Damenabfahrt in Crans-Montana: Olympia-Generalprobe im Schatten der Brandkatastrophe
In der Silvesternacht war in Crans-Montana ein verheerendes Feuer ausgebrochen. 40 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Wenige Wochen nach der Tragödie kehrt der Ski-Weltcup nach Crans-Montana zurück – geprägt von stiller Anteilnahme und Trauer.
Sämtliche Rahmenveranstaltungen wurden abgesagt. Keine Partys, keine Show. Stattdessen Gedenkminuten vor jedem Rennen, schwarze Trauerschleifen und der Verzicht auf Werbung – auch bei Startnummern und Torflaggen. Auf den Werbebanden steht: "Unsere Gedanken sind bei euch."
"Der Ort braucht diese Rennen"
Trotz einzelner Stimmen, die eine Absage forderten, entschieden sich die Organisatoren für die Durchführung der Rennen. "Der Ort braucht diese Rennen", sagte der Gemeindepräsident Nicolas Féraud. Man wolle der Bevölkerung Gelegenheit geben, sich zu versammeln und neue Kraft zu schöpfen. Die Trauer der Angehörigen soll dabei ausdrücklich respektiert werden.
Italienisches Team in Trauer
Das italienische Nationalteam tritt mit schwarzem Trauerflor an. Vor dem ersten Training nahmen Sofia Goggia, Elena Curtoni und weitere Athletinnen an einer Gedenkzeremonie teil. Unter den Todesopfern befand sich auch der 16-jährige Nachwuchsgolfer Emanuele Galeppini. Curtoni kannte ihn persönlich. Die Ereignisse hätten sie beim Eintreffen in Crans-Montana emotional stark getroffen, sagte sie.
Letzter Härtetest vor Olympia
Für die Skirennläuferinnen und Skirennläufer ist Crans-Montana mehr als nur ein Weltcup-Wochenende. Es ist der letzte große Formcheck vor Olympia. Am Freitag und Samstag stehen die Abfahrten der Frauen auf dem Programm, am Sonntag folgt der Super-G der Männer.
(red.)