen rufen, suchen die Weibchen nach passenden Nestern anderer Vogelarten. Als einzige heimische Art praktiziert der Kuckuck Brutparasitismus und überlässt das Ausbrüten und die Aufzucht seiner Jungen vollständig anderen Vögeln.
Diese Verhaltensweise führte zur bekannten Redewendung vom untergeschobenen Kuckucksei. Bedrohliche Bestandsentwicklung: Die Population dieser besonderen Vogelart ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch geschrumpft.
Hauptursachen sind der Verlust geeigneter Lebensräume, illegale Jagd entlang der Zugrouten sowie der Rückgang sowohl der Wirtsvögel als auch der Beuteinsekten. Besonders der Schwund großer Insekten, insbesondere Schmetterlingslarven, die das Hauptnahrungsmittel darstellen, macht dem Kuckuck zu schaffen. Pestizide und das Verschwinden von Futterpflanzen verstärken dieses Problem zusätzlich.
Klimawandel als neue Herausforderung
Der Klimawandel könnte die Situation weiter verschärfen. Während Wirtsvögel als Kurzstreckenzieher früher aus ihren Wintergebieten zurückkehren, orientiert sich der Kuckuck als Langstreckenzieher an seinem inneren biologischen Rhythmus.
Diese zeitliche Verschiebung könnte dazu führen, dass er zu spät ankommt und keine geeigneten Nester mehr für seine Eiablage findet. Citizen-Science-Projekt gestartet: Um diese Entwicklungen besser zu verstehen, hat BirdLife Österreich eine Meldeaktion ins Leben gerufen.
Naturbeobachter sollen ihre ersten Kuckucksrufe des Jahres online dokumentieren, wie der ORF berichtet. Die gesammelten Informationen sollen dabei helfen, die Ankunftszeiten wissenschaftlich zu erfassen. Teilnehmer leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Kuckucksforschung, sondern haben auch die Möglichkeit, attraktive Preise zu gewinnen, betont Hofer.
(VOL.AT)