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Chip im "Rindfleisch" führt zu verschwundenem Rennpferd

Als Rindfleisch verkauft: Chip im Essen deckt mutmaßlichen Pferdefleisch-Skandal auf (Symbolbild)
Als Rindfleisch verkauft: Chip im Essen deckt mutmaßlichen Pferdefleisch-Skandal auf (Symbolbild) ©CAVNA
Ein Biss – und plötzlich liegt ein Tierchip im Teller: In einer Suppenküche in der Türkei macht ein Gast eine bizarre Entdeckung. Der Fund führt Ermittler zu einem verschwundenen Rennpferd – und zu einem mutmaßlichen Fall von Lebensmittelbetrug.

Fund im Essen löst Ermittlungen aus

Ein ungewöhnlicher Fund in einer Suppenküche im türkischen Mersin hat eine Lebensmittelaffäre ins Rollen gebracht. Ein Gast entdeckte in seinem Teller mit "Kavurma" – einem Gericht aus gebratenem Fleisch – einen kleinen elektronischen Tierchip. Der Fund alarmierte die Behörden und führte rasch zu polizeilichen Ermittlungen.

Wie sich herausstellte, gehörte der Chip zu einem Pferd. DNA-Analysen bestätigten später: Das Fleisch stammte nicht von Rindern, sondern von einer Rennstute.

Spur führt zu erfolgreichem Rennpferd

Bei dem Tier handelt es sich laut Ermittlern um Smart Latch, eine vierjährige englische Vollblutstute aus der türkischen Rennszene. Das Pferd hatte laut Medienberichten mehrere Rennen gewonnen.

Besitzer Suat Topcu erklärte gegenüber der Zeitung "Milliyet", dass die Stute im Oktober einen schweren Beinbruch erlitten habe. Ursprünglich sollte sie danach als Zuchtstute eingesetzt werden.

"Bei den tierärztlichen Untersuchungen teilte uns der Tierarzt jedoch mit, dass sie aufgrund eines Defekts ihrer Gebärmutter nicht zur Zucht eingesetzt werden könne", sagte Topcu.

Daraufhin habe er beschlossen, das Tier einem Reitverein in Osmaniye zu schenken, wo Kinder das Reiten lernen.

Pferd verschwindet auf dem Transport

Das Pferd wurde einem Transporteur übergeben, der es zum Reitverein bringen sollte. Doch dort kam die Stute nie an.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde das Tier stattdessen mutmaßlich illegal geschlachtet. Das Fleisch sei anschließend als "Rindfleisch" deklariert und in den Handel gebracht worden.

Über mehrere Zwischenstationen gelangte das Produkt schließlich zu einem Unternehmen, das die Stadt Mersin mit Lebensmitteln beliefert – darunter auch die Suppenküche, in der der Gast den Chip entdeckte.

Besitzer reagiert fassungslos

Für den ehemaligen Besitzer ist der Fall schwer zu begreifen.

"Ich war dabei, als dieses Pferd gezeugt wurde. Ich habe sie zwei Jahre lang betreut, bevor sie auf die Rennbahn kam", sagte Topcu. Wer einem Tier Leid zufüge, schade letztlich auch Menschen.

Mit der Spende an den Reitverein habe er eigentlich etwas Gutes tun wollen. "Stattdessen bin ich zum Werkzeug für etwas Böses geworden."

Die Polizei ermittelt nun wegen mutmaßlichen Lebensmittelbetrugs und illegaler Schlachtung.

(VOL.AT)

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